
- Beethoven Denkmal Bonner Münsterplatz - Mieth
Seit mehr als 200 Jahren reisen Besucher aus aller Herren Länder nach Bonn am Rhein. Dort beginnt eines der beeindruckendsten Flusstäler Deutschlands. Und mit dem Siebengebirge und seinen dicht bewaldeten Hügel entlang des Stroms warten Burgen, Schlösser und deren zahlreiche Mythen und Sagen auf. Mark Twain, Casanova oder William Turner - keiner konnte sich der faszinierenden Landschaft und den Orten am Rhein entziehen. Goethe war da, Beethoven musste nicht anreisen, der weltbekannte Komponist wurde im Jahr 1770 in Bonn am Rhein geboren. Im Beethovenhaus in der Bonngasse 20, einem Bürgerhauses aus dem 18. Jahrhundert, kam Ludwig von Beethoven zur Welt. Im Hof seines Geburtshauses findet der Besucher noch die Wasserpumpe und den alten Garten.
Heute beheimatet das historische Geburtshaus die weltweit umfangreichste Sammlung. Gemälde und Portraits, Autographen und Erstdrucke bedeutender Werke, den Flügel des Komponisten, den er zuletzt in Wien besaß, seine Streichquartettinstrumente, auch Höhrrohre, die extra für ihn angefertigt wurden, um Abhilfe gegen die zunehmende Ertaubung zu schaffen. Über 1.000 Originalhandschriften, Briefen an Beethoven und von ihm an andere, Utensilien des täglichen Alltags und das Geburtszimmer des großen Komponisten können Besucher betreten und nebenan das "digitale, interaktive Beethovenhaus" kennen lernen.
Digitaler Rundgang - Werke des großen Komponisten im digitalen Beethovenhaus
Im Nachbarhaus seines Geburtshauses "Im Mohren", können Besucher auf zwei Etagen in digitalen Klangwelten das Leben Beethovens erfahren. Im mittelalterlichen Kellergewölbe befindet sich die modernste Technik, um das Hörerlebnis aus ausgewählten Kompositionen Beethovens - Ausschnitte aus der Oper Fidelio und die Bagatelle Opus 126 Nummer 4 für Klavier erlebbar zu machen. Zu sehen ist die Welt des Ludwig van Beethoven in 3D-Grafik im weltweit einmaligen Forum der neuen Medien. In über 150 authentischen Dokumenten und Objekten kann der Besucher in den Ausstellungsräumen auf Entdeckungstour gehen. Lesungen seiner Briefe per Knopfdruck in der digitalen Welt runden den Hörgenuss ab. Im Jahr 1801 schrieb Beethoven in Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend an den Freund Franz Gerhard Wegeler: "Mein Vaterland, die schöne Gegend, in der ich das Licht der Welt erblickte, ist mir noch immer so schön und deutlich vor Augen, da ich euch verließ, kurz, ich werde diese Zeit als eine der glücklichsten meines Lebens betrachten, wo ich euch wiedersehen und unseren Vater Rhein begrüßen kann."
Die Beehovenhalle in Bonn am Rhein ist Kulturgut aus der jungen Bundesrepublik
Kommt der Besucher mit der Trambahn Nummer 16 über den Rhein nach Bonn, wird er am Ufer eines Wahrzeichens der Stadt gewahr. Die Beethovenhalle ist eines der bedeutendsten Bauwerke der jungen Bundesrepublik. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg begannen 1950 die ersten Aktivitäten zum Wiederaufbau der Konzerthalle. Der neue Bau konnte unter Leitung von Siegfried Wolske im Jahr 1959 fertiggestellt werden. Wichtigste Aufgabe der Beethovenhalle ist die Pflege der Musik Ludwig van Beethovens und bis heute ist die Halle „Heimat“ des Beethoven-Orchesters -Bonn. Eröffnungs- und Schlusskonzerte des Beethovenfestes, das im September stattfinden wird, werden wieder im Konzerthaus für klassische Musik gegeben.
Schon heute steht der Bau unter Denkmalschutz, wurde dementsprechend in den Jahren ab 1996 für 20 Millionen Mark modernisiert. Angedacht ist, die in den 1950er Jahren entstandene Beethovenhalle und das gesamte Areal unter Denkmalschutz zu stellen wie schon die Schlösser Brühls und den Schlossgarten. Die Beethovenhalle reiht sich bundesweit in die Gruppe von Konzertbauten der Nachkriegszeit ein, wie zum Beispiel die Berliner Philharmonie vom Baumeister Hans Scharoun und die Stuttgarter Liederhalle. Liederhallen wie die Bonner Beethovenhalle sind führenden Konzerthäuser und geben Raum für die großen Komponisten der Welt.
Quellen: Beethovenhaus Bonn und Katja Heydegger - ProBeethovenhalle e.V.
