Aufgrund steigender Preise für Energie konnte die Solarindustrie im vergangenen Jahr spürbar wachsen. Das Wachstum und die Hoffnung auf noch mehr Wachstum führten und führen noch immer dazu, dass Unternehmen wie SolarWorld (die zwischenzeitlich sogar mal im Gespräch waren, Opel zu übernehmen) Kapazitäten aufbauten und das durch neue Verschuldung finanzieren.
Finanzkrise: Euphorie in der Solarindustrie klingt ab
Durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Situation auch am Solarmarkt ein wenig abgekühlt. Was indes bleibt, das sind die Schulden einzelner Unternehmen. Sicherlich wird die Solarindustrie in den kommenden Jahren noch immer relevant wachsen, die Euphorie, die in der Branche noch bis in den letzten Herbst hinein uneingeschränkt vorherrschte, die ist mittlerweile dann aber doch abgeklungen.
Aktuell werden Investitionen in die Zukunft verschoben
Hinzu kommt, dass auch Privatleute und Unternehmen vor größeren Investitionen zurück schrecken, die nicht zwingend erforderlich sind. Und so wird so manch Solaranlage weniger auf den Dächern installiert, die im vergangenen Jahr noch installiert worden wäre. Überkapazitäten und zugleich sinkende Nachfrage führen in der Regel zu sinkenden Preisen. Und genau das ist auch die Herausforderung, der sich die Solarbranche stellen muss.
Angebot übertrifft die Nachfrage nach Solarenergie
Dazu gibt es auch Zahlen von Marktforschungsinstituten. Demnach soll schon im vergangenen Jahr das Angebot auf dem weltweiten Solarmarkt die Nachfrage um rund das Doppelte überstiegen haben - die Kapazitäten wurden aufgrund von Subventionen dennoch weiter aufgebaut. In diesem Jahr soll das Angebot die Nachfrage gar um mehr als 165 Prozent übersteigen. Da kann man schon heute eins und eins zusammen zählen, dass es in Zukunft eine Konsolidierung auf dem Solarmarkt geben wird. Konkret bedeutet das, dass es die Unternehmen, die es heute gibt, so in Zukunft nicht mehr geben wird. Entweder werden sie gekauft, gehen pleite oder bleiben nur durch staatliche Stütze länger und künstlich am Leben.
Seit Barack Obamas Amtsantritt zieht die USA im Solarmarkt nach
Aktuell macht es volkswirtschaftlich dennoch noch Sinn, die Solarbranche durch Subventionen zu stützen. Denn nur so kann eine gewisse Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den herkömmlichen Energieträgern - Öl, Kohle oder Atomenergie - hergestellt werden. Ohne Unterstützung des Staates ist Solarenergie schlichtweg zu teuer, um einen relevanten Beitrag zur Energiegewinnung zu leisten. Das ist auch etwas, was in den USA zu beobachten ist, seit mit Barack Obama ein Präsident die Geschicke des Landes lenkt, dem deutlich mehr am Umweltschutz gelegen ist, als seinem Vorgänger George W. Bush. Und so wird bereits damit gerechnet, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die USA der weltweit größte Photovoltaik-Markt sein wird. Derzeit ist das noch Deutschland.
