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Seit 2006 bietet der Club in den Städten München und Berlin private Gang Bang-Partys an. Rund 40 Events haben bisher stattgefunden. Was verrucht klingt, ist respektvoll organisiert. Lord Gang Bang-Gründer "Mario" erklärt, weshalb.
Mario, was ist anders bei "Lord Gang Bang" als in anderen Clubs?
Wir möchten einen tadellosen Rahmen schaffen, in dem Frauen und Männer gleichermaßen ihre Fantasien leben können. Unsere Partys veranstalten normale Leute für normale Leute. Niemand verdient daran, die Herren teilen sich gerade mal die Miete für die Clubräume. Zudem können sich die Frauen die Herren im Vorfeld aussuchen. Sie werden respektvoll behandelt und stehen dabei im Mittelpunkt des Geschehens.
Wer kommt zu Ihnen und warum?
Es gibt keine Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf Alter, Herkunft und Bildung. Die Herren mögen das Teamwork und lieben es, die Frauen von Höhepunkt zu Höhepunkt zu treiben. Die Damen wollen meist ihren sexuellen Horizont erweitern. Sie finden es hocherotisch, wenn sich viele Männer um sie „kümmern" und genau das machen, was sie wünschen. Auch dass das Ganze sehr diskret abläuft, ist für alle sehr bedeutend.
Warum ist die Anonymität so wichtig?
Da niemand an unseren Aktivitäten verdient, hat jeder von uns auch ein anderes Leben, einen Beruf, mit dem er seine Brötchen verdient. Sollte diese Anonymität nicht mehr gewährleistet sein, kann dies Existenzen gefährden.
Welche Voraussetzungen müssen die Teilnehmer mitbringen?
Die Damen sollten selbstverständlich Lust darauf haben, sich im Teamwork verwöhnen zu lassen. Auch das Aussehen ist wichtig, wobei wir keine Model-Maße erwarten und die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Die Herren müssen charmant und einfühlsam sein und dürfen keine Berührungsängste zu ihren Geschlechtsgenossen haben. Außerdem haben wir ein umfangreiches Regelwerk, in dem ganz selbstverständliche Dinge wie Sauberkeit, Rücksichtnahme, Diskretion und Safer Sex bedeutend sind. Wichtig ist außerdem, dass immer darauf geachtet wird, dass die Wünsche der Damen erfüllt werden, und dass ein "Nein" auch wirklich nein bedeutet.
Was wären Ablehnungskriterien?
Unsauberkeit und proletenhaftes Auftreten zum Beispiel. Auch ein "einseitiges Frauenbild" wäre ein Hinderungsgrund. Das ist zwar selten, aber dennoch schon vorgekommen.
Wie viele Anfragen von Interessierten erhalten Sie monatlich?
Bevor über uns in den Medien berichtet wurde, hatten wir etwa 3 bis 5 Anfragen von Frauen. Direkt danach waren es etwa 200 bis 400. Mittlerweile sind es rund 30 bis 60. Die Anfragen der Herren sind nahezu konstant bei etwa 8 bis 23. Wir vergrößern uns also von Woche zu Woche.
Wie gestaltet sich ein „typischer“ Abend?
Es gibt kein festes Programm. Oft verhält es sich aber so, dass das Paar oder die Klientin sich mit mir oder einem unserer Organisatoren kurz vor der Party an der von uns angemieteten Hotelsuite oder Privatwohnung trifft. Man trinkt eine Kleinigkeit, „kommt an“ und gewöhnt sich an die Räume, die die Frauen vorher ausgesucht haben. Wenn schließlich die Herren erscheinen, bewegt sich das Ganze von selbst in eine prickelnde Richtung und alle landen auf der Spielwiese. Mit diversen Pausen kann das Ganze bis zu fünf Stunden dauern - je nach Wunsch der Dame und der Tagesform der zwischen 5 und 30 Herren.
Ihre Homepage ist sehr anonymisiert. Trifft das auch für den Abend zu – so wie im Film "Eyes Wide Shut"?
Dieses Szenario ist durchaus machbar. Aber wir treten im Normalfall ohne Masken auf. Und die Dame trifft die Auswahl der Männer ja bereits anhand deren Fotos.
Mir drängt sich der Gedanke von Männern in Socken auf. Gibt es einen Dress-Code?
Weiße Tennissocken sind selbstverständlich ein absolutes No-Go. Es gibt wohl keinen wirksameren Lustkiller, abgesehen vom viel zitierten "Schiesser Feinripp".
Wenn kein spezielles Outfit gewünscht wird, tragen wir ordentliche Freizeitkleidung, die wir sowieso nicht allzu lang anhaben. Und wenn wir die Schuhe ablegen, dann selbstverständlich gleich die Socken mit.
Nehmen Sie auch aktiv an den Veranstaltungen teil?
Wenn ich gefragt werde, pflege ich immer zu antworten: "Wenn Sie wünschen: ja." Da ich in gewisser Weise eine Verantwortung trage, bin ich stets anwesend. Ob ich selber mitmache, hängt von den Wünschen der Teilnehmerinnen ab und davon, ob ich in der Stimmung dazu bin.
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