"Lord Volture" aus Holland im interessanten Gespräch

Lord Volture im Interview 1 - Lord Volture
Lord Volture im Interview 1 - Lord Volture
David Marcelis und Frank Wintermans von der holländischen Power Metal-Band "Lord Volture" waren im Interview zwei überaus angenehme Zeitgenossen.

Natürlich dürfen in einem Interview auch die Texte einer Band nicht fehlen. David Marcelis von „Lord Volture“ weiht in die Inhalte seiner Lyrics ein, weiters beweisen er und sein Kollege Frank Wintermans im Assoziationsspiel Humor.

Wolfgang Weitzdörfer (WW): Erzählt mal ein bisschen über eure Texte – leider liegt mir kein Textblatt vor, so dass ich nur anhand der Titel über den Inhalt mutmaßen kann. Wer ist zum Beispiel der König in „I Am King“? Zählen die „Minutes To Madness“ auf ein bestimmtes Ereignis hinab oder auf den ganz persönlichen Wahnsinn? Was ist die „Necro Nation“? Allgemein gefragt – sind eure Texte eher in Fantasy bzw. Science Fiction-Topoi lokalisiert oder geht es euch um ganz konkrete, reale Geschichten?

David Marcelis (DM): Meine Texte sind meist von Büchern oder Filmen inspiriert, meist aus dem Science Fiction-Bereich. Aber ich sehe auch zu, dass ein gewisser Bestandteil Reflektionen von tatsächlichen Situationen aus dem täglichen Leben vorhanden ist. Ich habe es am liebsten, wenn ein Text auf den ersten Blick rein fiktiv wirkt und seine tiefere Bedeutung sich erst später zeigt. Nimm als Beispiel „The Wolf At Your Door“: beim ersten Hör meint man, es geht einfach nur um den Wolf, der auf der Jagd nach dir ist und dich als seine Beute fangen und töten wird. Allerdings ist der „Wolf“ nur eine Metapher für unheilbare Krankheiten wie etwa Krebs. Es gibt so viele, auch junge und gesunde Menschen, die wegen dieser Krankheiten oder anderen Unabwägbarkeiten wie etwa Verkehrsunfällen sterben müssen. Das ist einerseits tragisch, aber auf der anderen Seite auch ein faszinierendes Element unseres Daseins. Niemand ist sicher, keiner kann sich davor verstecken. Der König in „I Am King“ ist seiner Unberührbarkeit müde, seiner Heiligkeit, und dass er nicht einfach einer seiner Mitmenschen sein kann. So wie ich mich eben auch oft fühle, ehrlich (lacht) ... Nein, nur ein Spaß! „Minutes To Madness“ beschreibt den Moment, wenn der Druck – sei es von der Gesellschaft, der Familie oder auch der Arbeit – einfach zu groß wird, um ihn noch aushalten zu können. Es ist jener Augenblick, in dem man Angst hat, umzukippen. Nur noch ein Tropfen mehr und alles bricht über dir zusammen. Das ist der Moment, in dem du einsehen musst: das kann es nicht sein – „Nothing’s lost that can’t be found“, wie es im Text heißt. Das ist übrigens einer der wenigen Songs, die von einer realen Situation inspiriert wurden, in der sich ein mir sehr nahestehender Mensch befunden hat. Ach, und „Necro Nation“ (lacht) ... Das ist einfach nur eine witzige Geschichte über den Wächter des Hades, der es kotzeleid ist, dass die Unterwelt so heiß und staubig ist ... Er will viel lieber an die Strände Hawaiis – und damit ihm nur niemand auf die Pelle rückt, nimmt er eben 10000 untote Krieger mit. Sein Paradies ist die „Necro Nation“ – das Land, in dem die Toten herrschen ...

WW: Assoziationsspiel – was kommt euch bei den folgenden Begriffen spontan in den Sinn?

  • Tim „Ripper“ Owens

DM: Ein großartiger Sänger, der allerdings immer im Schatten von irgendjemand anderem steht ...

Frank Wintermans (FW): „Judas Priest“ – nicht sehr überraschend, was (lacht) ...?

  • Coffee Shops

DM: Neee ...

FW: Gras – auch nicht wirklich überraschend, zumindest nicht für einen Holländer (lacht) ...

  • Deutschland

DM: Das Land der echten Metal Warriors ...

FW: Schönes Land! Ich will immer noch endlich mal nach Berlin, das habe ich bislang noch nicht geschafft.

  • Tulpen

DM: Ich war doch tatsächlich noch auf keinem Tulpenfeld!

FW: Amsterdam, die Heimatstadt der holländischen Tulpen. Nicht, dass mich Tulpen allerdings wirklich interessieren würden ...

  • Der Teufel

DM: Cooler Typ, mit dem man ein Bierchen zischen kann.

FW: Ich stimme David zu (lacht) ... Hoffentlich mag er „Lord Volture“.

WW: Der iPod-Shuffle – nennt und kommentiert die ersten fünf Songs, die auf eurem iPod im Shuffle-Modus gespielt weden!

DM: „Wayne’s Metal Church“ – The Hammer Will Fall: Es ist eine Schande, dass Dave Wayne von uns gegangen ist. Der Wolf ist tragischerweise zu früh an seiner Tür gestanden. „Malice“ – Godz Of Thunder: Eine Definition von Heavy Metal. „Halford“ – „Hell’s Last Survivor“: Monotheismus ..., es kann nur einen Gott geben und ich weiß, wer das ist (lacht) ... „Whitesnake“ – Slide It In: David Coverdale kann es immer noch! „Primal Fear“ – Angel In Black: Die beste deutsche Band aller Zeiten!

FW: „Avishai Cohen Trio“ – Structures In Emotion: Einfach nur wow! Dieser Song hat alles ... „Textures“ – Transgression: Cooler Song von ihrem ersten Album „Polars“. Ziemlich aggressive Stoff, vor allem live! „Down” – Stone The Crow: Sehr coole Band, sehr cooler Song, großartiger Sänger! „Karnivool“ – Umbra: Großartige Band, großartige Vibes, einfach nur großartig! „Brad Mehldau“ – The Falcon Will Fly Again: Das ist Musik, wie sie sein soll. Man höre nur den Spaß, den sie am Ende des Songs haben! Großartig!

WW: Letzte Frage – was möchtet ihr mit „Lord Volture“

a) realistisch und

b) in euren Träumen erreichen? Was sind eure Ziele?

FW: Wir wollen mit „Lord Volture“ um die Welt reisen und mit unserer Musik die Menschen beeinflussen. Das ist ein Traum, den wir aber umsetzen möchten. Und wenn du glaubt, ihn nicht realisieren zu können – warum träumst du dann überhaupt davon?! Deshalb denke ich, dass wir immer versuchen müssen, unsere Träume zu erfüllen und uns dabei nicht von dem Gedanken stoppen lassen, dass es unmöglich ist!

DM: Yeah, da stimme ich dir zu, Frank (lacht) ...

WW: Vielen Dank für das Interview!

Interview: Über die Bandgeschichte von "Lord Volture".

Interview: Über Einflüsse - "Lord Volture" aus Holland.

Interview: Über Höhepunkte und Tiefschläge bei "Lord Volture".

Review: "Never Cry Wolf" von "Lord Volture".

Wolfgang Weitzdörfer, Fotostudio Sabine Winkler

Wolfgang Weitzdörfer - Werdegang Abitur 1996Ausbildung zum Heilerziehungspfleger 1998-2001Berufstätigkeit 2001-20082008 - 2011: Studium BA ...

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