
- Gisela Gomoll im Kunsthaus Usedom - Ilse-Ruth Uebner
Die neue Ausstellung im Kunsthaus Usedom unterscheidet sich von der bisherigen Konzeption der kreativen Raststätte in Neppermin, einem kleinen Dorf im Usedomer Achterland. Diesmal geben die Initiatorinnen von Art Bistro und Galerie, Karola Glaser und Susanne Lange, der Usedomer Malerin Gisela Gomoll die Gelegenheit, einen großen Raum im Roten Haus, An der Landstraße 1, dauerhaft zu nutzen. „Unsere Ausstellungen, bei denen wir immer mehrere Künstler aus ganz verschiedenen Regionen mit ebenso unterschiedlichen Metiers vorstellen, wechseln regelmäßig“, erklärt Karola Glaser. Aber auch Gisela Gomoll will dafür sorgen, dass immer wieder neue Bilder zu sehen sind. „Ich habe noch so viele Arbeiten zu Hause zur Auswahl, aber langsam gehen mir die Rahmen aus“, sagt sie. Dabei habe sie erst vor wenigen Jahren angefangen, ihr Hobby Malerei zu einer ernsthaften Leidenschaft werden zu lassen.
Rezept für Kreative: Zeichenstift und Pinsel
Private und gesundheitliche Probleme zwangen Gisela Gomoll zur Besinnung auf ihre wahren Talente. Schon als Kind zeichnete sie gern. Ihre Mutter unterstützte diese Neigung. Aber im späteren Leben, als Sekretärin in einem Bauunternehmen und Mutter zweier Kinder, vergaß sie ihr Faible für Zeichenstift und Pinsel. Doch gerade diese beiden Utensilien halfen ihr aus einem persönlichen Tief. Gisela Gomoll besuchte Kurse beim Demminer Maler Karl Schlösser, später bei Harald Lange, Maler und Grafiker in Buschmühl, und an der Volkshochschule in Demmin. Dort lernte sie all das, was das Handwerk eines Kunstmalers ausmacht. Lust und Liebe zum Malen, künstlerisches Sehen und den Sinn für schöne Details musste ihr jedoch niemand beibringen. „Das sind Talente, die den Künstler vom Ästheten unterscheiden“, bewundert Günter Jankowski, Lebensgefährte der Malerin, immer wieder ihre Arbeiten. Zu Hause in Heringsdorf gäbe es allerdings nur ein Gomoll-Gemälde an der Wand – eine 110 mal 70 Zentimeter große Landschaft. Und, wie könnte es anders sein, ein Insel Usedom-Motiv.
Mit Ausstellungen auf dem Festland fing es an
Im Kunsthaus Usedom gibt Gisela Gomoll Einsicht in ein breites künstlerisches Schaffen. Da sind Bilder in Öl, Aquarelle, Radierungen und Zeichnungen zu sehen. Porträts, Studien, Blumen- und Früchte-Stillleben und immer wieder Landschaften. Die Motive sucht die Malerin in ihrer näheren Umgebung. „Wenn ich mit dem Fahrrad auf der Insel unterwegs bin, ist auch immer ein Skizzenblock mit dabei und ein Fotoapparat“, verrät sie. „In meine Bilder fließt das realistisch Gesehene, aber auch meine Fantasie mit ein“, erklärt sie ihren Arbeitsstil. Zu Hause, wenn Zeit, Lust, Ruhe und die richtige Stimmung zusammenkommen, verwandle sich der kleine Wintergarten zum Atelier.
Seit 2005 zeigt Gisela Gomoll ihre Arbeiten auch in der Öffentlichkeit. Die ersten waren in der Sparkasse und im Heimatmuseum in Demmin zu sehen. Auch in Schönfeld am Kummerower See oder im Kreiskrankenhaus Wolgast konnten sich Kunstfreunde an den Gemälden von Gisela Gomoll Lust auf einen Usedom-Besuch holen. Sie selbst hat Demmin, die Hansestadt in der mecklenburgischen Seenplatte, gegen das Kaiserbad Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom eingetauscht, als sie vor sieben Jahren zu ihrem Lebensgefährten Günter Jankowski zog. Der stammt aus dem Rheinland. „Auch eine schöne Gegend, aber nicht zu vergleichen mit der Insel“, schwärmt er.
Kunsthaus Usedom – ein idealer Ort für Gomollsche Inselblicke
Die Fotos der Malerin werden unter ihren Händen ebenfalls zu Kunstwerken. Deshalb ist im Kunsthaus Usedom auch eine kleine Fotoauswahl der Gomollschen Inselblicke ausgestellt.
Das Kunsthaus Usedom ist täglich von 7 bis 24 Uhr geöffnet. Neben der bildenden Kunst haben die beiden Galeristinnen kulinarische und musikalische Genüsse mit Ausblick aufs Achterwasser parat. Das Art Bistro bietet zu täglich wechselnden Tagesgerichten frische Salate mit Kräutern aus dem eigenen Garten. „Muttis selbst gebackener Käsekuchen darf natürlich auch nie fehlen“, sagt Karola Glaser, die ihr Hauptquartier bereits im Kunsthaus aufgeschlagen hat. Ganz selten, wenn sie privaten Besuch erwarte, sei sie auch mal kurz zu Hause im Nachbardorf. Im Kunsthaus Usedom könne man auch zwischen Null und sieben Uhr am Morgen klingeln und eine Rast einlegen. Samstags besuchen vor allem Muttis und Vatis mit ihren Sprösslingen das Art Bistro – für die Kleinen gäbe es nämlich immer eine besondere Betreuung. Und jeden Sonntag, also 52 Mal im Jahr, laden Karola Glaser und Susanne Lange von 11 bis 15 Uhr zum Piano-Brunch ein.
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