Männer, die auf Ziegen starren – herrlich absurd

George Clooney, Jeff Bridges und Co. spielen im Film Jedi-Ritter

Eine fantastische Mission - in echt: In Zeiten des Golfkrieges gewinnen die Hippie-Soldaten Oberhand, versuchen sich im Hellsehen und Durch-die-Wände-gehen.

George Clooney kann einfach alles: Ihm nimmt man den smarten, aalglatten Rausschmeißer vom Dienst im Nadelstreifenanzug in „Up in the Air“ ebenso ab wie den schnauzbärtigen Hippie-Soldaten, der auf Ziegen starrt und durch Wände gehen kann – und das kriegsentscheidend sozusagen.

In Sachen Brillanz bekommt der Hollywoodstar allerdings in „Männer die auf Ziegen starren“ hochkarätige Konkurrenz: Haudegen Jeff Bridges kennt sich als Bill Django am besten mit bewusstseinserweiternden Drogen aus, Kevin Spacey spielt Larry Cooper, der der Spaßgesellschaft der hippen US-Soldaten gehörig die Suppe versalzen will und Ewan McGregor schlüpft diesmal nicht in die Rolle des Jedi-Ritters, sondern in die des Kriegsreporters.

„Männer die auf Ziegen starren“: Herrlich schräg und doch ganz ernst

Witzig und wunderbar schräg, aber dennoch mit einem ernsten und sogar wahren Hintergrund produzierte George Clooney den Film „Männer die auf Ziegen starren“ gemeinsam mit Grant Heslov (schrieb das Drehbuch zu „Good Night, and Good Luck“) – als dessen Regiedebüt. Die Basis war das Sachbuch des britischen Journalisten Jon Ronston. Der brachte die geheimen Machenschaften der US-Regierung ans Licht, Soldaten mit paranormalen Fähigkeiten auszubilden. Drehbuchautor Peter Straughan verlieh der größtenteils auf Fakten beruhenden Story die nötige Ironie, um dafür ein Starensemble zu begeistern.

New-Age-Krieger im Jedi-Stil

Kaum zu glauben, dass die Geschichte des First Earth Battalions nicht schon eher verfilmt wurde. Immerhin grub Journalist Ronston sie bereits 2004 aus. Aber bekanntlich wird, was lange währt, so richtig gut – jedenfalls in diesem Fall. Der echte Filmstoff ist aber auch zu schön, um wahr zu sein: Die US-Regierung unterstützte Jahrzehnte lang eine Armee von New-Age-Kriegern, die übersinnliche Kampftechniken entwickeln sollte. Besonders hohe Schule: Ziegen, die beim Anstarren durch die besten Soldaten dank Herzversagen tot umfallen.

Story ist bei „Männer die auf Ziegen starren“ nur Nebensache

Die Nebenstory, die sich um die wahre, unglaubliche und ganz wunderbare Hauptgeschichte rankt, ist dabei nur schmückendes Beiwerk – wenn auch ein sehr unterhaltsames: Kleinstadtreporter Bob Wilton (Ewan McGregor) wird von seiner Gattin verlassen, ist dafür aber einer coolen Geschichte auf der Spur. In der US-Armee soll eine geheime Hippie-Spezialeinheit existieren, selbsternannte Jedi-Ritter, die übersinnliche Fähigkeiten trainieren. Oberguru der Truppe: Bill Django (Jeff Bridges), nicht minder begabt und ebenso bekifft: der potente Nachwuchsheld Lyn Cassady (George Clooney), intriganter Neidhammel Larry Hooper (Kevin Spacey). Was folgt, ist die fantastische Suche von Bob nach dem plötzlich verschwundenen Bill – mitten durch die Wüste, irgendwo in der Nähe von Kuwait zwischen Bombenterror und netten Arabern…

Das ist ein Film, der vermutlich nicht den Geschmack der breiten Masse trifft, doch wer beispielsweise die Filme der Coen-Brüder mag, wird auch an "Männer die auf Ziegen starren" seine Freude haben. Bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig war er jedenfalls das Highlight und ebenso erfolgreich bei den Festivals in Toronto und London. Kurzum: einfach reingehen und selbst fasziniert drauflos starren…

"Männer die auf Ziegen starren" (2009)

Originaltitel: The Men Woh Stare at Goats

Regie: Grant Heslov

Kinostart in Deutschland: 4. März 2010

Verleih: Kinowelt

Laufzeit: 94 Minuten

Journalistin Iris Janke, Fotografin Brigitte Dorrinck

Iris Janke - Iris Janke (* 1969) ist seit rund fünfzehn Jahren als Journalistin tätig. Während des Publizistik-Studiums in Bochum ...

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