Lyrik im Zeitalter des Barock

Überblick über die Schreiblandschaften im Barockzeitalter

Das Zeitalter des Barock wird grob auf den Zeitraum von 1600 bis 1720 datiert. Es war das Jahrhundert des Krieges (30jähriger Krieg) und sowohl in Alltag als auch in Lyrik orientierte man sich sehr zum Jenseits, zum Leben nach dem Tod. Doch auch Begriffe wie "Memento mori" (Bedenke deines Todes) und "Carpe diem" (Nutze den Tag) bilden zentrale Themen der Barockdichtung, die erstmals nicht mehr auf Latein erfolgte, sondern auf Deutsch.

Von Fleming bis Opitz und Grimmelshausen

Die berühmtesten Autoren dieser Epoche sind wohl Paul Fleming, Martin Opitz, Andreas Gryphius und Grimmelshausen. Martin Opitz wurde besonders durch die Veröffentlichung seines Werkes "Buch von der deutschen Poeterey" bekannt, in welchem er die Theorie der Literatur und eine Anleitung für Dichtung darlegt ("Regelpoetik"), was prägend für viele Dichter wirkte. Grimmelshausen, von dem das Werk "Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch" stammt, gilt als bedeutendster Erzähler dieser Epoche, denn er ist der Einzige, der sich nicht der Dichtung verschrieben hat.

Ewigkeit vs. Zeit, Schein vs. Sein, Erotik vs. Tugend - Ein Zeitalter der Gegensätze

Wie in jeder Epoche findet man auch im Barock bestimmte Gattungen, in welche sich die Schriftwerke der Autoren aufteilen lassen. Hierzu gehören im Barock die Schelmenromane, Märtyrerromane und natürlich die bekannten Sonette.

Man findet bei allen Bereichen eine gewisse Antithetik (Gegensätze, die aufeinander prallen). So findet man häufig die Themen Krieg und Prunk gegenüber gestellt oder Tod und das verschwenderische Ich. Die berühmtesten Antithesen dieser Zeit sind aber wohl "Diesseits und Jenseits", "Carpe Diem und Memento Mori", "Ewigkeit und Zeit", "Schein und Sein", "Spiel und Ernst", "Lebensgier und Todesbewusstsein", "Aufbau und Zerstörung", "Erotik und Tugend" und "Gesundheit und Krankheit".

Der 30jährige Krieg prägte das Leben der Menschen und die Themen, über die sie schrieben

Besonders sind auch die allgegenwärtigen Motive, die die Lyrik des Barock prägen. Der 30 jährige Krieg wird zu einem der Leitmotive, personifiziert durch die Sanduhr und den Memento mori-Gedanken. Das Vanitasmotiv, welches die Vergänglichkeit des Seins beschreibt, wird oft durch die Narrenkappe symbolisiert. Carpe diem gilt als eines der zentralen Motive, während das Motiv der Liebe beinahe ausschließlich von Paul Fleming verwendet wurde.

Interessant sind auch die alternierenden Versprinzipien, die im Barock auftauchen. Darunter versteht man den Wechsel zwischen betonten und und betonten Silben, damit ein Rhythmus entsteht. Beispiele hierfür sind die bekannten Metren Jambus oder Trochäus, die am besten zu der deutschen Sprache und den deutschen Betonungsregeln passen.

"Die Welt ist ein Theater!"

Das Theater dieser Epoche war geprägt von der Idee des "Welttheaters" - die Welt ist ein Theater! Erstmalig durften zu dieser Zeit Frauenrollen auch von Frauen besetzt werden, was vorher nicht der Fall gewesen war.

Im prosaischen Bereich entstanden überwiegend höfische Romane, die das Leben am Hof beschrieben, und niedere Romane, die sich mit den Themen Armut und generell der Perspektive des unteren Standes beschäftigten.

Kirsten Gassen - Kirsten Gassen schreibt seit April für Suite101. Sie hat bereits Erfahrungen im Bereich Radiomachen gesammelt, war in der ...

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