
- Heitz: Die Legenden der Albae - Vernichtender Hass - Piper
Markus Heitz ist derzeit der erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Sein Fantasy-Roman „Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ stieg auf direkt nach Erscheinen auf Platz 5 in der Spiegel-Bestsellerliste ein und verteidigte die Position in den Folgewochen, ehe ab September von anderen Titeln überholt wurde. Mit der guten Einstiegsplatzierung die Albae am Ende Heitz noch größere Erfolge bescheren als es die Zwerge taten.
„Vernichtender Hass“ ist der zweite Band der „Legenden der Albae“
„Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ knüpft dort an, wo Band 1, „Gerechter Zorn“ aufgehört hat. Unter der Führung von Sinthoras und Caphalor haben die Albae das Tor zum Geborgenen Land erobert. Die Zwerge am Steinernen Torweg sind besiegt, und die anderen Zwergstämme, Menschen und Elben ahnen nichts von der Bedrohung durch die Albae und ihre Vasallen. Sinthoras und Caphalor senden Kundschafter aus und schmieden große Pläne zur Eroberung der Menschen- und Elbenreiche. Doch dann geben sie das Heft aus der Hand, da Sinthoras ins heimische Albae-Land zurückkehrt, um seine Geliebte Timanris zu sehen, die er für tot gehalten hatte. Und während sich durch diese Atempause erster Widerstand im Geborgenen Land formieren kann, erwächst den Albae in ihrer Heimat eine neue Bedrohung: Die Dorón Ashont sind zurück, die Todfeinde der Dunkelelben.
Markus Heitz setzt in „Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ auf viele Figuren
Im Gegensatz zu „Gerechter Zorn“ stehen in „Vernichtender Hass“ nicht so sehr Sinthoras und Caphalor im Mittelpunkt. Heitz wollte nach eigenem Bekunden weitere Schicksale von Menschen und Albae schildern und auf neue Orte eingehen, daher wollte er sich nicht an die beiden binden. So nimmt vor allem Carmondai eine größere Rolle ein, ein Zeichner und Autor. Er soll zum Chronist des Feldzugs im Geborgenen Land werden, greift dann aber stärker ein als geplant. Weitere wichtige Albae sind Morana, Virssagòn und Arviû sowie der Politiker Polòtain. Hinzu kommen einige Menschen und menschliche Magi. Das führt dazu, dass die Handlung ein wenig zerfasert. „Die Legenden der Albae – Vernichtender Hass“ hat mehr von einer Kurzgeschichtensammlung als von einem Roman. Das Motiv, das die Geschichten zusammenhält, ist der vernichtende Hass. Die Albae hassen die Elben und umgekehrt, die Sklaven der Albae hassen ihre Herren, die Dorón Ashont hassen die Albae, was diese erwidern, und dann hassen sich noch so manche Albae untereinander und intrigieren gegeneinander. Mitleiden und mitfiebern können Leser jedoch mit keinem der Charaktere so richtig, zu eindimensional, zu blass bleiben die Figuren.
Markus Heitz schreibt die „Die Legenden der Albae“ fort
„Vernichtender Hass“ ist vor allem für regelmäßige Leser von Markus Heitz spannend. Wer die Geschichte des Geborgenen Landes und der Zwerge verfolgt hat, kann in dem Fantasy-Roman der Albae-Reihe ein paar Wissenslücken füllen, etwa über die Entstehung des Albae-Reichs Dsôn Balsur. Lesern, denen die Zwerge-Romane nicht geläufig sind, erfahren dort mehr über das Schicksal von Sinthoras und Caphalor. Markus Heitz hat angekündigt, weitere Wissenslücken füllen und noch zwei weitere Bände der „Legenden der Albae“ veröffentlichen zu wollen. Band 3 wird zeitlich zwischen Band 3 und 4 der Zwerge-Reihe spielen. Im Mittelpunkt stehen Ereignisse in der Schwarzen Schlucht. Ein Wiedersehen mit dem darin verschwundenen Tungdil ist nicht ausgeschlossen – tiefer lässt sich Markus Heitz derzeit nicht in die Karten schauen.
Markus Heitz: Vernichtender Hass. Die Legenden der Albae. Band 2. Piper-Verlag 2011. Broschiertes Taschenbuch, 652 Seiten. Euro 15,99 (Österreich 16,50).
