In der Schule lernt man noch heute schon fast an Mathematik erinnernd: rot + blau = lila, gelb + rot = orange, blau + gelb = grün. Das ist richtig, aber bereits im besten Schulmalkasten liegt neben Deckweiß und Pinsel auch die Enttäuschung unter dem viel versprechenden Deckel. Die hier verwendeten Farben rot, gelb und Blau sind bereits vermischte Farben und das daraus resultierende Mischergebnis ist nicht wirklich brillant und leuchtend. An sich benötigen Schulkinder und angehende Hobbymaler wirklich nur drei bunte Farben für leuchtend reine Farbtöne des Regenbogens und ein wenig Schwarz zum Abdunkeln eines jeden erreichten Farbtons.

Die Grundfarben

Im Buch- und Zeitschriftendruck sind Fotos, Schrift und Hintergründe wunderbar bunt. Alle diese Töne sind aus den drei Grundfarben Magenta, Cyan und Gelb hergestellt. Für die Tiefe, also den Grad der Dunkelheit einer Farbe, benötigt man zusätzlich noch Schwarz. Aus diesen vier Farben kann nahezu jeder Farbton außer den Sonderfarben wie Metalltöne oder Leuchtfarben hergestellt werden. Wichtig ist es, exakt diese Farbtöne zu verwenden, sie werden auch Primärfarben oder Skalenfarben genannt. Magenta ist eher ein strahlendes Pink und erst durch einen Anteil Gelb wird es zu dem Rot, das im allgemeinen als Grundfarbe Rot verstanden wird. Cyan ist ein recht strahlendes, kräftiges Mittelblau und gelb ein wirklich klassisches Gelb, das auch oft "yellow" als Bezeichnung trägt, wenn es sich um die reine Grundfarbe handelt.

Einkaufen von Farben

Im gut sortierten Fachgeschäft für Künstlerbedarf kann man die besagten Grundtöne als Tempera-, Aquarell- oder Acrylfarbe erhalten. Tempera wird etwas stumpfer beim Trocknen und eignet sich gut als Farbe für Kinder. Aquarellfarbe ist hochwertiger, bedarf aber entsprechender Kenntnis der Maltechnik des Aquarellierens. Ansonsten erzielt man mit Acrylfarbe sehr zufriedenstellende und leuchtende Ergebnisse. Allerdings wird Acryl beim Trocknen wasserfest, also auch auf Kleidung, und es kann sowohl auf Papier als auch auf Leinwand oder Holz gemalt werden. Wer keine weitere fachliche Beratung benötigt, kann bei Anbietern im Internet online einkaufen und bekommt die Ware direkt ins Haus geliefert.

Technik

Prinzipiell mischt man immer von hell nach dunkel, also zur helleren Farbe ein wenig der dunkleren dazu. Der Farbverbrauch bis zum gewünschten Farbton wird durch diesen einfachen Trick stark reduziert werden. Dies trifft auf die Kombinationen Gelb-Magenta für alle Rot- und Orangetöne sowie Gelb-Cyan für alle Blau- bis Grüntöne zu. Bei der Vermengung von Cyan und Magenta, um zwischen kräftigem Blau und allen Lilatönen sämtliche Schattierungen zu treffen, spielt die Reihenfolge eine geringere Rolle, da beide Farben gleich stark sind. Das gewünschte Endergebnis entscheidet hier über die beste Reihenfolge. Soll ein dunkles Blau entstehen, dann mengt man am besten ein wenig Magenta zum Cyan, möchte man dagegen Lila zaubern, sollte es umgekehrt gehandhabt werden.

Solange man mit nur zwei verschiedenen Farbtönen arbeitet und diese mischt, kann nichts schief gehen und faszinierende leuchtende Ergebnisse sind garantiert. Dies ist besonders in der Arbeit mit Kindern von großem Nutzen, da keinerlei Frust über schlammfarbene Ergebnisse aufkommt.

Die drei Grundtöne miteinander ergeben Braunnuancen, hier sollte man sich aber langsam voran tasten und im Zweifel lieber neu mischen, als zu versuchen eine nicht gefallende Farbe zu retten. Ein schönes Braun erzielt man durch ein Magentagelb gemischtes kräftiges Rot mit einem Hauch Schwarz und Cyan. Hier ist aber schon ein wenig Erfahrung und Übung hilfreich.

Grundsätzlich kann man alle erzielten Farbtöne mit schwarz abdunkeln. Doch Vorsicht - hier sind bereits kleine Mengen Schwarzbeigabe schnell zu viel. Am besten wirklich ganz behutsam an einen abgedunkelten Ton heran tasten.

Um ein tiefes Schwarz zu erhalten, mischt man zum Schwarz noch Cyan dazu. Übrigens wird dieser Trick auch oft im Vierfarbdruck einer Zeitschrift angewandt. Maximal 50 Prozent Cyan kommen hier auf die Vollfläche schwarz dazu.

Wer neben dem Arbeiten mit Farben auch seine zeichnerischen Fähigkeiten trainieren möchte, kann in der Anleitung "Perspektivisches Zeichnen für Anfänger" kinderleicht die ersten Schritte erlernen.

Weiß für Pastellfarben

Für alle Liebhaber von Pastelltönen ist weiß als fünfte Farbe sinnvoll. So wie jeder Farbton durch schwarz an Tiefe gewinnt, erhält er durch Beigabe von weiß eine pastellige Note. Man beachte aber auch hier die Grundregel: die dunklere Farbe langsam und in kleinen Dosen zur hellen - also den aus den Farben gemischten Ton zum Weiß dazugeben und nicht umgekehrt. Bei Aquarelltechnik wird allerdings auf weiß vollkommen verzichtet, da man die durchscheinende Helligkeit des Papiers und das flächige Aussparen von Farbe nutzt, um die helleren Bereiche zu schaffen.

Mit ein wenig Geduld und wachsender Übung ist die Brillanz und Einmaligkeit der selbst gemischten Farben nicht zu übertreffen. Kleinste Nuancen können geschaffen werden und vor allem wird das Handwerkszeug auf geringste Mittel reduziert. Auf Reisen genügen so maximal fünf Farbtöpfchen und ein Pinsel. Gerade bei Acrylfarbe gelingt auf nahezu jedem Untergrund ein kreatives Ergebnis. Das kann ein Holzbrett, eine Fliese, ein Stück Papier oder auch professionelle Leinwand sein. Möglich ist alles.