Made im Maul? Verben als falsche Freunde im Englischen

Bei Maden im Maul kann etwas nicht stimmen - Richard Taylor
Bei Maden im Maul kann etwas nicht stimmen - Richard Taylor
"Made in Germany", "mutter under your breath" und Modern Talking - wer hier an Maden, Mütter und Mineralien denkt, sollte diese falsche Freunde meiden.

Sogenannte “falsche Freunde” können allen, die eine Fremdsprache lernen, das Leben schwer machen. Es sind Wörter, die sich im Schriftbild nicht unterscheiden, deren Bedeutung aber ganz unterschiedlich ist.

In ihrer vermeintlichen Bekanntheit liegt die Tücke solcher Wörter, da sie oft Verwirrung oder Peinlichkeiten auslösen können. Wer diese vermeiden will, sollte sich die folgenden englischen Verben und Kurzwörter gut einprägen.

Falsche Freunde – fast und last

Das englische “fast” als Verb “to fast” bedeutet fasten; als Adjektiv bedeutet es schnell. In keinem Fall steht es allerdings für das deutsche fast im Sinne von beinahe – “almost” oder “nearly” im Englischen.

Ähnlich ist es bei “last”, das als Verb “to last” andauern oder anhalten bedeutet; als Adjektiv der, die oder das letzte. Mit der deutschen Last (“burden”) hat “last” allerdings nichts zu tun. Es gibt aber noch weitere falsche Freunde unter den englischen Verben.

Falsche Freunde – Vorsicht vor Mutter, Maul und Made

Gerade wenn sie gelesen werden, erinnern die englischen Verben “made”, “maul” und “mutter” an deutsche Substantive. Wer noch unsicher in der Fremdsprache ist, assoziiert sie automatisch mit ihren deutschen Bedeutungen, auch wenn die Wörter im Englischen natürlich klein geschrieben werden.

“Made in Germany” bezeichnet allerdings kein wurmartiges Insekt, das sich durch Deutschland frisst, sondern ist das Partizip des englischen Verbs “to make” (machen, erstellen, bilden). Genauso sieht es mit “to maul” aus – es bezeichnet keinen Tiermund, sondern bedeutet unter anderem beschädigen, misshandeln oder zerfleischen. “Mutter” im Englischen bezieht sich nicht auf das weibliche Elternteil, sondern jemanden der leise spricht, murmelt oder brummelt.

Wenn das Lied mit dem Talk in den See fällt

Das englische “lied” hat nichts mit dem deutschen Musikstück zu tun, sondern ist das Partizip und die Vergangenheitsform des Verbs “to lie” (lügen). Die Aufforderung “oh, see the blue sea” mag jene verwirren, die das englische Verb “to see” (sehen) mit dem deutschen Gewässer verwechseln.

Der berühmte Smalltalk ist nicht etwa ein kleines Mineral oder gar Fett, sondern bezeichnet belangloses Gerede und stammt vom englischen Verb “to talk”. Die Talkshow hat natürlich genauso wenig mit dem deutschen Talk zu tun und die 80er-Jahre-Gruppe Modern Talking schon gar nichts.

Häufig gebrauchte kurze Wörter als falsche Freunde

Zum Schluss noch fünf häufig gebrauchte und schwer herzuleitende englische Wörter, die von der Bedeutung mir ihren deutschen Äquivalenten nicht das geringste zu tun haben. Der Satz “There’s not a lot that’s the same as most is such” wäre ein ziemlicher Brocken für jeden, der sich auf die deutschen Bedeutungen verlässt. Das englische “lot” zum Beispiel bezeichnet kein Senkblei oder Schicksal, sondern normalerweise in Verbindung mit “a” eine Menge.

“Most” ist im Englischen nicht etwa ein Fruchtsaft oder Apfelwein, sondern der, die oder das meiste. “Not” löst nur bei denen eine Misere aus, die nicht wissen, dass es “nicht” oder “kein” bedeutet. “Same” ist im Englischen kein Saatgut, sondern das gleiche. “Such” ist nicht die Aufforderung an jemanden, doch bitte zu suchen, sondern bezeichnet jenes.

Wie gesehen, steckt gerade in kurzen englischen Wörtern eine Schwierigkeit, da sie sich schlecht herleiten lassen. Wörter wie “not”, “most”, “same”, “such” und “lot” kommen aber häufig vor und deshalb gut gelernt werden. Ein Trost ist, dass sie im Gespräch nicht leicht zu verwechseln sind, da sie völlig anders ausgesprochen werden als ihre deutschen “Freunde”. Schwierig wird es bei alltäglichen Wörtern, die sich weder bei der Aussprache noch durch Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Hier sind zehn Beispiele besonders kniffliger falscher Freunde und einiger Adjektive, die mit Vorsicht gebraucht werden sollten.

Simone Preuss, Steffen Löffler

Simone Preuss - Simone Preuss ist freiberufliche Autorin und Übersetzerin (Englisch–Deutsch, Deutsch–Englisch). Nach dem Studium der ...

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