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Männer und Frauen bei den Indianern

Geschlechterrollen unter den indianischen Stämmen Nordamerikas

Viele Indianer-Stämme besaßen eine strenge Geschlechtertrennung. Doch nicht in allen Stämmen waren Frauen alleine für das Sammeln der Küchenkräuter zuständig.

Indianische Kulturen in Nordamerika waren häufig von einer deutlichen Trennung der Geschlechterrollen geprägt. In dieser Hinsicht unterschieden sich die Indianer des nordamerikanischen Kontinents meist kaum von ihren europäisch-amerikanischen Konkurrenten um Lebensraum und Jagdgebiete.

Aufteilung der Geschlechterrollen bei den Indianern

Die Aufteilung der Geschlechterrollen orientierte sich bei vielen Indianer-Stämmen an zwei wichtigen Lebensbereichen des indianischen Alltages: Dem Nahbereich der Siedlung und dem weitläufigeren Bereich des Jagdgebietes, das mitunter hunderte Quadratkilometer umfassen konnte. Der Nahbereich der indianischen Siedlung wurde von Aufgabenfeldern geprägt, die vorwiegend von Frauen übernommen wurden. Der Arbeitsbereich der Jagd indes war den indianischen Männern vorbehalten. Sehr früh wurden indianische Jungen und Mädchen auf ihre künftigen Lebens- und Arbeitsbereiche vorbereitet.

Frauenarbeit im Indianer-Dorf

Innerhalb des Lagers oder des Indianer-Dorfes waren die Frauen unmittelbar mit der Erziehung der Kleinkinder, der Zubereitung von Nahrung sowie der Herstellung von Kleidung oder Korbwaren beschäftigt. Entsprechend der jeweiligen klimatischen und naturräumlichen Verhältnisse konnten Frauen zudem im Nahbereich der Indianer-Siedlung auch mit den Sammeln von Beeren, Wurzeln oder Kräutern beschäftigt sein.

Frauen und indianischer Feldbau

Daneben betrieben viele Stämme in unmittelbarer Nähe zu ihrem Dorf auch intensiv den Anbau verschiedenster Feldfrüchte. Auch dies war überwiegend Frauenarbeit. In indianischen Gemeinschaften, in denen der Feldbau eine wichtige Rolle für die kontinuierliche Nahrungsversorgung des Stammes spielte, besaßen Indianer-Frauen hierbei eine besonders große Verantwortung. Saat, Pflege und Ernte der Felder erforderte von den Frauen naturgemäß großes Geschick.

Aufgabenbereiche indianischer Männer

Indianische Männer dominierten jedoch nicht allein den Bereich der Jagd. Bei vielen Stämmen war die Vorherrschaft der Männer auch im Bereich der Stammespolitik, mithin der Kriegsführung, besonders stark ausgeprägt. Die Verteidigung von Jagd- und Wohnplätzen richtete sich dabei sowohl gegen verfeindete Indianer-Stämme, wie auch gegen europäisch-amerikanische Eindringlinge aus dem Westen des amerikanischen Kontinents.

Indianische Männerbünde

Da sowohl der Bereich der Jagd, als auch der Bereich der Stammespolitik eng mit dem rituellen und religiösen Leben der Indianer verbunden war, prägten Männer auch diesen Lebensbereich in vielen indianischen Stammeskulturen unverhältnismäßig stark. Viele Stämme besaßen eine Art Männerbund, dem nur solche Männer angehören durften, die im Kampf einen Feind besiegt hatten – was jedoch nicht notwendigerweise bedeutete, ihn im Kampf auch getötet zu haben. Die Zugehörigkeit zu diesen Männerbünden war häufig durch besondere Kennzeichen an der Kleidung oder durch Tätowierungen erkennbar.

Indianische Frauen als Jägerinnen und Kriegerinnen

Von dieser sehr starr anmutenden Geschlechtertrennung zwischen indianischen Männern und indianischen Frauen wichen gleichwohl zahlreiche Stämme und Stammeskulturen in Nordamerika immer wieder deutlich ab. Bei den Stämmen der Sioux-, Crow- oder Schwarzfuss-Indianer kannte man beispielsweise keineswegs die Beschränkung der Frauen auf den Nahbereich der jeweiligen Siedlungen. Bei diesen indianischen Stammeskulturen zogen Frauen sowohl regelmäßig auf die Jagd, wie auch in den Krieg. Entsprechend solcher Stammesordnungen spielten bei diesen Stämmen zudem indianische Medizinfrauen häufig eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft.

Indianer-Stämme unter der Leitung von „Klanmüttern“

Andere Indianer-Stämme wie die Irokesen oder Huronen pflegten sogar ihre Besitz- und Familienverhältnisse nach einer so genannten „matrilinearen“ Ordnung. In solchen Gemeinschaften orientierte sich die Erbfolge also allein an der Abstammung der Mutter. Die Leitung des Stammes stand infolgedessen unter der Führung so genannter „Klanmütter“.

Heirat und Ehe bei den Indianern

Obgleich viele Indianer-Stämme in Nordamerika eine europäischen Maßstäben durchaus vergleichbare Struktur strikter Rollenaufteilung und männlicher Vorherrschaft aufwiesen, gab es dennoch deutliche Unterschiede zwischen Indianern und europäischen Siedlern. Dies betraf vor allem die Institution der Ehe. Anders als bei den weißen Kolonisten galt bei den Indianern Nordamerikas die Heirat überwiegend nicht als religiöse Angelegenheit. Scheidungen waren durchaus erlaubt und folgten in ihrer Begründung gegenüber dem Stamm heutigen, modernen Grundsätzen.

Die Vielehe bei Indianer-Stämmen

Auch die sexuelle Moral war bei vielen Indianer-Stämmen nicht derart streng-monogam ausgerichtet, wie bei den europäischen Kolonisten. Nicht selten praktizierten einige Indianer-Stämme auch die Vielehe. Manche Stämme in den westlichen Wald- und Präriezonen pflegten sogar die so genannte „Polyandrie“. Bei dieser konnte die Frau mit mehreren Männern gleichzeitig verheiratet sein. Dies musste für christlich-europäische Verständnisse besonders befremdlich wirken.