Magengeschwür - Gründe und Ursachen

Magengeschwür, was sind die Ursachen? - www.pixelio.de  Stephanie Hofschlaeger
Magengeschwür, was sind die Ursachen? - www.pixelio.de Stephanie Hofschlaeger
50 von 100.000 Menschen erkranken jährlich an einem Magengeschwür. Die Erkrankung ist unangenehm, aber gut zu behandeln.

Unter einem Magengeschwür, in der medizinischen Terminologie auch Ulcus ventriculi genannt, versteht man eine entzündliche Schädigung der Magenschleimhaut. Eine Magenschleimhautentzündung, die länger anhält beziehungsweise nicht behandelt wird, kann sich also durchaus zu einem Magengeschwür entwickeln. Während bei der Gastritis nur die oberen Schleimhäute ohne Gewebsdefekt entzündet sind, kommt es bei einem Ulcus ventriculi zu Schädigungen der tieferen Schleimhautschichten bis hin in die Muskelschicht. Zum besseren Verständnis und Vorstellungskraft bezüglich des Aussehens eines Geschwürs kann hier durchaus Vergleich mit einer Art Wunde gezogen werden. Werden Gefäße angegriffen, kann es zu Blutungen kommen.

Magengeschwür: Ursachen

Der Magen ist mit einer schützenden Schleimhautschicht ausgekleidet, die die unteren Schichten vor den aggressiven Verdauungssäften, wie beispielsweise der Salzsäure schützt. Wäre diese Schicht nicht vorhanden, käme es zur Selbstverdauung des Magens. Gründe für die Entstehung eines Magengeschwürs ist ein Missverhältnis zwischen den schützenden Eigenschaften der Magenschleimhaut und der Magensäure. Sind entweder zu viel Säure oder aber zu wenig schützende Faktoren vorhanden, wird die Schleimhaut geschädigt und es kommt zur Geschwürsbildung. Wenn lediglich die oberste Schleimhautschicht betroffen ist, sprechen die Mediziner von einer Erosion.

Das Missverhältnis zwischen Magensäure und schleimhautschützenden Faktoren kann zahlreiche Gründe haben:

  • Alkohol und Nikotin

Der regelmäßige Konsum von höherprozentigem Alkohol kann die Magenschleimhäute reizen, Rauchen, insbesondere auf nüchternen Magen, fördert die Produktion von Magensäure.

  • Medikamente

Insbesondere Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika haben einen aggressiven Einfluss auf die Magenschleimhäute. Auch Kortison kann die Entstehung eines Ulcus begünstigen. Hier kommt es jedoch vor allem auf die Dosis und die Anwendungsdauer an. Bei nur kurzzeitigen Behandlungen oder niedrigen Dauergaben ist die Entstehung eines Magengeschwürs eher unwahrscheinlich.

  • Stress, Depressionen und andere psychische Faktoren

Stress, sei es beruflicher oder auch privater Natur, scheint sich ungünstig auf den Magen auszuwirken. Nicht umsonst gibt es den altbekannten Spruch: „Das ist mir auf den Magen geschlagen“. Auch nur kurzzeitige, dafür aber sehr intensive Stresssituationen wie beispielsweise seelische Schockzustände nach Unfall, oder aber nach einer Operation können Auslöser eines Magengeschwürs sein. Auch Menschen mit Depressionen scheinen häufiger ein Ulcus zu bekommen.

  • Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori

Das Helicobacter-pylori-Bakterium gilt nach heutigem Wissensstand der Schulmedizin als Auslöser einer Gastritis vom Typ C und kann damit bei Nichtbehandlung auch zu einem Magengeschwür führen. Bei 80 Prozent aller Patienten mit Magengeschwür wird dieser Keim nachgewiesen, allerdings findet man den Helicobacter auch häufig bei Menschen, die weder eine Gastritis noch ein Ulcus haben.

  • Gestörte Magenbewegungen (Peristaltik-Störung)

Gestörte Magenbewegungen stehen zunehmend in der Diskussion für die Entwicklung eines Magengeschwürs. Bei einer solchen Störung kommt es zur zeitverzögerten Entleerung der Nahrung aus dem Magen. Gleichzeitig fließt vermehrt mit Gallensäuren vermischte Nahrung aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurück. Da auch Gallesäure zu den aggressiveren Verdauungssäften zählt, kann auch hier die Magenschleimhaut geschädigt werden.

  • Magenübersäuerung – Produktion von zu viel Magensäure

Eine übermäßige Säureproduktion kann im Rahmen von zahlreichen Erkrankungen oder auch nur Befindlichkeitsstörungen oder je nach Eßgewohnheiten vorkommen. Oft ist es nicht ganz leicht, den wahren Grund herauszufinden und abzustellen und es wird rein symptomatisch, meist mit Protonenpumpenhemmern behandelt.

  • Zollinger-Ellison-Syndrom

Ein Zollinger-Ellison-Syndrom ist eine seltene Krankheit, bei der ein gastrinproduzierender Tumor zu vermehrter Magensäurebildung führt. Der Tumor kann sein Sitz zwar auch im Magen haben, zu 80 Prozent befindet er sich jedoch in oder an der Bauchspeicheldrüse.

Magengeschwür: Prognose, Heilungsverlauf und Möglichkeit der Entartung

Über 40 Prozent aller Magengeschwüre heilen spontan von selbst ab. Beim Einsatz einer medikamentösen Therapie kommt es zu Heilungsraten von 90 Prozent. Das Ulcus ventriculi hat jedoch die Tendenz zur Rezidivbildung. Trotz der guten Prognose kann es jedoch auch zu Komplikationen kommen und es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Magengeschwüre auch bösartig entarten und sich zu einem Magenkrebs ausbilden können. Insbesondere die atrophische Autoimmungastritis (Gastritis Typ A) und das Menetrier-Syndrom (Riesenmagenfaltengastritis) erhöhen das Risiko, an einem Magencarcinom zu erkranken.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel niemals ärztlichen Rat ersetzen kann!

Bildnachweis:© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Barbara Kunick-Wünsche, F. Wünsche

Barbara Kunick-Wünsche - Barbara Kunick-Wünsche hat durch ihre Tätigkeiten als Krankenschwester und Heilpraktikerin in eigener Praxis ein umfangreiches ...

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