Louis de Funès – der erfolgreichste Komiker Frankreichs

Schelmisch, hektisch und cholerisch. So kennen die Zuschauer Louis de Funès in seinen Rollen. Aber wer war Louis de Funès wirklich?

Louis de Funès war in den 60er und 70er Jahren der populärste Schauspieler Europas. Mit Sprüchen, cholerischen Anfällen und mit seinem übertriebenen Minenspiel sorgte er für Bewegungen der Lachmuskulatur. Er verkörperte in seinen Rollen den spießigen Kleinbürger, der vor seinen Vorgesetzten kuscht, aber seine Untergebenen tyrannisiert. Das wirkte zumeist grotesk und völlig überzogen, trotzdem hatte es einen gewissen Charme und wirkte auf skurrile Weise realistisch. Beim Publikum jedenfalls kam Louis de Funès damit an.

Louis de Funès – sein Leben als Kind und junger Erwachsener

Louis de Funès erblickte am 31. Juli 1914 als Louis Germain David de Funès de Galarza in Courbevoie, Frankreich, das Licht der Welt. Sein Vater Carlos Luis de Funès war Rechtsanwalt und seine Mutter Léonor Soto Reguera zog Louis und seine zwei Geschwister groß. Sein Vater durfte in Frankreich als Rechtsanwalt nicht arbeiten, so verdiente er sein Geld als Diamantenhändler. Als Louis fünf Jahre alt war, brachte ihm seine Mutter das Klavierspielen bei. Das Temperament, die vielen Wutausbrüche und das Talent Grimassen zu schneiden hatte Louis de Funès von seiner Mutter geerbt.

1930 setzte sich Louis in den Kopf, Kürschner zu werden. Er nahm die Berufsschule auf, wurde aber schon nach zwei Jahren der Schule verwiesen, weil er einen Kanarienvogel getötet hatte. 1932 versuchte er sich als Fotograf, wurde allerdings nach kurzer Zeit von den Kursen ausgeschlossen, nachdem er einen Streich mit Knallfröschen anzettelte. Der nächste Versuch, einen Beruf zu erlernen, erfolgte 1933. Louis nahm eine Stelle als Industriezeichner an. Er war zwar begabt, aber sein Chef stellte hohe Anforderungen, die Louis nicht erfüllen konnte. Letztendlich kündigte er diesen Job und tingelte als Automobilhändler, Schaufensterdekorateur und Buchhaltungsgehilfe. Aber zufrieden und erfolgreich wurde er in keinem seiner Jobs. Erst als er in den 40er Jahren sein Talent und seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte, ging es im Leben von Louis de Funès aufwärts.

Louis de Funès - sein Leben bis zu seinem Tod 1983

1967 kaufte er das Schloss Clermont bei Le Cellier an der Loire, 27 km von Nantes entfernt. Er zog mit seiner Familie dorthin und wurde Mitglied der „Gartenfreunde des Königs“. Intensiv widmete sich Louis seiner Rosenzucht und setzte sich für den Schutz der Natur ein und achtete darauf, dass die Tiere auf seiner Länderei nicht gejagt wurden. Einige Jahre später wurde eine orangefarbene Rose nach ihm benannt, die „Rose de Louis de Funès“. 1973 wurde er von seinem Freund Gérard Oury zum „Ritter der Ehrenlegion“ ernannt.

Nach zwei Herzinfarkten fühlte sich Louis zu krank und schwach, um weitere Filme zu drehen. Erst der Produzent Christian Fechner sorgte dafür, dass Louis de Funès wieder Freude und Lebensmut bekam. Mit ihm drehte er den Film „L'aile ou la cuisse“. In diesem Film hatte Louis de Funès das erste Mal eine ruhige Rolle. Keine Wutanfälle und hektische Aktionen – hier setzte er erfolgreich seine einzigartige Gestik und sein Mienenspiel ein. Im Januar 1983 bekam Louis eine Erkältung. Er versuchte sich so weit es ging zu schonen, aber Louis de Funès bekam seinen 3. Herzinfarkt und verstarb am 27. Januar 1983. Seine letzte Ruhestätte fand Louis de Funès in der Familiengruft seiner Frau in Allonnes, Dep. Maine-et-Loire.

Louis de Funès – der Beginn seiner Schauspielkarriere

1942 schrieb sich Louis de Funès in der Schauspielschule von René Simon ein und bestand die Aufnahmeprüfung mit einer Szene aus dem Stück „Scapins Schelmenstreiche“ von Molière. Bis 1952 hielt sich Louis mit kleineren Theater- und Filmrollen und mit Klavierspielen abends in Bars über Wasser. Dann kam der erste große Erfolg, nachdem Robert Dhéry ihn für das Theaterstück „Ah! le belles bacchantes“ engagierte. Ein Jahr später wurde das Theaterstück verfilmt und zwischen Louis de Funès und Robert Dhéry entstand eine enge Freundschaft. Bis Ende der 50er Jahre verbuchte Louis de Funès große Erfolge auf den Theaterbühnen, aber erst mit dem Theaterstück „Oscar“ kam der endgültige Durchbruch.

Louis de Funès – sein Durchbruch mit dem Film „Pouic Pouic“

Der privat eher schweigsame und stille Louis de Funès schaffte den Durchbruch in seiner Filmkarriere 1963 mit „Pouic Pouic“ (deutscher Titel: „Quietsch, quietsch, wer bohrt denn da nach Öl“). Das war auch der Beginn einer langen und engen Zusammenarbeit mit Regisseur Jean Girault. Seinen Charakterstil des cholerischen, hektischen und jähzornigen Kleinbürgers, der Untergebene tyrannisiert und vor Autoritäten buckelt und kuscht, hatte er damit gefunden. Von diesem Zeitpunkt an ging es für Louis de Funès mit der Filmkarriere rasant bergauf.

Es folgten die „Fantomas“-Filmreihen und Gendarm-Filme. Im ersten „Fantomas“-Film hatte Louis de Funès als Kommissar Juve nur eine Nebenrolle, denn die Hauptrolle und Star in diesem Film war Jean Marais. Aber es entwickelte sich anders und so wurde Kommissarrrr Juve zum Hauptakteur und Zugpferd der weiteren „Fantomas“-Filme. 1967 bekam Louis de Funès die Auszeichnung „Prix Georges-Courteline“ für besonderen Filmhumor. Louis de Funès war mit sieben seiner Filme auf Platz 1 der meistbesuchten Filme und bleibt damit bis heute der größte und erfolgreichste Komiker Frankreichs.

Louis de Funès – seine erfolgreichsten Filme

  • 1964 Fantomas (Regie: André Hunebelle)
  • 1964 Der Gendarm von St. Tropez (Regie: Jean Girault)
  • 1964 Balduin, der Geldschrankknacker (Regie: Jean Girault)
  • 1965 Der Gendarm vom Broadway (Regie: Jean Girault)
  • 1965 Fantomas gegen Interpol (Regie: André Hunebelle)
  • 1967 Oscar (Regie: Edouard Molinaro)
  • 1967 Balduin, der Ferienschreck (Regie: Jean Girault)
  • 1967 Balduin, der Trockenschwimmer (Regie: Robert Dhéry)
  • 1967 Fantomas bedroht die Welt (Regie: André Hunebelle)
  • 1968 Balduin, das Nachtgespenst (Regie: Denys de La Patèlliere)
  • 1968 Balduin, der Heiratsmuffel (Regie: Jean Girault)
  • 1969 Louis taut auf (Regie: Edouard Molinaro)
  • 1970 Balduin der Schrecken von St. Tropez (Regie: Jean Girault)
  • 1970 Alles tanzt nach meiner Pfeife (Regie: Serge Korber)
  • 1971 Balduin, der Sonntagsfahrer (Regie: Serge Korber)
  • 1973 Die Abenteuer des Rabbi Jacob (Regie: Gérard Oury)
  • 1976 Brust oder Keule (Regie: Claude Zidi)
  • 1978 Der Querkopf (Regie: Claude Zidi)
  • 1979 Louis' unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen (Regie: Jean Girault)
Bettina Eichhorst, Bettina Eichhorst

Bettina Eichhorst - Ich wurde 1962 in Berlin im Sternzeichen des Wassermanns geboren. Als gelernte Bürokauffrau bewegte ich mich mehr als 28 Jahren in ...

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