Malbork (Marienburg): Burg und Kreisstadt an der Nogat in Pommern

Historisches Rathaus in Malbork - Harald Rossa
Historisches Rathaus in Malbork - Harald Rossa
Malbork ist wegen der Marienburg weltberühmt. Sie ist die größte gotische Burganlage und der größte Backsteinbau weltweit.

Malbork, deutsch Marienburg genannt, ist die Kreisstadt des Powiat Malborski in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Weltbekannt ist die Stadt durch die Marienburg. Die war der Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Diese Burg wird als der größte Backsteinbau der Welt bezeichnet.

Frisch herausgeputzt hat sich die Stadt in den Jahren ab 2009. Viele Straßen wurden neu hergerichtet. An anderen Stellen wie an den Uferpromenaden wird noch gebaut.

Sehenswürdigkeiten in Malbork

Die Marienburg war die bedeutendste Ordensburg des Deutschen Ordens. Sie war von 1309 bis 1457 Sitz der Hochmeister. 1272 wurde mit dem Bau der Marienburg begonnen. Nach ihrer endgültigen Fertigstellung am Anfang des 14. Jahrhunderts galt sie zu dieser Zeit als die mächtigste Festungsanlage in Europa.

Im Nordwesten der Stadt steht nahe der Marienburg die Kirche St. Johannes. Der heutige Bau entstand zwischen 1468 und 1523. Der Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert war im Verlauf des preußischen Städtekrieges, auch Dreizehnjähriger Krieg genannt, um 1460 vollständig zerstört worden. Die dreischiffige gotische Hallenkirche ist ein Backsteinbau. Der vor der Südfront stehende Turm mit seinem massiven quadratischem Unterbau und dem hölzernen Glockengeschoss wurde erst 1635 fertig gestellt. 1668 zerstörte ein Feuer den westlichen Teil der Kirche. Der wurde nicht wieder aufgebaut. 1851 wurde die Fassade im Osten neu gestaltet. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden das Dach und das Glockengeschoss des Turms zerstört und die Gewölbe teilweise durchschlagen. Bis 1975 wurde am Wiederaufbau gearbeitet. Die Innenausstattung der Kirche stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Zwei Taufbecken stammen aus dem 14. Jahrhundert. Eine Statue der Heiligen Elisabeth von Thüringen entstand um 1410. Die neugotische Kanzel wurde im 19. Jahrhundert eingebaut.

1380 wurde das Alte Rathaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik fertig gestellt. Es gehört zu den wenigen erhaltenen Bauwerken aus der Ordenszeit in der Stadt Malbork. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzt das Kulturzentrum der Stadt den historischen Bau. Der Vorgängerbau wurde im preußischen Städtekrieg teilweise zerstört. Zwischen 1457 und 1460 erhielt das Gebäude seine heutige Form. Sein Nordgiebel stammt noch vom Ursprungsbau und ist mit Blendenschmuck versehen. Der Südgiebel wurde im 15. Jahrhundert mit Halbbögen gebaut. Im gewölbten Untergeschoss gibt es einen Laubengang. Das Obergeschoss ist durch Lisenen gegliedert. Die Maßwerksfenster sind in spitzbogige Blenden eingefügt.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die Befestigung der Stadt. Zwischen 1656 und 1659 ließen die Schweden im nördlichen und östlichen Vorfeld Wälle aufschütten. Teile dieser Anlagen stehen noch. Im Westen steht an der Nogat der Recke- oder Buttermilchturm aus dem 15. Jahrhundert. Er wurde nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Das gotische Töpfertor steht im Osten der Stadt. Südlich davon steht das ebenfalls gotische Marientor aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert wurde der Bau aufgestockt. 1945 wurde das Marientor bis auf die Grundmauern zerstört. Sein Wiederaufbau dauerte bis 1964.

Lage und Anreise

Malbork liegt rund 40 Kilometer südöstlich von Danzig an der Nogat. Die ist ein Mündungsarm der Weichsel und fließt in das Frische Haff.

Durch Malbork führt die Straße DK 22 von Kostrzyn nad Odra (Küstrin) zur russischen Grenze bei Grzechotki.

Mit der Bahn ist Malbork mit Zügen auf der Verbindung von Warschau nach Gdansk (Danzig) zu erreichen. Es gibt auch Direktverbindungen nach Deutschland mit Zügen von Berlin nach Kaliningrad (Königsberg in Ostpreußen).

Der nächste internationale Flughafen ist in Gdansk.

Literatur zu Malbork

  • Erich Weise: Handbuch der historischen Stätten - Ost- und Westpreußen. Alfred Kröner Verlag Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X
  • Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Westpreußen und Ostpreußen. Deutscher Kunstverlag 1993, ISBN 3-422-03025-5

Steckbrief von Malbork

  • Staat: Polen
  • Woiwodschaft: Pomorskie (Pommern)
  • Landkreis: Malbork
  • Gemeindetyp: Stadtgemeinde
  • Fläche: 17,2 Quadratkilometer
  • Höhe: 6 Meter über Normal Null
  • Einwohner am 31.12.2010: 38.278
  • Anschrift der Stadtverwaltung: pl. Slowianski 5, PL 82-200 Malbork
  • Touristeninformation: Staroscinska 1, Fon +48 (0) 55 2723364
  • Partnerschaften: Monheim am Rhein in Nordrhein-Westfalen, Nordhorn in Niedersachsen, Margny-les-Compiègne in Frankreich, Sölvesborg in Schweden und Trakai in Litauen

Quellen

  1. Stadt Malbork
  2. Baedeker: Polen. 4. Auflage, Karl Baedeker Ostfildern 2000