
- Camden Town Market - Joana Hallmann
London, ein beliebtes Reiseziel für Shoppingwütige und Sightseeingstadt Nummer eins. Doch wer genug hat vom "Schicki-Micki-Trubel" und mal in eine etwas andere Welt eintauchen möchte, sollte sich den Stadtteil Camden Town (Nord/West London) nicht entgehen lassen. Zu früheren Zeiten lebten dort Berühmtheiten wie Charles Dickens, Mary Shelly, George Orwell und Dylan Thomas. Doch auch das ist nicht der Grund, warum wöchentlich ca. 500.000 Menschen nach Camden Town strömen.
„Camden Town Market“ in London – sehen und staunen
An der Tagesordnung liegt der Camden Town Market, welcher 7 Tage die Woche geöffnet hat (10 Uhr - 18 Uhr). Mit der Northern Line (Travelzone 2) bis nach Camden Town fahren, aussteigen und der Masse folgen. Der Markt zieht sich quer über eine Hauptstraße und man kann sich kaum vorstellen, dass dieser täglich stattfindet. Zu kaufen gibt es außergewöhnliches wie Gothic-Kleidung, knallige Punkfashion und natürlich auch den letzten Londoner-Trend. Es gibt viel zu sehen, aber man sollte nicht immer gleich sofort kaufen, bevor man nicht durch den ganzen Markt gelaufen ist, denn die Preisabweichungen sind manchmal ganz enorm.
Wechselt man die Straßenseite, gibt es auch etwas für den Magen, die Gerüche ziehen einen magisch an, je nach Saison wird auf den Straßen gegrillt oder man kauft sich einfach typische englische Fish and Chips.
Shoppen auf der „Camden High Street“
Die Camden High Street besteht aus vielen kleinen Geschäften wie Piercing- und Tattoostudios oder weiteren Gothic-Punk-Rock-Läden, auch Souvenirs gibt es an jeder Ecke zu kaufen. Auch Fetischisten dürften eine Menge Geld lassen, denn das Lack- und Leder-Angebot ist groß. Burlesque, 50's/Rockabilly/ Psychobilly, Cyber, EGL (Elegant Gothic Lolita), Cartonstyle, Althippies und Hip-Hopper – alle kommen nicht umsonst! Es ist trotzdem sehr interessant, auch wenn man sich selbst in keine Kategorie wie Punk oder Hip-Hopper einfügen kann, so ein Bild sieht man nur selten! Auch die Anwohner sind alles andere als gewöhnlich, auffällig gekleidet in Neonfarben oder z.B. ganz düster. Selbst die Außenfassaden erinnern an einen Erlebnispark. Auch preislich kann Camden Town durchaus attraktiv sein. Nun ist London ja bekanntlich ein recht teures Pflaster, aber dennoch kann man hier gerade Klamotten, aber z.B. auch Piercingschmuck deutlich günstiger als in Deutschland erwerben.
Etwas für den Magen bietet der "Camden Canal Market"
Die Straße führt über den 14 km langen Regent's Kanal zum Camden Canal Market auf der rechten Straßenseite. Mit über 500 Independent Shops findet man hier ebenfalls Kleidung, Schmuck, Außergewöhnliches, etc., jedoch gibt es dort mehr Essmöglichkeiten, die fast identisch sind mit dem Essen auf der Brick Lane. Mit erschwinglichen Preisen gibt es eine große Auswahl zwischen asiatischer, mexikanischer, afrikanischer oder simpler europäischer Küche, einfach auf die Hand. Dann setzt man sich „stylisch“ auf die festmontierten Roller mit Blick auf den Regent's Kanal und genießt sein Essen.
Übrigens der Regent's Kanal ist nicht nur schön anzuschauen, wer will, kann zur Abwechslung eine kleine Bootsfahrt machen.
Auf eine Pint mit Amy Winehouse
Und wem das viele Laufen und Schauen reicht, der setzt sich in einen der vielen kultigen Pubs. Zu jedem Pub gibt es eine eigene Geschichte, zu den besten/beliebtesten gehören: „The Bucks Head“, „The Devonshire Arms“, „Dingwalls/Bar Risa“, „Elephants Head“, „Hawley Arms“, „Lloyds Bar/ The Ice Wharf“, „The Lock Tavern“, „The Good Mixer“, „Oxford Arms“ und der größte von allen ist „World's End“. Achtung, lange Nächte im Pub sind Vergangenheit, denn es gilt: ab 23/24Uhr werden die Schotten dicht gemacht.
Wer dann noch Lust auf eine Runde feiern hat, kommt gut in diversen Clubs unter wie „Proud Camden“, „KOKO“, „Camden Palace“, „Roundhouse“, „WKD“, „Underworld“ und „The Monarch/Barfly“, auch hier muss man sich nicht auf eine Musikrichtung festlegen.
Selbst Prominente zieht es förmlich nach Camden Town, seitdem Amy Winehouse des öfteren dort ihre Abstürze feiert oder Pete Doherty auf gute alte Zeiten anstößt, sind auch Paparazzies nicht weit. Im Electric Ballroom, welcher ebenfalls als Club dient, spielten auch schon verschiedene Bands/Musiker wie Iggy Popp, Madness, U2 oder Sad Vicious.
Für Camden Town sollte man beruhigt einen ganzen Tag opfern, denn es lohnt sich!
