Manga und westlicher Comic im Vergleich

Ythaq, westlicher Comic - Arleston, Floch
Ythaq, westlicher Comic - Arleston, Floch
Eingefleischte Comicliebhaber begegnen dem Phänomen Manga oft sehr skeptisch. Keine Sorge, Manga ist anders. Westlicher Comic auch.

Seit knapp zwanzig Jahren wird die deutsche Comic-Szene durch ein weiteres Gebiet bereichert – den japanischen Comic, Manga genannt.

Die Koexistenz von westlicher und östlicher Comickunst ist weitestgehend deshalb schon gewährleistet, weil sie sich in so vielen Punkten grundlegend unterscheiden.

So sprechen die jeweiligen Comics unterschiedliche Leser an und kommen sich, auch wenn sich Zielgruppen immer wieder überschneiden, nicht so sehr in die Quere.

Auch beeinflussen und bereichern sich diese beiden Richtungen gegenseitig, was durchaus zu interessanten Entwicklungen führen kann.

Unterschiede zwischen Manga und westlichem Comic

Leserichtung: Das augenfälligste Merkmal, denn im Gegensatz zum westlichen Comic wird er der Manga von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen, was der japanischen Schrift geschuldet ist.

Kolorierung: verglichen mit den aufwendig gestalteten farbigen Bildern in westlichen Comics erscheint der Manga mit seinen überwiegend schwarz-weißen Seiten geradezu blass.

Volumen: Sowohl die einzelnen Bände einer Serie, als auch die Serie selbst ist bei Mangas um ein vielfaches umfangreicher, als bei den westlichen Comics, die oft nur auf einen Zyklus von bis zu fünf maximal zehn Bänden ausgelegt sind.

Zeichenstil: der Manga ist schnell und dynamische gezeichnet und dementsprechend dynamisch wirken auch die Figuren, die zwar mit einfachen Strichen in Szene gesetzt werden, dafür aber Emotionen sehr differenziert ausdrücken können. Der westliche Comic ist sorgfältiger und langsamer gezeichnet. Folglich wirken die Figuren oft statischer auch das lesen selbst ist langsamer und erfordert mehr Zeit.

Figuren und Handlung: Der Manga nimmt sich neben der eigentlichen Geschichte noch viel mehr Zeit für Interaktionen zwischen den Figuren und der Entwicklung der Hauptcharakters im Laufe der Geschichte. Im westlichen Comic ist die Haupthandlung, der Erzählstrang, dem sehr zielstrebig gefolgt wird ohne auf Umwege zu geraten, was ja auch umfangbedingt nicht möglich wäre.

Text und Bild: im Manga herrschen Bilder und beschreibende Situationen vor. Der westliche Comic dagegen ist textlastiger und beschreibt Szenen und Zusammenhänge auch immer wieder mit Worten statt Bildern.

Preis: Mangas sind aufgrund ihres geringeren Zeichenaufwandes und den billigeren Druckkosten preiswerter als westliche Comics, die in jedem Belang aufwändiger und damit auch kostspieliger gestaltet sind.

Themen und Zielgruppen: Der Manga umfasst, ebenso wie Romane oder Filme, jedes Themengebiet und ist somit auch für jede Alters- und Interessensgruppe gedacht. Der westliche Comic orientiert sich dagegen weitestgehend an Kindern und Jugendlichen und wählt die Themen auch aus den entsprechenden Bereichen.

Gemeinsamkeiten von Manga und westlichem Comic

Beide haben den Film für sich entdeckt und toben sich hier in Zeichentrickfilmen und Animes aus. Beide wollen mit Bildern unterhalten und binden so den visuellen Kontext viel stärker ein, als es ein Buch ohne Bilder jemals könnte. Beide Comicstile wollen vor allem unterhalten, ob nun mit oder ohne Farbe, ob nun schnell oder gemütlich, im Grunde möchten sie schlicht, dass der Leser ein paar erfreuliche Stunden verbringt und treu sein Geld auch weiterhin zum Buchhändler seiner Wahl bringt.

Hannah Baumbach, Hannah Baumbach

Hannah Baumbach - 1987 in Nürnberg geboren hat sie als älteste von drei Kindern 2006 ihre Gymnasialkarriere erfolgreich abgeschlossen und ...

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