Madame Tussauds - seit 176 Jahren eine Erfolgsstory

Madame Tussauds Vienna - Peter Lachnit
Madame Tussauds Vienna - Peter Lachnit
Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett bekam erstmals 1835 eine fixe Heimstätte. Seither haben hunderte Millionen Menschen ihre Standorte besucht.

Seit 1. April 2011 ist Madame Tussauds auch in Wien mit einem Standort vertreten, eingebettet in der Touristenattraktion Wiens schlechthin, dem Wurstelprater. Unter den insgesamt 65 Wachsfiguren befinden sich 27 Österreicher und 38 internationale Stars. Vorerst, denn Geschäftsführerin Arabella Kruschinski plant, jedes Jahr zwei Prominente neu in Wachs zu verewigen. Weltweit gibt es Madame Tussaud elfmal, davon sind vier Standorte in Europa.

Von Madame Tussauds zur Merlin Entertainment Group

Marie Grosholtz - unter diesem Namen kam Madame Tussaud am 1. Dezember 1761 in Straßburg zur Welt - hatte einen Mentor, den Pariser Arzt Dr. Philippe Curtius. Er lehrte ihr ab 1770 die Anfertigung von Wachsmodellen. Während der Französischen Revolution musste Marie Grosholtz sogar zum Zeichen ihrer Loyalität Totenmasken hingerichteter Aristokraten herstellen. Danach zog Madame Tussaud mit einer Wanderausstellung voller Helden und Verbrecher durch die Lande, ehe sie nach England ging und dort 1835 einen festen Standort in der Baker Street in London bekam. 49 Jahre später übersiedelte die Ausstellung in die Marylebone Road, wo sie auch jetzt noch die Touristen anzieht. Inzwischen betreibt die Merlin Entertainment Group die Madame Tussauds Standorte. Als zweitgrößter Anbieter in Familienunterhaltung führt die Merlin Gruppe 74 Attraktionen, sechs Hotels sowie zwei Feriendörfer in siebzehn Ländern auf vier Kontinenten.

Hautnaher Kontakt mit den Stars

Einmal mit Robbie Willams auf der Couch kuscheln oder Julia Roberts einen Kuss auf die Wange hauchen? Ein Traum, der bei Madame Tussauds in Wien in Erfüllung gehen kann, wenn es auch nur für ein Foto mit einer Wachsfigur ist. Eine Musiksession mit Freddy Mercury oder Falco? Auch das ist möglich, die Wachsfiguren haben keine Berührungsängste und Entertainment auf vielfältige Weise wird groß geschrieben. "Spezielle Publikumslieblinge wie George Clooney und Robbie Williams werden sehr oft geküsst und Lippenstift haftet auf Wachs", verrät Magister Renate Schmidt. Sie ist als eine der ersten Mitarbeiter morgens unterwegs. Die studierte Gemälderestauratorin bringt ihre Wachsschützlinge wieder auf Vordermann, damit sie sich für die nächsten Besucher von ihrer besten Seite zeigen können.

Drei Monate und viele Arbeitsstunden

Noch immer werden alle Skulpturen für Madame Tussauds in London gefertigt. Für die Prominenten bedeutet das vorerst zwei Stunden auf einer Art Drehscheibe aus allen Blickwinkeln fotografiert zu werden. Rund 530 Stunden benötigt danach die Ton- und Gipsformung, ehe als letzter Schritt das Wachs aus einer speziellen Rezeptur aufgetragen wird. "Wir verwenden ein Gemisch, um das perfekte Wachs für unsere Skulpturen zur erhalten", sagt David Sykes, der seit siebzehn Jahren Produktionsmanager ist. Bis man als Prominenter bei Madame Tussauds also hergezeigt wird, ist es ein langer Weg. Aber er dürfte vielleicht auch Spaß machen. Österreichs Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hat sogar einen persönlichen Anzug und seine Lieblingskrawatte zur Verfügung gestellt.

Info: Madame Tussauds Wien ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass 17 Uhr. Ausgenommen ist der 24. Dezember. Ticketpreise: Erwachsene 18,50 Euro, Kinder (3 bis 14 Jahre) 14,50 Euro, Familie (2 Erwachsene und zwei Kinder oder ein Erwachsener und drei Kinder) 60 Euro. Ermäßigungen für Senioren, Grund- und Zivildiener sowie Behinderte.Ticketbestellungen über Internet sind um zehn Prozent günstiger.

Quelle: Kurier Sommer 2011, Madame Tussauds Wien-Prater

Peter Lachnit , Peter Lachnit

Peter Lachnit - Geboren 1959 in Klosterneuburg (Niederösterreich). Seit 1981 journalistisch tätig. Studium der katholischen Theologie ...

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