Macht und Magie heimischer Heilpflanzen von Hans Lauber

Hans Lauber: Macht und Magie heimischer Heilpflanz - Verlag Kirchheim + Co GmbH
Hans Lauber: Macht und Magie heimischer Heilpflanz - Verlag Kirchheim + Co GmbH
Hans Lauber spürt die Wurzeln der im deutschen Sprachraum überlieferten Pflanzenmedizin auf und zeigt 30 heimische Heilpflanzen sowie 20 Heilpflanzengärten.

Seit 1999 beschäftigt sich Hans Lauber, bedingt durch eine Diabetes-Erkrankung, mit gesunder Lebensführung und Ernährung sowie Heilpflanzen. Seine Erfahrungen veröffentlicht er in mehreren Büchern, wie „Fit wie ein Diabetiker“,“Schlemmen wie ein Diabetiker“ und „Schönkost“. Im vorliegenden Buch „Macht und Magie heimischer Heilpflanzen“ versucht er, die unterschiedlichen Ansätze der traditionellen Methoden heimischer Naturmedizin zu bündeln und darzustellen.

Mit der Bezeichnung „Traditionelle Deutsche Medizin (TDM)“ versucht er einen übergreifenden Ansatz zu schaffen und weist gleichzeitig darauf hin, dass nicht nur die „Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)“ einen Fundus an Heilverfahren und Heilmitteln zu bieten hat. In Anlehnung an TCM werden 5 Elemente dargestellt: die Naturmedizin, die Pflanzenpfarrer, Homöopathie und Anthroposophie, Apothekenmedizin sowie Klostermedizin. Diese bilden den ersten Teil des Buches. Dabei werden insgesamt 20 Gärten vorgestellt, in denen man der Naturmedizin auf den Grund gehen kann.

Klostermedizin als Heilkunde des Mittelalters

Hier werden fünf Klostergärten besprochen. In diesem Kapitel darf auch Hildegard von Bingen nicht fehlen. Das Wirken der Äbtissin und die Grundsätze ihrer medizinischen Lehre werden kurz angerissen. Im Gespräch mit dem Medizinhistoriker Dr. Johannes Mayer von der Universität Würzburg wird der Frage nachgegangen, inwieweit noch unbekannte Heilkräfte in der Klostermedizin schlummern.

Natur-Medizin und die Ur-Vitalität heimischer Pflanzen

In diesem Kapitel ist die Signaturenlehre des Paracelsus ebenso zu finden wie Streuobstäpfel als Vitalbomben. Der Heilpilzexperte Jürgen Guthman stellt vier heimische Heilpilze vor und der Wildkräuterexperte Guido Fleischhauer ebenso viele Wildkräuter. In den vorgestellten Gärten wachsen Hexenpflanzen, Kräuter, Duftpflanzen und Bauerngartenpflanzen.

Pflanzen-Pfarrer und ganzheitliche Lebensführung

Im nächsten Kapitel wird auf die Pflanzen-Pfarrer, die vom Volk als Heilkundige anerkannt waren, eingegangen. Es beginnt mit dem „Botanik-Pfarrer“ Hieronymus Bock, dem „Ganzheits-Pfarrer“ Sebastian Kneipp mit dem Kneippgarten in Bad Wörishofen folgt. Der „Kräuter-Pfarrer“ Johann Künzle und Heinrich Marzell mit seinem „Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen“ reihen sich an.

Wenn der Mensch Medizin wird – Homöopathie und Anthroposophie

Im Kapitel über Homöopathie/Anthroposophie wird zuerst auf die Lehre der Homöopathie und ihres Gründers Samuel Hahnemann eingegangen. Danach werden einige homöopathische Pflanzen vorgestellt, mit dem Hinweis, dass in der Homöopathie noch weitere Ausgangssubstanzen benutzt werden, die beispielsweise tierischen oder mineralischen Ursprungs sind. Danach wird der Weleda-Garten in Schwäbisch Gmünd und der Gründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner vorgestellt sowie auf seine Lehre eingegangen. Es folgen Beschreibungen vom Wala-Garten in Bad Boll und dem Demeter-Garten „Saatgut Bingenheim“.

Apothekenmedizin und systematische Pflanzennutzung

Das letzte Kapitel in diesem Buchteil gibt einen kurzen geschichtlicher Abriss der Apotheken-Medizin. Hier wird aufgezeigt, wie diese sich immer weiter vom Pflanzenwissen entfernt, obwohl die meisten Medikamente heute immer noch einen Pflanzenhintergrund haben. Im folgenden Bericht über den Botanischen Garten in Frankfurt wird auf segensreiche Gifte und 500 einheimische Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, eingegangen. Als Nächstes wird der Botanische Garten von Berlin, insbesondere der „Menschenform-Garten“ vorgestellt. In einem fiktiven, vergrößerten Menschen sind an den Ort des Körperteils die Heilkräuter gepflanzt, welche das Organ heilen können. In diesem Kapitel darf der Diabetes Garten des Autors nicht fehlen, den er zusammen mit zwei Gärtnerinnen in Riehen bei Basel angelegt hat. Als Nächstes wird in einem Gespräch mit dem Münchner Apotheker Dr. Siegfried Schlett der Frage nachgegangen, warum handgefertigte Medikamente weniger Nebenwirkungen haben, um zum Abschluss den „Garten der Gärten“, den Apothekergarten in Seligenstadt vorzustellen.

Die Hausapotheke der Traditionellen Deutschen Medizin

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit den heimischen Heilpflanzen und ihren Anwendungen. Hier geht es hinein in die Praxis. Diese Hausapotheke wurde von Hans Lauber zusammen mit der Gründerin der Freiburger Heilpflanzenschule, Ursel Bühring erarbeitet. 30 ausgewählte Heilpflanzen werden auf über 60 Seiten ausführlich vorgestellt. Es wurden Pflanzen ausgesucht, die fast überall im deutschsprachigen Raum gut gedeihen und so auch im Garten oder sogar im Kübel angebaut werden können. Natürlich sind auch viele wild wachsende Vertreter, die gesammelt werden müssen, darunter. Auf die Darstellung giftiger Heilpflanzen wurde verzichtet, da diese nicht in eine Hausapotheke zur Selbstbehandlung hinein gehören. Die Pflanzengeschichte, die Heilwirkungen und Heilanwendungen werden beschrieben und auch Volkskundliches wird dargestellt.

Im Gespräch mit Ursel Bühring wird herausgearbeitet, was der Einzelne fachkundig und sicher herstellen kann und wo die Grenzen der Selbstmedikation liegen. Es folgt ein Kapitel über die Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen, wie beispielsweise Tees, Mazerate, Frischpflanzensäfte oder Wickel hergestellt werden.

Gliederung und Gestaltung

Das Buch ist ein ausführliches Nachschlagewerk, welches nicht nur Leser, die an Naturheilkunde interessiert sind, begeistern wird. Im ersten Teil wird durch unterschiedliche Logos für die verschiedenen Heilverfahren das schnelle Nachschlagen und Auffinden des jeweiligen Themas gefördert. Die Therapien sind informativ erklärt und werden durch die farblichen Absetzungen, Fettungen, Zwischenüberschriften und ausdrucksstarke Bilder, die meisten wurden vom Autor selbst fotografiert, ansprechend betont. Immer wieder sind Pflanzenbeschreibungen und ihre Heilwirkungen eingestreut. Gespräche mit Experten runden das Ganze ab.

Der zweite Teil ist ein gelungener Ratgeber über heimische Heilpflanzen mit Praxistipps, Bildern und Zeichnungen, die ein Wiedererkennen in der Natur erleichtern.

Sehr schön sind die farbigen Ausklapptafeln auf den Umschlagseiten. Im „Heilkundeatlas“ kann man die 40 wichtigsten deutschen Heilpflanzengärten auf einer Deutschlandkarte finden. Die „Hausapotheke“ zum Ausklappen zeigt die besprochenen 30 Heilpflanzen auf einen Blick, jeweils mit einem Schlagwort der wichtigsten Anwendungs-Empfehlung.

Hans Lauber, Macht und Magie heimischer Heilpflanzen Verlag Kirchheim + Co GmbH, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Auflage 2010, Gebunden, mit zwei Ausklappseiten, 160 Seiten, 201 x 24 cm 19,90 €

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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