Low Responder

Wenn Hormonbehandlungen nicht anschlagen

Ein Spermium befruchtet eine Eizelle - wiki commons
Ein Spermium befruchtet eine Eizelle - wiki commons
Oft werden bei Unfruchtbarkeit Hormongaben verabreicht. Doch manchmal helfen auch die nicht.

Low Response heißt übersetzt soviel wie „niedrige Antwort“ und damit wird auch schon recht deutlich gesagt, was man unter einer sogenannten „Low Responderin“ versteht, nämlich eine Frau, die nur sehr schlecht auf eine hormonelle Stimulation reagiert. Das kann zum einen an einem frühzeitigen Übergang in die Wechseljahre liegen, zum anderen sind auch immer wieder Probleme immunologischer Natur in der Diskussion. Aber auch zu kurze Abstände zwischen unterschiedlichen Hormontherapien können kurzzeitig die Reaktionsstärke deutlich herabsetzen. Wenn eine Frau trotz hochdosierter Hormone weniger als drei bis vier Follikel ausbildet, kann man von einer „Low Responderin“ sprechen.

Möglichkeiten der Diagnose

Da sich aus der Reaktion auf eine hormonelle Stimulation schon recht gut ablesen lässt, wie eine Frau auf die Medikation reagiert, ist keine konkrete Diagnostizierung nötig. Lediglich im Vorfeld einer geplanten Hormontherapie wäre es wichtig, zu wissen, wie die Frau auf die Medikation reagiert. Dafür stehen inzwischen vier verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Ein Ultraschall macht sichtbar, wieviele Follikel sich jeweils heranbilden. Sind nur sehr wenige Follikel sichtbar, kann das ein Hinweis auf Low Responder sein.
  • Der FSH-Wert (FSH ist ein Hormon, welches in der Hirnanhangdrüse gebildet wird) kann ebenfalls Aufschluss darüber geben, ob eine Frau eventuell Low Responder ist. Denn bei nachlassender Eierstockfunktion steigt der FSH-Wert an.
  • Der Insulinelike Growth Factor beeinflusst die Reifung von Follikeln und ist geringer in der Follikelflüssigkeit von Frauen konzentriert, die weniger auf Hormonbehandlungen ansprechen.
  • Inhibin B ist ein Protein welches in den weiblichen Follikeln gebildet wird. Inzwischen weiß man, dass ein Zusammenhang zwischen der Reaktion der Eierstöcke und dem Inhibin B-Spiegel besteht aus dem sich auf die Reaktion einer Frau auf Hormongaben schließen lässt.

Behandlung

Eine konkrete Therapie, also eine Musterheilung, für Low Response gibt es nicht, weil zum einen die Ursachen nur schwer greifbar sind und zum anderen jede Frau anders auf Hormone reagiert. Diese Reaktionsfähigkeit lässt sich nur schwer beeinflussen. Daher kümmert man sich bei Low-Responder-Frauen in erster Linie darum, das was an befruchtungsfähigen Eiern da ist, wenigstens optimal zu nutzen. Daher kann eine Steigerung der Hormongaben zunächst genau den gegenteiligen Effekt haben: durch die externen Hormone werden die eigenen Hormone unterdrückt und ein Ansprechen ist überhaupt nicht mehr möglich. Daher muss die Hormongabe sehr speziell an die Frau und den jeweiligen Reaktionsstatus angepasst werden, es ist also für die Betroffenen am sinnvollsten, einen individuellen Therapieplan aufzustellen. Zusätzlich kann mit der Gabe von Clomifen ein weiterer, stimulierender Effekt ausgelöst werden und eine Vorbehandlung mit natürlichen Östrogenen kann die Reaktionsfähigkeit der Eierstöcke ebenfalls verbessern.

Julia Hoffmann - - seit 2004 freie Journalistin - zuhause in den Themen IT, Lokales, Familienpolitik, Kultur und exklusiv für Suite101 im ...

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