
- Duisburgs OB Adolf Sauerland bat um Verzeihung - xtranews.de
Im Rahmen der Ermittlungen rund um schreckliche Katastrophe auf der Loveparade 2010, bei der 21 Menschen ihr Leben ließen und über 500 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, gab die Duisburger Staatsanwaltschaft bekannt, dass die Loveparade in dem Rahmen, in dem sie stattfand, nicht hätte stattfinden dürfen. In einem internen Bericht der Staatsanwaltschaft Duisburg an die vorgesetzten Behörden vom Januar 2011 heißt es wörtlich: „Die Erteilung der Genehmigung erfolgte rechtswidrig." Dies berichtete die "Rheinische Post" vom 11. Juli 2011 und der für die Ermittlungen zuständige Staatsanwalt Rolf Haferkamp hat diese Meldung gegenüber dem "Kölner Express" bestätigt.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen 16 Personen
Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen 16 Personen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Unter den Beschuldigten finden sich elf Mitarbeiter der Stadt Duisburg. Aus dem Bericht der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass sie das Veranstaltungskonzept im Vorfeld der Loveparade trotz bekannter Mängel nicht kritisch genug geprüft hätten. Staatsanwalt Haferkampf gab weiterhin bekannt, dass ebenfalls gegen einen leitenden Polizeibeamten ermittelt wird, aufgrund dessen Verhaltens am "Schwarzen Samstag" von Duisburg vom 24. Juli 2010. Insgesamt müssen die Ermittler eine Unmenge von Daten überprüfen und auswerten, dazu werden über 3.000 Zeugen vornehmen, so dass die Ermittlungen wohl noch einige Monate Zeit in Anspruch nehmen werden. Staatsanwalt Haferkamp erklärte, dass erst nach dem Abschluss dieser Ermittlungen über eine mögliche Klageerhebung entschieden wird und entschieden werden kann.
Duisburger Oberbürgermeister Sauerland bat um Verzeihung
Indes hat sich der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) im Duisburger Stadtrat an die Öffentlichkeit gewandt. In einer Erklärung in der Stadtratssitzung der Stadt Duisburg am 11. Juli 2011 sagte Sauerland: „Als Oberbürgermeister dieser Stadt trage ich moralische Verantwortung für dieses Ereignis. Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, mich an dieser Stelle bei allen Hinterbliebenen und Geschädigten zu entschuldigen." Anschließend bat er die Stadtratsmitglieder um eine Schweigeminute in Gedenken an die Todesopfer der Loveparade 2010. Im Rahmen seiner Erklärung verwies Adolf Sauerland auf die Unschuldsvermutung, die auch in den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Duisburger Rathausmitarbeiter, welche die Loveparade 2010 letztendlich genehmigt hatten, gelte.
Die Geschädigten und Angehörigen der Todesopfer von Duisburg erhalten eine Entschädigung
Wie der "Kölner Express" berichtete, schlossen die Stadt Duisburg und der Versicherungskonzern AXA am 08. Juli 2011 eine Vereinbarung für die Entschädigung der Opfer der Loveparade vom 24. Juli 2010. Wie beide Seiten ausdrücklich betonten, erfolgte diese Vereinbarung ohne jegliche Anerkennung einer Rechtspflicht. Es gehe vielmehr um die Verantwortung den Verletzten und den Angehörigen der 21 Todesopfer gegenüber. Ein Sprecher der Stadt Duisburg gab an, dass diese Vereinbarung eine Fortsetzung der Soforthilfe darstelle, die unmittelbar nach dem 24. Juli 2010 eingerichtet wurde. Die AXA, der Veranstalter der Loveparade und die Verwaltung der Stadt Duisburg hatten insgesamt 1,5 Millionen Euro in einen Fonds für die Betroffenen eingezahlt. Durch diese Vereinbarung solle die Entschädigung aller Betroffenen geregelt werden. Personen, die ihren erlittenen Schaden bei der AXA angezeigt haben, werden in den nächsten Tagen von dem Versicherungskonzern angeschrieben. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland im "Kölner Express" vom 09. Juli 2011: „Wir wollen jede weitere Belastung vermeiden und es ist daher unser gemeinsames Ziel, jeden der Höhe nach begründeten Schadenersatzanspruch nunmehr abschließend und zügig zu regulieren."
Quellen: "Kölner Express" vom 09. Juli 2011, "Rheinische Post" vom 11. Juli 2011
