Mario Gomez zu Bayern München?

Was für und gegen einer Wechsel vom VfB Stuttgart spricht

Bayerns Manager Uli Hoeneß will angeblich bis zu 30 Millionen Euro für den Stürmer des VfB Stuttgart ausgeben.

Als Aljaksandr Hleb 2005 vom VfB Stuttgart zum FC Arsenal wechselte, überwiesen die Londoner 15 Millionen Euro an die Schwaben. Es war bis dahin der einträglichste Transfer der Stuttgarter. Das hat sich nun geändert. Schon am Sonntag hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß angekündigt, sich nun verstärkt um Mario Gomez zu bemühen. Ganz offen hatte der im Fußball-Talk "Doppelpass" bei DSF erklärt, dass ihn auch 30 Millionen Ablösesumme nicht schrecken. Eine Woche zuvor hatte er allerdings noch gemeint, dass Gomez gar nicht auf der Einkaufsliste der Bayern stehe. Jetzt wechselt der schwäbische Stürmer für diese Rekordsumme zum Südrivalen nach München

Bayern München hat andere Baustellen

Zumindest das zeigt, dass Hoeneß offensichtlich sehr schnell bereit ist, seine Meinung zu ändern. Oder hat er sie vielleicht gar nicht geändert? Tatsache ist, dass die Bayern auf lange Sicht tatsächlich den Stuttgarter Torjäger haben wollen. Allerdings bestand nicht die zwingende Notwendigkeit, ihn schon für die nächste Saison zu verpflichten. Viel größer sind die Baustellen auf der rechten Abwehrseite, im Mittelfeld sowie im Tor. Zudem werden sich die Verantwortlichen bei Bayern auch über ihre inzwischen etwas in die Jahre gekommene Innenverteidigung Gedanken machen müssen. In dieser Situation mal eben 30 Millionen für Mario Gomez auszugeben, ist in der Tat kühn. Es ist zudem bei weitem der teuerste Transfer der Bayern, noch teurer als Franck Ribéry, der die Bayern auch schon 25 Millionen gekostet hatte. Auch wenn Fachleute schätzen, dass auf dem berühmt-berüchtigte Festgeldkonto der Bayern gut 100 Millionen Euro schlummern, ist es erstaunlich, dass ein Drittel davon für einen Luxustransfer genutzt wird.

Kostete Jürgen Klinsmanns Abgang die Bayern schon zehn Millionen Euro?

Immerhin könnten rund zehn Prozent dieses Kontos bereits abgeräumt sein. Etwa zehn Millionen Euro dürfte die Münchner das Abenteuer mit Jürgen Klinsmann gekostet haben. Allein an den ehemaligen Bundestrainer sollen 4,5 Millionen Euro als Abfindung geflossen sein. Außerdem musste der größte Teil seines riesigen Stabes gehen, der ebenfalls abgefunden werden musste. Für Anatolij Tymoschtschuk müssen die Münchner elf Millionen Euro nach St. Petersburg überweisen. Das alles lässt doch einigen Zweifel aufkommen, ob dieser Wechsel zu diesem Preis so weise war, zumal Gomez wohl vier Millionen Euro im Jahr verdienen wird. Allerdings waren zahlreiche andere europäische Spitzenclubs hinter dem Stuttgarter Stürmer her. Zudem schwächen die Bayern durch diesen Kauf auch einen ernst zu nehmenden Konkurrenten in der Bundesliga. Diese Transferpolitik hat in München Schließlich Tradition.

Der Bayernsturm altert

Immerhin ist absehbar, dass sich auch im Sturm demnächst Altersprobleme ergeben. Luca Toni hat für seine Verhältnisse eine eher mäßige Saison gespielt. Der italienische Weltmeister ist nun 32 und sein Sturmpartner Miroslav Klose auch bald 31 Jahre alt. Das ewige Talent Lukas Podolski hat man gerade nach Köln ziehen lassen und Ivica Olic, die Neuverpflichtung aus Hamburg, feiert im September seinen 30 Geburtstag. Da wird es tatsächlich so langsam Zeit für eine Blutauffrischung im Bayernsturm.

AC Mailand hat Interesse an Luca Toni

Es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass Mario Gomez kommen wird, ohne dass die Bayern ihrerseits mit einem überraschenden Transfer wiederum viel Geld einnehmen. Die erste und logische Variante wäre, Luca Toni zu veräußern. Dessen Marktwert wird auf 24 Millionen Euro geschätzt. Ob die zu erlösen sind, ist fraglich. Außerdem gehört der Italiener bei den Bayern zu den Spitzenverdienern. Zu einer hohen Ablöse käme dann auch noch ein hohes Gehalt, das der abnehmende Verein bezahlen müsste. Allerdings hat der AC Mailand bereits sein Interesse an Toni angemeldet.

Franck Ribéry im Tausch mitl Aljaksandr Hleb nach Barcelona?

Spektakulär sieht die folgende Variante aus: Bayern lässt Franck Ribéry nach Barcelona ziehen für 29 Millionen Euro und bekommt im Gegenzug dafür noch Aljaksandr Hleb als Dreingabe. Der weißrussische Kapitän sitzt bei den Katalanen nämlich meist auf der Bank. Dann wäre das Geld für Gomez da und das Problem im Mittelfeld gelöst. Für die Bayern wäre das darüber hinaus ein echtes Schnäppchen. Hlebs Markwert beträgt 15 Millionen, der von Ribéry 35 Millionen. Das heißt, die Bayern hätten dann sogar noch neun Millionen gespart. Angeblich soll Ribéry in Barcelona schon auf Wohnungssuche sein. Uli Hoeneß hat allerdings auch gesagt, wenn jemand 50 Millionen für den Franzosen biete, "geh ich nicht mal ans Telefon." Aber vielleicht ist ja Sir Alex Ferguson am Ende der Leitung und bietet 70 Millionen, weil sich gerade Cristiano Ronaldo zu Real Madrid verabschiedet hat. Dort sitzt übrigens Zinedine Zidane als Berater der künftigen Präsidenten Florentino Perez. Angeblich will Zidane Ronaldo gar nicht haben - sondern Franck Ribéry.

Peter S. Kaspar, Peter S. Kaspar

Peter S. Kaspar - Die journalistische Laufbahn begann für mich 1982 beim "Schwarzwälder Boten", zunächst als Lokal- und dann als ...

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