Marsilius von Padua

Der mittelalterliche Kirchenkritiker schrieb ein philosophisches Werk mit dem Titel "Defensor Pacis", der Verteidiger des Friedens.

Geboren wurde Marsilius als Sohn eines Notars vermutlich zwischen 1285 und 1290 bei Padua unter seinem eigentlichen Namen Marsiglio dei Mainardini. Als junger Heranwachsender begann er medizinische und philosophische Studien, welche er an der Sorbonne in Paris vollendete, wo er darauf im Jahre 1312 eine Lehrtätigkeit ausübte und von März bis Oktober des Jahres 1313 als Rektor der Artistenuniveristät fungierte.

Der Defensor Pacis - eine kirchenkritische Studie

Durch seine theologischen Studien beeinflusst, brachte er 1324 eine Rohfassung seines revolutionären Werkes Defonsor Pacis heraus, infolgedessen er von Papst Johannes XXII. als Ketzer verurteilt wurde und mit seinem Manuskript 1326 an den Hof von Ludwig dem Bayern flüchten musste, dem sein Werk gewidmet war. Ob Marsilius von Padua zusammen mit Johannes von Jadum an dieser Urform des Defensor Pacis gearbeitet hat, ist umstritten. 1327 schaffte Marsilius die Vollendung seines Traktates, jedoch wurde er sogleich am 9. April desselben Jahres exkommuniziert. Am 17. Januar 1328 war er bei der Kaiserkrönung von Ludwig, welche sich ohne päpstliche Mitwirkung vollzog, und an der Ernennung des Gegenpapstes Nikolaus V. anwesend.

Gliederung und inhaltliche Auseinandersetzung

Der Defensor Pacis ist in drei dictiones unterteilt, um den inhaltlichen und philosophischen Gedanken einen Rahmen zu geben:

  1. Dictio: Sie beinhaltet eine Erklärung und Definition von relevanten Oberbegriffen wie Gesetz, Friede, Staat etc. Die Frage nach dem Staat und seinem Zweck scheint die zentrale Thematik zu sein. Die congregatio civium ("Zusammenkunft der Bürger") sei die effektivste Legislative, denn nur aus der gesellschaftlichen Natur des Menschen heraus gründet politische Macht.
  2. Dictio: Diese theologisch ausgerichtete Einheit stellt die Machtposition von Papst und Priestern in Frage. Marsilius von Padua fordert die Herrschaft des Volkes. Es soll sich die Gesetze selbst oder durch einen von ihm aufgetragenen Gesetzgeber bestimmen. Daher wird der Herrschaftsanspruch des Papstes verworfen. Die alleinige Macht des Papstes und der Priester bestünde allein in der Verkündung des "Himmlischen Reiches" und die Pflicht, wie Jesus Christus und seine Apostel in Armut zu leben.
  3. Dictio: Zusammenfassend erörtert Marsilius nochmals die Basis eines politischen Gemeinwesens und beschränkt die wahre Aufgabe des Papstes auf das Konzil, welches er einberufen darf, aber an dessen Beschlüsse er sich zu richten hat.

Mit dem Defensor Pacis stellt sich Marsilius von Padua radikal gegen die Position des Papstes, dessen Macht in keinster Weise legitimiert sei und folglich den allgemeinen Frieden störe. Mit seiner Widmung an Ludwig macht er sich beim Kaiser beliebt, daher schrieb er am kaiserlichen Hof in München eine verkürzte Fassung seines Hauptwerkes, den Defensor Minor. Diese letzte Schrift, welche das kaiserliche Recht zur Eheschließung zum Thema hatte, beendete er dort kurz vor seinem Tod im Jahre 1342/43.

Weiterführende Literatur:

  • R. Scholz (Hg.), Marsilius von Padua, Defensor Pacis, 1933.
  • C. Vasoli, Il difensore della pace. Marsilio da Padova, 1975.
  • G. Piaia, Marsilio e dintorni: contributi alla storia delle idee, 1999.
  • J. Quillet, La philosophie politique de Masile de Padoue,1970.
  • A. Ghisalberti, Il superamento del concordismo teologico e la crisi della diachia, in Storia della teologia nel Medioevo, a cura di G. d'Onofrio, vol. III, 1996, S. 541-604.
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Markus Rinner - Clarorum virorum facta moresque posteris tradere... (Die Taten und die Sitten der ehrwürdigen Männer den Nachkommen zu ...

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