
- Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig - Pixelio
Mindestens 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind mangelernährt, berichtete das Deutsche Ärzteblatt am 22. Juni 2007, und bezifferte die Folgekosten von Mangelernährung für die Kranken- und Pflegeversicherung auf rund 8,9 Milliarden Euro.
Egal ob jung oder alt – jeder Mensch braucht ein Mindestmaß an Nährstoffen, um seine körperliche und geistige Leistungskraft zu erhalten. Wird dem Körper nicht genügend Energie zugeführt, reagiert er auf Dauer mit Schwächezuständen, Störungen im Stoffwechsel und mit ernsthaften Erkrankungen.
Zwei Formen der Mangelernährung: Fehl- und Unterernährung
Der Experte unterscheidet zwei Formen der Mangelernährung: die Fehl- und Unterernährung. Ist ein Mensch unterernährt, nimmt er zu wenig Nahrung zu sich und verliert an Gewicht. Bei der Fehlernährung wird der Bedarf an bestimmten Nährstoffen wie Vitaminen, Eiweiß oder Mineralstoffen nicht gedeckt wird. Diese Form der Mangelernährung ist weniger leicht zu erkennen.
Auch beim Verzehr kleiner Mengen muss ausgewogene Ernährung sichergestellt sein
Auch bei mangelernährten alten Menschen muss auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Mangelernährte Senioren nehmen oft nur kleine Mengen zu sich. Deshalb ist es bei ihnen besonders schwierig, eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. „Eine warme Mahlzeit am Tag, je eine Portion Obst und Gemüse oder Salat sowie ein Glas Milch und Joghurt, Quark oder Käse, eine Scheibe Vollkorn- oder Vollkornschrotbrot und ein Stück Fleisch, Fisch oder Eier sind die Mindestmengen, die ein mangelernährter Senior täglich essen sollte“, informiert Ricarda Holtorf, Diplom Oecotrophologin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. in Bonn. „Dazu sollte mindestens ein Liter Flüssigkeit in Form von Säften, Mineralwasser, Suppe, Tee oder Kaffee getrunken werden.“
Vielfältige Gründe für Mangeernährung
Die Ursachen für Mangelernährung sind sehr unterschiedlich. Im Alter verändert sich die geschmackliche Wahrnehmung von Lebensmitteln und auch der Appetit nimmt ab. Viele Senioren bevorzugen süße Speisen, da sie die Geschmacksrichtung süß besonders intensiv und nachhaltig wahrnehmen. Auch Medikamente können das Geschmacksempfinden beeinträchtigen und somit den Appetit reduzieren. Ebenso ist es möglich, dass sich Schmerzen, Trauer oder Depressionen auf den Appetit auswirken.
Verwirrte Menschen vergessen zu essen. Wer allein lebt, dem fehlt vielleicht der Austausch während des Essens und die Nahrungsaufnahme wird uninteressant. Auch die aufwändige Zubereitung schreckt im Alter ab. Ein Brot ist schnell geschmiert, aber es braucht Zeit, ein Gericht frisch zu kochen. Auch wer unter Kau- und Schluckbeschwerden leidet, meidet Lebensmittel wie etwa Fleisch, Obst oder Vollkornprodukte.
Mit kleinen Hilfen zum Essen motivieren
Kleine Tricks wie das Zerdrücken oder Pürieren von weichem Obst und Gemüse, die Verwendung von Broten aus fein ausgemahlenem Vollkornmehl sowie der Einsatz von Schmelzflocken helfen, eine ausgewogene Ernährung weitestgehend zu gewährleisten.
Stellen Pflegepersonen eine plötzliche Gewichtabnahme fest, ist dies ein Alarmzeichen. „Verlieren alte Menschen durch zu geringe Nahrungszufuhr oder auch aufgrund von Erkrankungen Gewicht, kann dies in vielen Fällen später nur schwer wieder ausgeglichen werden“, so Ricarda Holtorf. In dem Fall sollte das Lieblingsessen öfter auf den Tisch kommen und auch die Essenszeit flexibel auf die Bedürfnisse des Seniors angepasst werden. Viele kleine und appetitliche, frisch zubereitete Mahlzeiten motivieren außerdem zum Essen.
