Marihuana schadet der Seele. Ratgeber bei Sucht und Psychose

Wenn cannabis der Seele schadet - Patmos Verlag
Wenn cannabis der Seele schadet - Patmos Verlag
Pro und kontra zum Konsum der Modedroge Cannabis. Rezension des Buches: „Wenn Cannabis der Seele schadet".

„Auf einmal krabbeln Spinnen am Kopf herum und schneidende Stimmen erteilen dir absurde Befehle“, so die qualvollen Erfahrungen einer 16-jährigen Cannabis-Süchtigen.

„Die Gefahren der bislang als harmlos eingestuften Modedroge Cannabis scheint für die sensible Seele Jugendlicher und das gerade in dieser Zeit so verwundbare Gehirn größer als bisher angenommen zu sein. Ängste, Depressionen, bis hin zu Psychosen können die Folge eines jahrelangen Konsums der oft stark hochgezüchteten Droge sein. In den sowieso schon krisenhaften Zeiten der Pubertät werden die Anzeichen jedoch oft von Eltern, Lehrern oder anderen Erziehern nicht erkannt. Betroffene und Angehörige reagieren vielfach hilflos, wenn sie mit den klassischen Symptomen einer psychischen Erkrankung konfrontiert werden.“ So urteilen die Psychologin und der Psychotherapeut Lisa Lindberg und Christian Haasen In ihrem Buch „Wenn Cannabis der Seele schadet“.

Das Buch gibt fundierte Antwort auf die Frage was Eltern in diesem Zusammenhang wissen müssen und was sie tun können. Es ist sowohl Ratgeber für Eltern, Lehrer und alle Verantwortlichen in sozialen Berufen, die die Heilung von Kindern und Jugendlichen kompetent begleiten wollen.

Das Taschenbuch„Wenn Cannabis der Seele schadet“ ist in drei Hauptkapitel geteilt

Der 1.Teil:

"Cannabis, Abhängigkeiten und psychische Störungen", beinhaltet Basiswissen über Haschisch, den Konsum, und psychischen Störungen. Anhand von Fallbeispielen wird aufgezeigt, wie ein junger Mann seine Ängste überwand, aber auch auf die Selbstmordgefährdung der Betroffenen hingewiesen.

Der 2.Teil:

"Doppelte Betroffenheit - über die Behandlung", erklärt Begriffe und erläutert Behandlungen in stationärer oder einer Tagesklinik und welche Medikamente eventuell eingesetzt werden. Als wichtig sehen die Autoren eine Familientherapie an und betonen, dass einem einzelnen Rückfall, wenn der Konsument erkannt hat warum es dazu kam, keine große Bedeutung zugemessen werden soll. Die Rückkehr ins Leben betrachten sie, aus der Sicht eines Süchtigen, als Sprung ins kalte Wasser. Das Fallbeispiel verdeutlicht, dass Drogenprobleme und daraus resultierende psychische Probleme nicht von jedem Drogenberater erkannt werden und es sich empfiehlt mehrere Meinungen und Behandlungsmethoden einzuholen. Dass es nicht so einfach ist wieder in den schulischen- oder beruflichen Alltag zu kommen, belegen Statistiken.

Der 3.Teil:

"Tipps für Angehörige", geht auf die Reaktion von Familienangehörigen ein, unterstreicht die Wichtigkeit ihrer Unterstützung, beschreibt welche Voraussetzungen und Maßnahmen zu einer klinischen Einweisung gehören. Dringend wird darauf hingewiesen Selbstmordandrohungen der Abhängigen ernst zu nehmen Um helfende zu unterstützen wird die Möglichkeit von Angehörigenselbsthilfe vorgestellt.

Ein umfassendes Literaturverzeichnis und ein Adressanhang machen das Buch zu einer wertvollen praktischen Hilfe.

Nur ein bisschen Gras kiffen… ist nicht ok

Im vorliegenden Buch wird dazu angeregt, offen mit Schulleitern und Lehrern über das bisherige Problem zu sprechen. Wichtig sei es, dass der junge Mensch in dieser Phase Unterstützung von den Eltern oder Erwachsenen erfährt. Einfach wird eine Therapie trotzdem nicht, geben die Autoren zu bedenken und weisen auf die Möglichkeit hin, auch nach längerer Abwesenheit in der Schule, durch Beharrungsvermögen, Referenzen, die entscheidenden Beamten günstig stimmen zu können.

Wegen der Bandbreite des Themas kann das 200-seitige Buch nur eine erste Informationsquelle sein. Es gibt Anregungen, nimmt oder mildert Ängste. Zwischen den Zeilen lassen die Autoren immer wieder durchblicken, dass es kein Ausprobieren von Drogen geben sollte. Ein anderer Aspekt wird im Artikel: „Cannabis auf Rezept“ und „Cannabis als Medizin“, beleuchtet. Fakten über Hanf und Symptome die beim Gebrauch von Marijuana bei Jugendlichen auftreten können.

Die Autoren: Unter dem Pseudonym Lisa Lindberg schreibt eine Wirtschaftswissenschaftlerin und Psychologin aus Hamburg. Die engagierte Mutter berichtet von ihren Erfahrungen mit ihrer ehemals cannabisabhängigen Tochter.

Christian Haasen, arbeitet als Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Suchtkrankheiten an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Hamburg.

Cannabis zur Therapie Kranker zukünftig erlaubt

Wie Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler mitteilte, beschlossen die Regierungspartner aus Union und FDP, dass künftig schwerkranken Patienten Cannabis zur Therapie ihrer Leiden verschrieben werden darf.. Bislang ist der Konsum und die Verschreibung von Cannabis in Deutschland auch zu medizinischen Zwecken nicht erlaubt. Der Konsum zu Rauschzwecken und der Handel mit der Droge bleiben auch weiterhin verboten.

L. Lindberg/Chr. Haasen: „Wenn Cannabis der Seele schadet“, Patmos Verlag, 200 Seiten, 14,90 Euro

Online-Redakteurin, Gerlinde Ahrend, Gerlinde Ahrend

Gerlinde Ahrend - Ich bin Journalistin, Online-Redakteurin und Autorin, mit eigenem Journalistenbüro In der Vorbereitung meiner Ausbildung zur ...

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