Marketing für Autoren

Wie man sein Werk am besten in Szene setzt

Marketing - Mayer-Zach
Marketing - Mayer-Zach
Es gibt viele Möglichkeiten für einen Autor, den Verlag bei Marketingaktivitäten zu unterstützen.

Das Werk ist fertig, endlich ein Verlag dafür gefunden und stolz hält der Autor sein Buch in der Hand. Nun sollten möglichst viele Personen von diesem freudigen Ereignis erfahren. Teilweise wird der Verlag das Marketing übernehmen, aber wohl jeder Verlag wird es gut heißen, wenn sich ein Autor beim Marketing einbringt und seine persönlichen Kontakte nutzt, um die Verkaufszahlen zu steigern.

Pressearbeit

Wenn ein Autor selbst eine Presseaussendung über das eigene Werk aussendet, könnte das bei manchen Leuten, vor allem im Kulturbetrieb, negativ ankommen, weil Autoren, die ihre Werke plump anpreisen, in der Gunst von Journalisten, Buchhändlern, Autorenkollegen und Leserschaft sinken. Aber nichts spricht dagegen, eine gut formulierte Presseinformation über das Buch, seine wichtigsten Aussagen und eine Kurzbio über den Autor vorzubereiten und diese Informationen dann im Namen des Verlags über dessen Presseverteiler versenden zu lassen.

Presseverteiler

Manche kleine und auch einige größere Verlage besitzen keinen aktuellen Presseverteiler. Die Mühe für die Erstellung eines Presseverteilers, der jene Medien beinhaltet, die für den Autor relevant sind, zahlt sich langfristig aus. Der Presseverteiler soll den Namen des Mediums, Adresse, Website und vor allem den Namen des zuständigen Redakteurs und dessen vollständige Kontaktdaten beinhalten. Am besten ist es, wenn der Autor nur jene Medien in den Verteiler aufnimmt, die in ihren Buchbesprechungen und auf ihren Kulturseiten tatsächlich jene Themen und Genres behandeln, die auf sein Buch zutreffen.

Journalisten müssen sich an ihren Lesern orientieren und werden daher nur solche Information berücksichtigen, die diesen einen Nutzen bringen. Die Erstellung eines Presseverteilers bringt zumeist auch persönliche Kontakte zu Presseleuten. In diesem Fall kann ein Autor Journalisten auch direkt über aktuelle Ereignisse informieren. Der Journalist wird, sofern die Information einen Lesernutzen hat, eher darüber berichten, als wenn ihm der Autor völlig unbekannt ist.

Lesungen

Lesungen sind sehr wichtig, um Autor und Werk bekannt zu machen. Es zählt an sich zur Aufgabe eines Verlages, für seine Autoren Lesungen zu organisieren. Doch in der Praxis sieht es zumeist anders aus: Eigeninitiative ist gefragt. Besonders gilt dies für Neo-Autoren, denen am Beginn ihrer Autorenkarriere oft nichts anderes übrig bleibt, als sich selbst um Lesungen zu kümmern.

Hier ist ebenfalls eine gewisse Basisarbeit zu leisten, die im Google-Zeitalter aber relativ rasch erledigt werden kann. Websites von Autorenkollegen und kulturellen Institutionen, Veranstaltungsplattformen, die über Lesungen und Kulturtage berichten, geben einen umfassenden Überblick, wo überall gelesen wird. Am besten sammelt der Autor alle für ihn relevanten Anregungen. Nach Absprache mit dem Verlag wird der Autor diese persönlich kontaktieren oder vom Verlag kontaktieren lassen.

Übung macht den Meister

Vorlesen allein ist nicht genug. Ein Text will gespielt sein, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Diese Erfahrung muss in der Regel erst geübt werden, außer der Autor ist bereits Profi und verfügt über eine Schauspiel- oder Stimmausbildung. Erste Lesungen im trauten Kreis bieten Neo-Autoren die Möglichkeit, öffentliche Auftritte zu üben und allfällige Schwachstellen auszumerzen, damit dann der erste „große" Auftritt ein Erfolg wird.

Kontakte zu Buchhändlern

Ebenfalls sinnvoll ist es, persönliche Kontakte zu lokalen Buchhändlern aufzubauen. Denn wenn ein Buch nicht in Buchhandlungen landet, wo es vom Leser gefunden und gekauft werden kann, dann hat das beste Werk keine Absatzchancen. Aber Vorsicht: Buchhändler sind eine sensible Spezies und entwickeln rasch eine Antipathie gegenüber Autoren, die ihnen ihr Buch aufs Auge drücken wollen.

Autorenverbände

Hilfreich kann es sein, einem Autorenverband beizutreten. Allein der Umstand, dass der Autor einer Autorengruppe angehört, festigt den Status und kann die Teilnahme an Einzel- oder Gemeinschaftslesungen und Veranstaltungen erleichtern. Aber zu hohe Erwartungen dürfen nicht gestellt werden: Jeder Verein ist so stark wie seine Mitglieder. Das heißt die Frage ist nicht, was kann ein Verein für einen tun, sondern was kann das einzelne Mitglied für den Verein leisten. Erst wenn jeder sein Können und seine Kontakte einbringt, haben alle einen Vorteil.

Ilona Mayer-Zach, Sabine Windsor

Ilona Mayer-Zach - Geboren in Graz, Wahlwienerin. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften; Medienkundlicher ...

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