Manfred Mai entführt junge Leser durch "Die geheimnisvolle Tür"

Manfred Mai: Die geheimnisvolle Tür - www.dtv.de
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Ein Schritt durch eine geheimnisvolle Tür, und die Grenzen zur Realität verwischen. Manfred Mai belebt das altbekannte Bild in seinem Kinderbuch.

Alexander wohnt in einem Hochhaus, aber er nimmt lieber die Treppe als den Aufzug. Denn man weiß nie, wer im Fahrstuhl ist oder hereinkommt. Entweder trifft er dort Frau Kreuzberger mit den knorrigen langen Vampirfingern oder Herr Brachmann sorgt im Lift für Umweltverschmutzung ersten Grades mit seiner qualmenden Zigarre. Alexander will niemanden von ihnen treffen, und schon gar nicht Daniel, der sich immer auf Alexanders Kosten amüsiert und über ihn lustig macht.

Eines Tages saust der Fahrstuhl ins Untergeschoss des Hochhauses und noch weiter in eine unbekannte geheimnisvolle Unterwelt. Alexander betritt einen fantastischen Kosmos, voller Licht, Leben, Farben und Gerüche. Aber diese Vielfalt ist bedroht. Er wird zur Königin des Lichts geführt, die Alexander um Hilfe bittet. Der Herr der Finsternis bedroht ihr Reich, denn er hat der Königin des Lichts die goldenen Äpfel gestohlen. Ohne diese kann sie weder Licht noch Leben für ihre Untertanen erhalten. Alexander, Retter in der Not, soll das Unheil wenden. Helfen können ihm dabei nur ein Äffchen, eine Eule und seine Freundin Lisa…. doch bis sie dazu stößt, muss Alexander viele Abenteuer bestehen.

Die geheimnisvolle Tür – Manfred Mais Fantasy-Roman mit mythologischen Zügen

Eine magische Tür, ein Schrank in der Narnia-Reihe, der Spiegel bei Alice im Wunderland oder auch ein magisches Buch wie in Die unendliche Geschichte bilden in der Literatur immer wieder die Grenze, die überschritten werden muss, um von der Welt der Menschen in eine fantastische Welt einzutauchen. Nicht selten entpuppt sich der Besucher als der Held, der das Reich vor bösen Mächten retten soll.

Mythologische Motive – Dunkel und Licht, Leben und Tod, - hat Manfred Mai in diesem Fantasy-Roman für Kinder verarbeitet. Obwohl der Autor aus einem reichen Schatz schöpft, überzeugt das Werk nicht ganz. Die realen Szenen – im Fahrstuhl, das Unbehagen im Umgang mit anderen Menschen, die Unsicherheit des Jungen – all dies ist meisterhaft gezeigt. Dagegen hinkt die Fantasy-Erzählung. Sie wirkt einfach zu dünn und die Konflikte sind nicht tragfähig genug, um Spannung aufkommen zu lassen.

Manfred Mai überzeugt dagegen mit seiner Sprache, die konkret, flüssig und gut lesbar ist. Die wird den Leser in das Geschehen eintauchen lassen.

Sehr Mut machend ist allerdings das Ende des Romans – die Auflösung. Hier bekommen Kinder Zuspruch. Das Ende von „Die geheimnisvolle Tür“ ist überzeugend. Grenzen werden überwunden und verschoben, allerdings nicht in der fantastischen Welt, sondern der realen Welt der Personen - und das hat Bedeutung für junge Menschen, die auf der Suche nach ihrem Selbst sind.

Vorgeschlagenes Lesealter : 7-11.

Der Titel ist auch als E-Book erhältlich.

Manfred Mai: Die geheimnisvolle Tür. 144 Seiten. Broschiert. Deutscher Taschenbuchverlag 2012. 7,95 €.

Eva Maria Nielsen, Eva Maria Nielsen

Eva Maria Nielsen - Kurzvita 1994 Diplom Theologin in Münster 1996 Rezensentin für den Evangelischen Buchberater 1999 Magister in ...

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