L'Oreal-Werbung: Julia Roberts und Christy Turlington zu schön?

Am 27. Juli 2011 wurde bekannt, dass der Kosmetikkonzern L'Oreal seine Werbekampagne mit Julia Roberts und Christy Turlington stoppt.

Für seine Werbung muss sich der weltweit größte Kosmetikkonzern L'Oreal wohl etwas Neues einfallen lassen. Die bereits fertigen Werbekampagnen mit Hollywoodschauspielerin Julia Roberts und Model Christy Turlington werden nämlich eingestampft. Der Grund: Die britische Behörde "Advertising Standards Authority" (ASA) hatte die aufwändig produzierten Aufnahmen der beiden Ladys als "irreführend" und "übertrieben" kritisiert. Wie die britischen Medien am 27. Juli 2011 berichteten, waren die Fotos stark retuschiert und "aufgehübscht" worden. Weitere Einzelheiten lesen Sie in diesem Artikel.

Die Fotos wurden digital retuschiert und wirkten (zu) makellos

Bei der "ASA" handelt es sich um eine britische Behörde zur Überwachung von Werbung. Diese reagierte laut einem Bericht des "Guardian" auf die Beschwerde der Abgeordneten Jo Swinson, die die von L'Oreal angefertigten Werbefotos von Julia Roberts und Christy Turlington als zu stark retuschiert und deshalb irreführend bezeichnet hatte. Dabei ging es um zwei Werbekampagnen für Magazine. Die prominenten Ladys sollten darin für Make up der L'Oreal-Marke Lancome sowie für eine Anti-Aging-Creme von Maybelline werben. Der Kosmetikkonzern räumte ein, dass die Fotos digital retuschiert worden waren. Auf dem Foto der 42-jährigen Turlington wurden zum Beispiel die Augenringe abgeschwächt und die Augenbrauen dunkler gezeichnet. Der Konzern beharrte jedoch darauf, dass das Foto sehr wohl Zeichen von Hautalterung wie Krähenfüße zeige.

Auf dem nun eingestampften Werbefoto ist das Gesicht des früheren Supermodels in Nahaufnahme zu sehen. Bis auf winzige Linien unter den Augen zeigt es keinerlei Zeichen, die darauf hindeuten, dass es sich bei dem Model um eine inzwischen 42-jährige Frau handelt. Dank der digitalen Fotobearbeitung wirkt das Gesicht makellos und lässt keine Assoziationen an eine Frau in ihren vierziger Jahren aufkommen. Als unvoreingenommener Betrachter denkt man, das Gesicht eines zwanzigjährigen Models mit makelloser Haut und perfektem Äußeren zu sehen.

Retuschierte Werbefotos werden eingestampft: ein Signal an die Werbewirtschaft?

Julia Roberts war immer schon eine "Pretty Woman". Aber auch bei ihr wurde mit digitalen Mitteln nachgeholfen, um ihr ein perfektes Äußeres zu verpassen. Die 43-jährige amerikanische Schauspielerin ist Mutter von drei Kindern und legt nach eigenen Angaben großen Wert auf ein natürliches Aussehen. Davon kann bei dem von L'Oreal angefertigten Werbefoto allerdings keine Rede sein. Dieses wurde so stark retuschiert, dass Roberts wie die zwanzig Jahre jüngere Ausgabe ihrer selbst wirkt. Ähnlich wie bei Turlington lässt ihr makelloses Gesicht keinerlei Altersanzeichen erkennen.

Nach der Beschwerde stellte L'Oreal der "ASA" zwar die fertigen Fotos von Roberts und Turlington zur Verfügung. Die unretuschierten Originalbilder gab der Kosmetikkonzern jedoch nicht frei. Er begründete das mit Vertragsbedingungen. Die beschwerdeführende Abgeordnete Jo Swinson zeigte sich daraufhin empört, dass nicht einmal der Behörde Einblick in die Originalfotos gewährt werde. Sie bekräftigte, dass natürlich schöne Frauen wie Roberts und Turlington keine digitale Retusche benötigten, auch wenn Airbrushing und digital manipulierte Fotos inzwischen die Norm seien. Dass der Kosmetikkonzern seine aufwändig produzierten und retuschierten Werbefotos nun einstampfen muss, bezeichnete Swinson als großen Erfolg und klare Botschaft an die Werbung.

Quellen: orf.at, sueddeutsche.de

Die Autorin in Portugal, C.v.Gerstenberg

Dr. Claudia von Gerstenberg - | Dr. phil. | mit den Schwerpunkten Essen & Trinken: bedeutet für mich Genuss, Lebensfreude und Sinnlichkeit. Deshalb bin ich ...

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