
- Körpersprache - Public Domain
Sätze sind nicht leicht als Lügen zu entlarven, weil man sie problemlos einüben kann. Die verlässlichsten Hinweise auf eine Lüge sind die unbewussten Gesten, weil der Lügner sie kaum oder gar nicht kontrollieren kann. Solche Reaktionen laufen fast immer während der Äußerung einer Lüge ab, weil sie emotional die wichtigsten Anliegen des Lügners sind.
Die acht häufigsten Lügen-Signale
Hand vor dem Mund
Die Hand bedeckt den Mund. Das Gehirn gibt unterbewusst den Befehl, die täuschenden Worte zu unterdrücken. Manchmal umfasst diese Geste nur einige Finger über dem Mund oder sogar eine geschlossene Faust, die Bedeutung jedoch bleibt dieselbe. Manche Menschen versuchen diese Bewegung durch ein vorgetäuschtes Husten zu tarnen.
Nasenreiben
Man reibt ein paarmal leicht die Unterseite der Nase oder berührt sie schnell, fast nicht wahrnehmbar. Frauen machen diese Geste mit kleineren Bewegungen als Männer, vielleicht weil sie ihr Make-up nicht verschmieren wollen. Wichtig dabei ist, dass dieser Verhaltenstyp im Zusammenhang des gesamten Gestenkomplexes und im Kontext gelesen werden muss. Der Nasenreiber könnte auch Hauschnupfen oder eine Erkältung haben.
Nasenjucken
Das Jucken einer Nase lasst sich normalerweise durch ein bewusste Reiben oder Kratzen abstellen, das anders aussieht als das leichte Streichen des Nasenreibens. Wie das Mund-Bedecken kann auch das Nasenreiben vom Sprecher eingesetzt werden, um eine Täuschungsversuch zu verbergen, oder auch vom Zuhörer, der an den Worten des Sprechers zweifelt. Ein Jucken ist üblicherweise eine isolierte, sich wiederholende Geste. Das Verhalten passt nicht zur Situation oder hat keinen Zusammenhang mit dem Gespräch.
Augenreiben
Wenn ein Kind etwas nicht sehen will, bedeckt es die Augen mit einer Hand oder mit beiden Händen. Wenn ein Erwachsener etwas Abscheuliches nicht sehen will, dann tritt oft das Augenreiben auf. Das Augenreiben ist der Versuch des Gehirns, Täuschung, Zweifel oder Abscheuliches, das es wahrnimmt, fern zu halten, oder den Blick in das Gesicht der Person, die belogen wird, zu vermeiden.
Hand ans Ohr
Dies ist die erwachsenen Version des „Hände über beide Ohren legens“ beim Kind, das die Schelte seiner Eltern nicht hören will. Andere Variationen des Griffs ans Ohr sind etwa ein Reiben hinter dem Ohr, das Fingerbohren, das Zupfen am Ohrläppchen oder das Vorbiegen der Ohrmuschel über den Gehörgang. Der Griff ans Ohr kann auch ein Signal dafür sein, dass jemand genug gehört hat oder gern selbst sprechen möchte. Wie die Berührung der Nase wird auch der Griff ans Ohr oft von ängstlichen Menschen verwendet.
Halskratzen
Der Zeigefinger kratzt an der Seite des Halses unterhalb des Ohrläppchens. Diese Geste ist ein Signal für Zweifel oder Unsicherheit und typisch für jemanden, der sagen will „Ich bin mir nicht sicher, ob ich da zustimmen kann.“ Sehr auffällig ist es, wenn die verbale Sprache andere, dem widersprechende Botschaften übermittelt, wenn zum Beispiel jemand sagt „Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst“, das Kratzen am Hals aber anzeigt, dass er das ganz und gar nicht kann.
Kragenzupfen
Lügen löst ein Kribbeln der empfindlichen Gesichts- und Halshaut aus, das den Lügner zum Reiben oder Kratzen veranlasst. Der aufgrund der Täuschung steigend Blutdruck lässt Schweiß am Hals entstehen, wenn der Täuschende den Eindruck hat, dass sein Gesprächspartner ihm misstraut. Die Geste ist auch zu sehen, wenn jemand wütend oder enttäuscht ist und den Kragen etwas vom Hals wegziehen will, damit kühlende Luft zirkulieren kann.
Finger im Mund
Dies ist ein unbewusster Versuch des Menschen, wieder die Sicherheit eines Kindes zu erlangen, das an der Brust der Mutter trinkt. Die Geste tritt dann auf, wenn jemand sich unter Druck gesetzt fühlt. Ein kleines Kind nimmt den Daumen oder ein Tuch als Ersatz für die Brust, und als Erwachsener steckt man sich die Finger in den Mund, saugt an Zigaretten, Pfeifen, Stiften oder Brillenbügeln oder mampft hektisch Kaugummi. Die Finger im Mund Geste ist ein äußeres Zeichen für ein inneres Bedürfnis nach Bestätigung, und so ist es sinnvoll, der Person ein paar gute, tröstliche Worte zu geben.
