Flanieren von Porta Genova bis zum Corso di Porta Ticinese
Die Linea Verde der Metro (die grüne U-Bahn Linie) führt direkt zur Porta Genova; von dort aus gelangt man rechterhand in die Via Vigevano, eine mittelgroße Straße ausschließlich von Einheimischen frequentiert. An der Nummer 33 ist es unbedingt lohnenswert, eine kleine Rast einzulegen: hier befindet sich die Latteria dal 1907, ein ehemaliges historisches Milchgeschäft, das heute zur Caffetteria umgewandelt wurde, die ökologische sowie regionale Produkte anbietet. Durch die cremefarbene Inneneinrichtung aus Holz im Retro-Stil wird man augenblicklich in das Milano des aufgehenden 20. Jahrhunderts versetzt; für die warmen Tage bietet sich die kleine Terrasse an, auf der sich einige in nostalgischer zartgrüner Farbe bestrichene Tische und Stühle befinden.
Die fast deckenhohen Regale im Inneren sind mit natürlichen und erlesenen Köstlichkeiten gefüllt. Die Palette reicht von Bio-Milchprodukten bis hin zu den hausgemachten sizilianischen Marmeladen und Konfitüren, gefolgt von der leckeren wie berühmten Schokolade aus Piemont.
Angeboten werden Salate, Hauptgerichte, wie hausgemachte Nudeln aus Apulien sowie Snacks für den kleinen Hunger, wohlgemerkt, alles aus kontrolliert-biologischem Anbau.
Sehr empfehlenswert sind die mit gegrilltem Gemüse gefüllten Piadine aus leicht gebackenem, fettfreiem Fladenbrot, mit Öl und Oregano verfeinert.
Als kleines Juwel für Insider bietet die Latteria eine Oase der Ruhe inmitten der lauten, hastigen Metropole und ist zudem ein fest für Augen und Gaumen.
Corso di Porta Ticinese
Schlendert man die Via Vigevano weiter entlang, mündet sie in der Viale Gorizia, links vom Naviglio Grande flankiert, ebenso absolut sehenswert, dort befindet sich sogleich die Porta Ticinese, an der der gleichnamige Corso ansetzt. In dem etwas schmalen, aber langen Corso, der vor allem ab der zweiten Hälfte beidseitig von typischen pastellfarbenen italienischen Altbauten flankiert ist, findet man einige originelle Schuh- und Modegeschäfte, die sich von den üblichen großen Marken absetzen. In der Piazza Sant 'Eustorgio, einer der schönsten und unter Denkmalschutz stehenden Plätze des alten Milano, befindet sich die California Bakery, die zwar keine italienischen Gerichte anbietet, jedoch zum entspannten Verweilen einlädt. Mediterrane Pflanzen und Blumen schirmen die im Country Living Style eingerichtete Terrasse ab. In der Bakery werden täglich mehr als dreißig verschiedene kleine bis große Gerichte frisch vorbereitet und serviert, zu jeder Tageszeit bis 24.00 Uhr, und an den warmen Tagen wird, in typischer amerikanischer Manier, eine Karaffe mit frischem Wasser kostenlos aufgetischt.
Kurios: Ab Ende April bis Ende September werden an den Wochenenden sogar Pick-Nick-Brunch-Körbe mit frischen, saisonalen Snacks angeboten; einfach mitnehmen und sich im nächstgelegenen Park ein frisches, gemütliches Plätzchen aussuchen, denn die Körbe enthalten ebenso Tischdecken und Kissen.
Die California Bakery bietet unter anderem Backkurse für Süßes an (Chocolate Chips, Cookies, Apple Pie, etc.). Die Kursdaten sowie die Levels befinden sich auf der Homepage.
Der Corso Garibaldi
Der Corso Garibaldi liegt im beliebt belebten Künstlerviertel Brera, mitten in der Mailändischen Altstadt, und ist mit der grünen U-Bahnlinie zu erreichen (Haltestelle Moscova). Was dem Corso besondere Attraktivität verleiht, sind nicht nur die unzähligen Bars und Nachtlokale, die diese Straße ab der Aperitivo-Zeit zum bevorzugten Treffpunkt der Mailänder Schickeria machen, sondern auch die Vielzahl der kleinen, individuellen Läden mit künstlerischem Flair. Exklusive Modeboutiquen, ethnische Kunstläden sowie originelle Silber-Schmuckgeschäfte reihen sich aneinander. Hier und da sieht man einige Kunstgalerien und Antiquitätengeschäfte, dort Buch- und Einrichtungsläden. Sogar ein Gemüse- und Obstladen, das italienische Äquivalent unser kleinen türkischen Gemüseläden ist hier zu finden und keineswegs fehl am Platz..
Kleiner Tipp: es lohnt sich, um die späten Morgenstunden gemütlich durch den Corso zu schlendern. Keine Touristen weit und breit, sondern auch hier nur die Mailänder, die ihren alltäglichen Geschäften nachgehen und ab und an sich mit einem echten, heißen Espresso (für nur mal 80 Cents) eine kurze Auszeit gönnen.
Die Osteria Brunello: Neutoskanische Küche
Trotz der großen Auswahl an einladenden Restaurants und Bars ist die Osteria Brunello, am Corso Garibaldi 117, sehr zu empfehlen: neutoskanische Küche, womit die original toskanische, jedoch fettarmere Variante gemeint ist, paart sich mit erschwinglichen Preisen (Nudelgerichte zirka 10 Euro) in einem klassischen Ambiente. Erlesen und umfangreich ist die Weinkarte, mit über 150 verschiedenen Weinsorten zur Auswahl.
Von Fleischgerichten über köstliche Risotti bis hin zu den cremigen Suppen, ziemlich alles ist hier empfehlenswert, so dass wirklich jeder auf seine Kosten kommen kann.
Und wenn sich jemand Sorgen um die eigene Linie machen sollte, kann er sich problemlos etwas Eigenes zusammenstellen lassen, wie etwa verdura alla griglia (gegrilltes Gemüse) mit Rosmarinkartoffeln. Klingt es fad und langweilig? Weit gefehlt. Denn sogar einfaches Gemüse wird nach bester mediterraner Art köstlich und fein abgeschmeckt.
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