Martin Fourcade wurde am Samstag (3. März 2012) in Ruhpolding neuer Sprint-Weltmeister. Auf der von der Sonne sulzig aufgeweichten und daher äußerst anspruchsvollen Strecke über 10 Kilometer kam der Franzose trotz zwei "Fahrkarten" nach 24.18.,6 Minuten als Erster ins Ziel. Die Silbermedaille bei den IBU-Weltmeisterschaften holte sich der Norweger Emil Hegle Svendsen, der gleichfalls zweimal die Scheiben verfehlte, am Ende aber einen Rückstand von 15,1 Sekunden auf den neuen Weltmeister hatte. Ganze 2,6 Sekunden fehlten am Ende Carl Johan Bergman zum zweiten Podestrang und so durfte sich der Schwede trotz fehlerfreier Schießleistung aber immerhin über WM-Bronze freuen.

Stimmungsvolle Kulisse in ChiemgauArena

28.000 Zuschauer in der ChiemgauArena sorgten erneut für eine farbenprächtige und stimmungsvolle Kulisse. Und mit 139 Teilnehmern gab es bei der 45. IBU Biathlon-Weltmeisterschaft einen neuen Teilnehmerrekord. Herkules-Arbeit war also für Wettkampfleiter Norbert Baier und die Hände der fleißigen ehrenamtlichen Helfer auf der Strecke angesagt. Und sie hatten gute Arbeit geleistet - trotzdem wurde es angesichts der frühlingshaften Temperaturen gerade für die weiter hinten gestarteten Teilnehmer ein "Startnummern-Rennen".

Martin Fourcade feiert ersten Sieg in Deutschland

Die Franzosen gehörten zum Auftakt der IBU Biathlon Weltmeisterschaft in der Mixed-Staffel mit Rang elf zu den großen Verlieren. Umso größer war die Genugtung bei Martin Fourcade nach dem Gewinn der Goldmedaille. "Es ist der beste Tag meines Lebens, mein erster Sieg in Deutschland". Das Schießen ist sehr schwierig, weil die deutschen Fans die eigenen Sportler sehr stark anfeuern", ergänzte der 23-jährige Franzose.

Von einer "super Atmosphäre" in der ChiemgauArena sprach Emil Hegle Svendsen. Er sah den gegenüber dem Anschießen aufkommenden Wind als Ursache für seine beiden Schießfehler. Vor stimmgewaltigem eigenen Anhang aus Norwegen war die Silbermedaille nach Gold in der Mixed-Staffel bereits das zweite Edelmetall im zweiten Wettkampf.

Carl Johan Bergman lobt Publikum in Ruhpolding

Gut erholt von seiner Erkrankung zeigte sich Carl Johan Bergman. Der Schwede musste erkältungsbedingt nach dem Weltcup in Oslo für eine Weile pausieren, meldete sich aber bei der Weltmeisterschaft eindrucksvoll zurück. "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, es ist alle gut gelaufen heute. Kompliment an das Publikum. Ruhpolding ist eine Perle im Biathlon-Sport", verteilte der 33-jährige Schwede artig Komplimente an die Fans.

Thomas de Maiziére kann DSV-Biathleten nicht zur Medaille gratulieren

Vor den Augen von Verteidigungsminister Karl Ernst Thomas de Maizière, "man kann Siege nicht bestellen", konnte dieser wenig Komplimente an die deutschen Biathleten verteilen. Mit einem Rückstand von 1.12,8 Minuten war Andreas Birnbacher auf Rang sechzehn der Beste, der fünf DSV-Skijäger. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. In der Loipe und vor dem zweiten Schießen war ich richtig kaputt, deshalb hat es beim zweiten Schießen nicht mehr gepasst und damit war mein Konzept durchkreuzt, bilanzierte der mit Medaillenchancen gestartete Schlechinger, der im Stehendanschlag zwei Scheiben stehen ließ.

Simon Schempp verpasst Medaille beim Stehendschießen

Anders vorgestellt hatte sich auch Simon Schempp seinen WM-Auftakt. Gleichfalls mit zwei "Fahrkarten" im zweiten Schießen versemmelte sich der 23-jährige von der SZ Uhingen ein besseres Resultat als Rang neunzehn. "Die zwei Fehler im Stehendschießen waren eindeutig zu viel, ich bin sehr verärgert, weil heute mehr drin war. Die Zuschauer haben mich beflügelt, da spüre ich keinen Druck", bilanzierte Schempp nach dem Rennen.

Titelverteidiger Arnd Peiffer enttäuscht auf Rang 37

Zu einer Enttäuschung entwickelt sich die Heim-WM für Arnd Peiffer. Der Titelverteidiger im Sprint musste nach seinem Fiasko mit dem Schießen in der Mixed-Staffel einen erneuten Tiefschlag einstecken. Drei Strafrunden und 1.45 Rückstand auf Fourcade bedeuteten am Ende Rang 37. "Die Strecke war heute deutlich tiefer als bei der Mixed-Staffel. Heute hat nicht viel zu zusammengepasst. Ich habe auf der Strecke konstant verloren, ich muss das erst Mal verdauen und versuchen im „Verfolger“ Schadensbegrenzung zu machen", sagte der enttäuschte Biathlet vom SC Clausthal-Zellerfeld.

Greis mit guter Laufleistung aber drei Schießfehlern

Michael Greis kam nach drei Fahrkarten und 1.43,6 Minuten als 26. ins Ziel und befand, "läuferisch war es heute super. Ich bin wieder von den Toten auferstanden. Die zwei Fehler im Liegendschießen ärgern mich sehr. Es ist genau an dem Schießstand passiert, wo ich seit Jahren trainiere", meinte der dreifach Olympiasieger nach dem Sprint-Wettkampf. Florian Graf beendete seine persönliche WM-Premiere von Ruhpolding mit drei Schießfehlern und einem Rückstand von 1.43,6 Minuten auf Platz 34.

Das Wettkampfprogramm und die Startzeiten gibt es hier. ARD und ZDF sowie Europsport berichten live von den Titelkämpfen in Ruhpolding. Aktuelle Ergebnisse und Geschichten rund um die Biathlon-WM gibt es auch bei suite101.