Das Wetter mit seinen unvorhersehbaren und nur wenig zu beeinflussenden Geschehnissen hat die Menschen von jeher interessiert. Das trifft nicht nur für Landwirte, Förster, Jäger und Hobbygärtner, sondern auch für sehr viele andere Menschen zu.

Der Wetterbericht: der beliebteste Teil der TV-Nachrichten

Bei den Nachrichten dürfte der Wetterbericht zu den beliebtesten und meistgesehenen Rubriken gehören. Schließlich möchte (fast) jeder wissen, wie das Wetter in der nächsten Zeit wird. Die einen planen Ausflüge, Wanderungen oder Gartenfeste, die anderen wollen sich vor Antritt ihres Urlaubs vergewissern, mit welchem Wetter man in Italien, Spanien oder Griechenland rechnen muss. Auch für Berufspendler und Geschäftsleute ist das Wettergeschehen von Bedeutung, hat es doch enormen Einfluss darauf, ob man bei Eis, Schnee, Sturm oder Glätte sein Reiseziel rechtzeitig bzw. überhaupt erreicht. Nachdem der Winter in Europa in den letzten Jahren zunehmend länger, kälter und niederschlagsreicher als üblich ausgefallen ist, werden die Wetterprognosen der Meteorologen aller Voraussicht nach weiter an Bedeutung gewinnen.

Modernste Wettersatelliten, die Tag und Nacht über unseren Köpfen kreisen und ständig aktuelle Daten übermitteln, können das Wetter mit einiger Verlässlichkeit zwar für einige Tage, aber nicht für einen längeren Zeitraum vorhersagen. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich die Menschen immer schon auf überlieferte Wetterregeln wie den Hundertjährigen Kalender verlassen haben.

Alte Bauernkalender und neu erfundene Wettersprüche

Auch alte Bauernkalender werden bis heute gern zur Wettervorhersage herangezogen. Dabei wurden nicht wenige Bauerregeln nach dem Motto „Hauptsache, es reimt sich!“ gedichtet. Ihr Sinngehalt, das Wetter betreffend, ist nicht in jedem Fall nachweisbar. Dafür sind solche Sprüche schön zu lesen und geben Anlass zum Schmunzeln.

Im Folgenden lesen Sie einige Bauernregeln und Wettersprüche, die garantiert aus keinem alten Kalender stammen, sondern von der Autorin gedichtet wurden, um Sie auch bei schlechtem Wetter zum Schmunzeln zu bringen. Viel Spaß bei der Lektüre!

  • Wehen still nur sanfte Winde, klopft der Specht gern an die Rinde.
  • Ist der Bauer voller Leben, wird es wohl bald Nachwuchs geben.
  • Hat der Bauer kaum Verstand, übernimmt die Bäurin kurzerhand.
  • Ist der Frühling voll im Gange, schwingt die Bäurin gern die Pfanne.
  • Heult der Hofhund vor sich hin, sind im Keller Mäuse drin.
  • Steht die Kuh zu lang im Stall, wird das Laufen ihr zur Qual.
  • Kommt der Stier nicht übern Zaun, klagen viele seiner Fraun.
  • Hat der Esel Läus' im Fell, helfen Pillen ihm ganz schnell.
  • Schnarcht der Knecht noch um die Wette, kommt er zeitig nicht zur Mette.
  • Ist die Katz' zu faul zum Jagen, sorgen sie ganz andre Plagen.
  • Ist's des nächtens hell und klar, fühlt sich mancher sonderbar.
  • Hat die Bäurin schlechte Launen, gibt’s auch nichts mehr für den Gaumen.
  • Ist das Heu recht fein und trocken, kann man Kühe damit locken.
  • Folgt auf Regen Sonnenschein, wird's St. Petrus wohl gewesen sein.
  • Trinkt der Michl drei, vier Bier, stammt es garantiert von hier.
  • Reicht das Holz im Ofen kaum, wird es nicht recht warm im Raum.
  • Schläft der Gustl lang im Bette, ist er trunken, jede Wette!
  • Drischt der Mäher rasch das Korn, liegt der Bauer ganz weit vorn.