Coating-Technology für Make-ups

Clevere Pigmente machen aus Schminke Farbkosmetik

Christine Neubauer für Horst Kirchberger - Horst Kirchberger
Christine Neubauer für Horst Kirchberger - Horst Kirchberger
Clever ummantelte, bifunktionelle Kosmetikpigmente verbinden dekorative Aspekte mit Hautpflege. So entsteht Farbkosmetik, die auch Schminkmuffel überzeugen dürfte.

Immer öfter ist auf Make-up-Produkten „light diffusing“ zu lesen, doch was bedeutet das eigentlich? Dass spezielle, lichtreflektierende Pigmente zum Einsatz kommen, die die Haut noch ebenmäßiger machen, Fältchen verschwinden lassen und das Gesicht mittels Weichzeichner-Effekt aufhübschen. Ergebnis: Ein strahlendes und optisch verjüngtes Hautbild. Make-up-Produkte mit „light diffusing“-Power werden deshalb oft als Anti Aging-Make-up bezeichnet. Zu Recht, denn Visagisten, Maler oder Fotografen wissen genau, wie sie mit Licht optisch zaubern können. Der Trick mit den lichtzerstreuenden Pigmenten in Make-up-Produkten funktioniert durchaus. Doch die Kosmetikentwicklung geht weiter. Der neueste Trend sind clever ummantelte Pigmente mit Doppelfunktion.

Ummantelte Pigmente: Bifunktionelle Winzlinge im Dienste der Schönheit

In der Vergangenheit hatten kosmetische Pigmente in der Regel eine Aufgabe. Sie schenkten Kosmetika die gewünschte Farbe oder sorgten für trendige Spezialeffekte (Glanz, Schimmer usw.), sie fungierten als UV-Schutz, verbesserten das Hautgefühl oder optimierten die Trageeigenschaften des Produktes. Mittlerweile wandeln sich Kosmetikpigmente zu Multijobbern, die mehrere Aufgaben zugleich erfüllen. Diese neue Generation der bifunktionellen kosmetischen Pigmente bietet neben ihrer Hauptfunktion ein zusätzliches Extra, indem sie beispielsweise Farbe plus Pflege liefert. Dafür werden Pigmente in ein Mäntelchen gesteckt, das mit Feuchtigkeit, Vitaminen und anderen hautrelevanten Wirkstoffen getränkt ist. Dieser Mantel kann aus verschieden dicken Schichten aus Eisenoxid bestehen und im Kern Mica, Silica oder Titandioxid enthalten. Auf der Basis dieser Coating-Technology können wiederum neuartige Kosmetikprodukte entwickelt werden, die vor allem Frauenherzen höher schlagen lassen.

Bislang ist der Club der Farbkosmetik-Labels mit Coating-Technology noch sehr klein und vor allem sehr exklusiv. Der visionäre Münchner Visagist Horst Kirchberger setzt die neueste Coating-Technology in seinem „New Soft Focus Makeup“ ein. Das Geheimnis hier: Die Farbpigmente werden in einen Silikonmantel gehüllt, bevor man sie zur Pflegesubstanz gibt. Dadurch entsteht ein leichter, seidiger Film für extremen Tragekomfort. Auch die Applikation soll denkbar einfach sein und ein weiches, satiniertes Finish mit Long-Lasting-Effekt erzielen. Es wäre schön, wenn es bald mehr Produkte mit Farbpigmenten auf Coating-Technology-Basis gäbe. Dann könnten unter Umständen alle Verwenderinnen von Farbkosmetik so gut aussehen wie die Schauspielerin Christine Neubauer.

Von der Schminke zur Farbkosmetik

Leider tun sich immer noch viele Frauen mit dem Thema dekorative Kosmetik schwer. Und immer noch klebt an Make-up-Produkten das Vorurteil, sie würde die Poren verstopfen, was Unsinn ist. Moderne Farbkosmetik verbindet dekorative Aspekte stets mit pflegenden Komponenten. Die neuen, mit Wirkstoffen ummantelten Farbpigment-Systeme (coated pigments), werden hoffentlich dazu beitragen, alte Zöpfe abzuschneiden und mehr Frauen Lust auf Farbkosmetik zu machen. Die Vorteile dieser neuen Make-up-Generation liegen auf der Hand: Eine perfekte Synthese aus Dekoration und Hightech-Pflege, exakte Dosierung der Deckkraft und ein optimales Handling (Make-up-Schwämmchen sind überflüssig, denn diese Produkte werden idealer Weise mit den Fingern aufgetragen).

Make-up ist Form plus Farbe

Wenn manche Frauen das Wort Schminken oder Make-up hören, gehen sie immer noch davon aus, dass sie von oben bis unten mit Farbe zugekleistert werden. Doch dem ist nicht so. Wer etwa der neuen Make-up Schule von Horst Kirchberger folgt, der erfährt, dass ein Make-up drei Dimensionen umfasst: Hautbild, Proportionen und Dekoration. Zuerst kommt die Grundierung, dann werden die richtigen Proportionen in das Gesicht gebracht und anschließend wird mit typgerechten Farben bzw. Nuancen dekoriert. Horst Kirchberger folgt keinen Trend-Looks, vielmehr stellt er die Frau selbst in den Mittelpunkt seines Make-up-Konzepts. „Wenn Frauen wissen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, können sie ihr Gesicht optimal modellieren“, schreibt der Make-up-Künstler in seiner Make-up-Schule. Seine Beauty-Botschaft richtet sich an alle Frauen, die den Mut zu ihrem eigenen Typ haben. Fazit: Ein gutes Make-up unterstreicht die Individualität einer Frau und macht sie nicht zur Litfaßsäule für neue Looks, die ohnehin nur den wenigsten Frauen stehen. Deshalb: Keine Angst vor Make-ups, vor allem dann nicht, wenn sie nuanciert, dosiert und typgerecht sind.

Maria Franic, Heidi Offterdinger

Maria Franic - "Liebe zur Schönheit ist Geschmack." (Ralph Waldo Emerson)

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