Das kleinste der Hochhäuser der Frankfurter City misst gerade mal 50 Meter, das größte kratzt an der 300 Meter Marke. Frankfurt ist eine der wenigen Städte im europäischen Raum und die einzige in Deutschland, die den Bau von Hochhäusern im Stadtzentrum erlaubt. Seit den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand deshalb ein ganz charakteristisches Stadtbild: die Frankfurter Skyline. Der in dieser Zeit entstandene Begriff "Mainhattan“ galt wie auch die zur selben Zeit aufgekommenen Begriffe "Bankfurt“ und "Krankfurt“ als absolut negativ belegt und als Schimpfwort für die Stadt am Main. Damit sollte die bewusste Zerstörung gewachsener Stadtviertel und das maßlose Profitstreben angeprangert werden. Heute steht die Frankfurter Skyline - Wahrzeichen der Stadt - für Prosperität, Innovation und Zukunftsorientierung. Gerne vergleichen die Frankfurter ihre Skyline mit der von Lower Manhattan in New York. Warum auch nicht? Schließlich ziehen Frankfurts Wolkenkratzer immer mehr Touristen an, die sich diese bei einer der geführten Hochhaustouren gerne einmal näher anschauen.

Der rasche Wandel von Frankfurts Stadtbild

Seit den 1950er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich das Stadtbild Frankfurts mit einer unvergleichlichen Stetigkeit, ganz orientiert am Zeitgeist wie auch am Zeitgeschmack. Was daraus entstand, ist eine Skyline, die einmalig ist in Deutschland. Steht man am Sachsenhäuser Ufer, am Aufgang zur Untermainbrücke etwa, bestätigt einen der Blick über den Main hinüber dies sehr deutlich. Waren es anfangs in den 50er Jahren 50 Meter, die die Hochhäuser maßen, als man mit ihrem Bau begann, waren es ein Jahrzehnt später schon 100 Meter. Die dritte Generation der Hochhausbauten in Frankfurt in den 70er Jahren war bei 150 Meter angekommen, und so ging es weiter.

Heute sind es mit dem 1997 fertiggestellten Commerzbank-Tower annähernd 300 Meter (inklusive Antenne). Die Hochhäuser mit ihren Stahl-, Glas- und Betonfassaden - insgesamt 97 Bauten sollen es sein - haben Deutschlands Finanzmetropole zu etwas besonderem werden lassen. Auch wenn man Frankfurt nicht unbedingt lieben muss, hat die Stadt doch ein besonderes Flair, das andere Städte gern hätten, aber nicht haben. Weshalb gerne die Negativseiten der Stadt in den Vordergrund gerückt werden. Etwa die (angebliche) Kriminalität und das Drogenmilieu.

Die Frankfurter Skyline am Westrand der Innenstadt

Die meisten von Frankfurts Türmen sind hypermoderne "Geldspeicher“ - Bankentürme. Rund um die Junghofstraße und Umgebung, also der Westrand der Innenstadt, ist das Finanz- und Bankenviertel. Als da wären: der Commerzbank-Tower am Kaiserplatz; die Helaba - Main-Tower (Neue Mainzer Straße); die Deutsche Bank (Taunusanlage); die Dresdner Bank (Kaiserplatz); das Trianon - Hauptsitz der DekaBank (Mainzer Landstraße); das Japan-Center (Taunustor); die DZ-Bank, die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank (Platz der Republik); UBS - Opernturm (Bockenheimer Landstraße). Schließlich die Mutter aller Banken die EZB im Euro-Tower (Willy-Brandt-Platz). Der Messeturm liegt außerhalb dieser Zone auf dem Messegelände, das an die Friedrich-Ebert-Anlage grenzt.

Hochhaustouren in Frankfurt

Weil Frankfurts Skyline einmalig ist in Deutschland, zieht sie Besucher an. Neben den etwa 300.000 Pendler, die täglich aus dem Rhein-Main Gebiet - vom Taunus bis zum Odenwald - zur Arbeit in die Bankenstadt kommen, kommen auch immer mehr Besucher in die Stadt. Wo diese auch immer herkommen, alle möchten Frankfurt mal von oben sehen. Wenn das Wetter mitspielt, reicht der Ausblick bis in den vorderen Taunus, bis nach Bad Homburg. Für derlei Aussichten bietet sich der Commerbank-Tower an. Als einzige Bank bietet die Commerzbank an jedem letzten Samstag im Monat gruppenweise kostenlose einstündige Führungen an. 18 Gäste pro Gruppe werden durch das Haus geleitet, maximal 300 Gäste können berücksichtigt werden. Das Interesse an den kostenlosen Führungen ist groß, die Wartezeit kann deshalb bis zu vier Monate betragen.

Täglich und ohne Führung können Besucher dem Main-Tower aufs Dach steigen. Er ist in unmittelbarer Nachbarschaft des Commerzbankriesen. Im Main-Tower ist auch der Hessische Rundfunk samt Fernsehstudio heimisch. Die Aussichtsterrasse in 200 Meter Höhe ist ab 10 Uhr geöffnet. Seit 1996 wird in unregelmäßigen Abständen das Wolkenkratzer-Festival gefeiert. Das nächste ist 2013, und zwar am 25. und 26. Mai. Nach sechsjähriger Pause ist es an der Zeit, dass wieder mal eines stattfindet. Schließlich ist die Skyline die Visitenkarte von Frankfurt am Main.

Quellenangabe: Marco Polo: Frankfurt – Reisen mit Insider-Tipps