Luis Figo im Porträt

Portugiesischer Fußballstar mit Ecken und Kanten

Der Name Figo lässt Fanherzen höher und Frauenherzen schneller schlagen. Kein Wunder bei diesem charismatischen Fußballstar, der an seinem Karriereende angelangt ist.

Luis Figo ist wohl einer der bekanntesten Namen in der Welt des Fußballs. Kaum ein Spieler hat mehr Preise gewonnen als er und ist stellvertretend für eine ganze Generation zum Nationalhelden geworden, selbst wenn die großen Erfolge für seine Heimat Portugal ausblieben. Dafür sammelte Figo während seiner Karriere Pokale und Auszeichnungen wie sonst nur Zidane und der brasilianische Fußballer Ronaldo. Seine Übersteiger machten den damaligen Hoffnungsträger Portugals auf der ganzen Welt bekannt und lockten auch Vereine wie den FC Barcelona an.

1995 wechselte der Kapitän von Sporting Lissabon zu den Katalanen und erreichte dort in den nächsten fünf Jahren Kultstatus. Auch heute noch ist sein Name im Nou Camp zu hören, allerdings in einem weniger positiven Zusammenhang. 2000, nachdem Figo 172 mal für Barca auflief und dabei 30 Tore erzielte, verließ er den Verein, um sein Glück ausgerechnet beim größten Rivalen Real Madrid zu suchen. Mit 60 Millionen Euro Ablösesumme war Figo zu diesem Zeitpunkt der teuerste Spieler aller Zeiten und wurde kurz darauf von Zidane abgelöst, der ebenfalls zu Madrid wechselte.

Als Judas beschimpft, als Held verehrt

Die wenigen Erfolge, die er mit seinem alten Verein noch nicht erreicht hatte, gelangen ihm dann im königlichen Weiß der Madrilenen. Allerdings brachte ihm der Wechsel vor allem den Hass der Barcelona-Anhänger ein, die ihn auch heute noch als Verräter beschimpfen. Der Gipfel des Hasses wurde mit dem berühmten Wurf eines Schweinskopfes beim Derby zwischen Barcelona und Madrid erreicht. Das Spiel musste unterbrochen werden, weil neben dem abgetrennten Tierkopf auch noch Flaschen, Stöcke und Feuerzeuge geflogen kamen.

Figo, der schon immer den Ruf hatte, einer der melancholischen Spieler zu sein, ließ sich auf dem Platz nichts anmerken und spielte das Match zu Ende.

Aber seine Zeit bei Madrid war nicht nur von Erfolgen geprägt. Gegen Ende bettelte Europas Fußballer des Jahres 2000 und Weltfußballer 2001 geradezu um einen Stammplatz in der Riege der Galaktischen um Zidane, Ronaldo, Beckham und Casillas. Ohne Erfolg. Im Sommer 2005 unterschrieb er einen Vertrag beim Italienischen Kultverein Inter Mailand und wechselte mit sofortiger Wirkung.

Die charismatische Nummer 7 ist zurück

Seine geliebte Nummer 7 wieder auf dem Rücken, die er bei Madrid gegen die 10 hatte eintauschen müssen, bekam er das so sehnlich erwünschte, einen Stammplatz. Schon in seiner ersten Saison wurde Figo mit seinem neuen Verein Meister, ebenso in der folgenden. Als sein Vertrag 2007 auslief und er Inter eigentlich verlassen wollte, überredete ihn der Präsident Massimo Moratti zu einer weiteren Saison, der er gerade als seine potentiell letzte auf dem internationalen Parkett beenden will.

Ein Spieler wie Figo kann aber, wie es scheint, nie wirklich loslassen. Das Angebot für eine weitere Saison soll stehen. Vielleicht kommt man also noch ein weiteres Jahr in den Genuss, einen der begnadetsten Fußballer seiner Generation spielen zu sehen.

Adriana Popescu, Autorin, Adriana Popescu

Adriana Popescu - Adriana Popescu Geboren 1980 in München Autorin, Continuity, vor allem aber Geschichtenerzählerin, so lässt es sich ...

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