
- Das eterra Inn in Tobermory, Ontario - eterra Inn
Nicht jeder verbindet Luxus mit nachhaltigem Tourismus. Aber wie gut diese beiden sich ergänzen, beweist Laurie Adams, die Besitzerin und Geschäftsführerin des eterra Inn in Tobermory an der Nordspitze der Bruce Halbinsel, die sich wie ein Finger von Süden her in die Georgian Bay im Osten des Lake Huron vorschiebt. Versteckt - und bewusst exklusiv - liegt dieses luxuriöse Gästehaus am Seeufer, nur durch ein paar Meter Wald vor den Augen neugieriger Betrachter geschützt.
Auf der Website des eterra Inn sucht man vergeblich nach einer Wegbeschreibung oder gar einer vollständigen Adresse. Und das ist gewollt! Laurie Adams will ihren Gästen ein ruhiges Refugium der Stille und der Schönheit in einer wundervollen Umgebung bieten. "Als wir eröffneten, kamen immer wieder Neugierige auf unser Grundstück, um sich unser Haus und die Anlagen anzusehen," berichtet Laurie. "Das ist der Grund, warum wir uns schließlich dazu entschlossen, unsere Adresse erst bekannt zu geben, wenn die Gäste gebucht haben." Und ihre heutigen Gäste wissen dies zu schätzen, und unterstützen ihre Bemühungen, ihr Gästehaus als Geheimtipp zu bewahren.
Jeder Gast muss sich seinen Weg zum eterra Inn suchen. Eine Beschilderung gibt es nicht. Über Schotterstraßen und versteckte Waldwege gelangt man in ein luxuriöses und überaus gastfreundliches Haus, in dem man sich sofort zu Hause fühlt.
Luxus und nachhaltiger Tourismus gehen im eterra Inn in Ontario, Kanada, eine gelungene Symbiose ein
Die Kriterien für nachhaltigen Tourismus sind global und in vier Bereiche eingeteilt: "wirkungsvolles Nachhaltigkeitsmanagement, Maximierung sozialen und wirtschaftlichen Nutzens für die lokale Bevölkerung, Bewahrung des kulturellen Erbes und Reduzierung negativer Wirkungen auf die Umwelt." So heißt es auf der Website Global Sustainable Tourism Criteria.
Laurie Adams hat sich mit ihrem Projekt von Anfang an diesem Ziel verschrieben. Dies begann schon mit dem Bau des eterra Inn mitten im Wald, der von lokalen Handwerkern und Kleinunternehmen unter Aufsicht von Architekten aus Toronto durchgeführt wurde. "Es war schwierig, die Städter mit den Lebensgewohnheiten der einfachen Bauarbeiter an der Georgian Bay vertraut zu machen. Da kam es schon einmal vor, dass diese plötzlich am Donnerstag nicht mehr auftauchten, weil die Jagdsaison für Elche oder Gänse eröffnet war. Bautermine spielten da keine Rolle mehr," sagt Laurie. Für die aus der Großstadt stammenden Architekten war es schwierig, Verständnis dafür aufzubringen, dass die Bewohner der ländlichen Region um Tobermory sich ihr Fleisch noch heute selbst besorgen, indem sie einmal im Jahr auf die Jagd gehen, um ihre Gefriertruhe für die kommenden Monate wieder aufzufüllen.
Strom sparen gehört zum Alltag im eterra Inn. In den öffentlichen Räumen sind alle Lichtquellen mit Bewegungsmeldern verbunden, so dass die Gäste nicht einmal Schalter betätigen müssen, um das Licht ein- und wieder auszuschalten. Im Restaurant stehen - hübsch und elegant dekoriert - Kerzen auf den Tischen, die für romantische Stimmung beim Dinner sorgen.
Auch die Gäste des eterra Inn werden einbezogen in diesen Prozess, den die Einhaltung der Kriterien erfordert. So kommt es vor, dass der Speiseplan in der Küche von Laurie Adams über den Haufen geworfen wird, weil der indianische Fischer unerwartet frischen Seefisch direkt vom Hafen liefert. Dann gibt es nicht den Tags zuvor angekündigten Kaninchenbraten, sondern Laurie disponiert kurzentschlossen um und bringt exzellent zubereiteten Fisch frisch vom See auf den Tisch.
Nachhaltig Speisen im eterra Inn in Tobermory, Ontario, Kanada
Die Prinzipien der Nachhaltigkeit wendet Laurie Adams auch in ihrer Küche an. Sie kauft frische Produkte von den Farmern und Fischern in der Umgebung und fährt zum Einkauf ihrer Eier und ihres Specks schon einmal zum Bauernmarkt im drei Stunden entfernten Elmira, weil die Mennoniten dort ihre Produkte nach ökologischen Prinzipien anbauen. Hausgemachte Marmeladen, selbstgeräucherter Speck und selbst gebackenes Brot schmecken außerdem besser und ergänzen die mit viel Fantasie, Erfindungsgeist und überraschenden Gewürzen gekochten Gerichte, die Laurie ihren Gästen vorsetzt.
Im hauseigenen Kräutergarten baut Laurie frisches Gemüse, Salate und Kräuter an. Und Beeren erntet sie ebenfalls aus dem eigenen Garten. Die Auswahl ihrer Gerichte richtet sich danach, was die Jahreszeit gerade bietet: Erdbeeren, Spargel und Fisch im Frühjahr, Salate, viel Gemüse und Geflügel im Sommer, Kürbis, Nüsse und Wild im Herbst. Und die Gerichte, die Laurie daraus zaubert, sind exzellent.
Auf die Frage, wo sie so gut kochen gelernt hat, antwortet Laurie: "Während meiner Ausbildung im Hotelfach gehörte es einfach dazu, gut kochen zu können. Mein Lehrmeister war ein Chefkoch aus Straßburg im Elsass." Und Kochen kann Laurie Adams. Jedes Mahl wird zelebriert und schmeichelt dem Gaumen mit erstaunlichen, unerwarteten und überraschenden Geschmackserlebnissen.
Luxuriöse und elegante Suiten im eterra Inn in Tobermory, Ontario, Kanada
Dass sich Nachhaltigkeit im Tourismus und luxuriöse Eleganz nicht ausschließen müssen, zeigt sich eindrucksvoll in der Gestaltung des eterra Inn und seiner Zimmer und Suiten. Über drei Stockwerke erstrecken sich die Räumlichkeiten des Gästehauses. Verbunden sind die Etagen über ein ausgeklügeltes System an Treppen, Brücken und Balkonen, die den öffentlichen Räumlichkeiten des Inns eine Leichtigkeit verleihen, die beflügelt. Im Erdgeschoss, in dem sich die Küche, das Speisezimmer und die Sauna-Räume befinden, sprudelt ein Bach aus natürlichem Fels der Umgebung, der nahtlos in die Architektur des Hauses integriert wurde. Auch die Materialien, die für den Bau des Gebäudes verwendet wurden, stammen aus der Region: grob behauene Felsen, Holz und Fließen aus heimischem Stein verleihen dem Inn rustikale Eleganz.
Jede der sechs Suiten ist liebevoll und individuell eingerichtet und bietet ihren Bewohnern ein Höchstmaß an Privatsphäre und Ruhe, so dass sich der Gast schon nach wenigen Tagen Aufenthalt vollständig vom Alltagsstress erholt. Und sogar die Namen der Suiten stellen eine Verbindung zur natürlichen Umgebung des Inns her: die Morel Suite - die Morchel Suite - , die Calypso Suite, die Beech Suite - das Buchen Zimmer - , die Luna Suite, die Monarch Suite, benannt nach einem auffallend schönen Schmetterling und Merlin's Loft, jede dieser Zimmerfluchten überrascht mit elegantem Design, einem Bad zum Wohlfühlen und einem Ausblick auf die herrliche Natur vor der Haustür.
Wer sich einen Aufenthalt im eterra Inn gönnt, muss dafür tief in die Tasche greifen. Eine Übernachtung kostet ab 380 kanadische Dollar pro Nacht und Suite, Mindestaufenthalt sind zwei Nächte. Aber jeder Cent, den man hier investiert, garantiert ein außergewöhnliches Erlebnis.
Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch Tourism Ontario und die Canadian Tourism Commission
