
- Blick auf Martinsthal im Rheingau - Martin Leister
Martinsthal, Stadtteil von Eltville am Rhein, liegt im Rheingau, ca. 10 km von der Landeshauptstadt Hessens Wiesbaden entfernt. Wer in den Rheingau fährt, findet eine reichhaltige Kultur. Das Rheingauer Musik-Festival ist überregional bekannt. Auch die Klöster Eberbach, Marienthal und Eibingen sind beliebte Ziele von Einheimischen und Gästen. Wie ist es aber mit der Kultur eines Dorfes von ca. 1400 Einwohnern? Der Flyer des Fördervereins Kulturdenkmäler Martinsthal e.V. gibt Auskunft:
Kulturkirche Martinsthal mit vielen Veranstaltungen
Die ehemalige Pfarrkirche St. Laurentius und Sebastianus wird zurzeit als Kulturkirche Martinsthal - KukMal - genutzt. Seit 2005 werden hier kulturelle Veranstaltungen angeboten. Die Kirchengemeinde und ein Freundeskreis haben sich dies zur Aufgabe gemacht. In diesem Jahr finden zwei Gemäldeausstellungen, die Aufführung eines Kindermärchens sowie zwei Konzerte statt. Ende November steht die Kulturkirche im Mittelpunkt des Martinsthaler Adventsmarktes. Weitere Informationen bietet die Kirchengemeinde auf der Homepage an.
Der Wildsau-Platz am Ortseingang - von Schlangenbad kommend - erinnert mit 4 bronzenen Schweine-Skulpturen an die berühmte Martinsthaler Weinlage "Wildsau". Auf den Flaschen des köstlichen Weines aus einer Hanglage ist die Wildsau ebenfalls abgebildet.
Martinsthaler Lourdes-Madonna - Maria in den Weinbergen
In der Martinsthaler Weinlage "Langenberg" steht die Lourdes-Madonna, hoch über dem Dorf und schützt die Menschen. Die Statue wurde 1902 von einem unbekannten Spender gestiftet. Jedes Jahr am Fest "Christi Himmelfahrt" führt eine Prozession zur "Mutter-Gottes". Die Sicht von hier aus ist bei sonnigem Wetter herrlich: über den Rheingau und das Rheintal.
Die Rödchen-Kapelle in den Weinbergen, rechter Hand von Wiesbaden kommend, erinnert an das Kloster und Dorf Rode, der Muttergemeinde Martinsthals. Als Martinsthal 1363 durch den Mainzer Erzbischof Gerlach gegründet wurde, zogen die Bewohner Rodes hinter das schützende Gebück (ein Naturwall). Wer dorthin zog, erhielt vom Erzbischof eine gewisse Zeit Steuerfreiheit. Die Kapelle bestimmt auch den Namen der dritten Weinlage Martinsthals: "Rödchen". Heute ist der Platz um die Kapelle befestigt und bepflanzt. Hier kann man ungestört in ein stilles Gebet versinken. Die aufgestellten Bänke laden aber auch zur Rast ein. Kleine Feierlichkeiten können hier ausgerichtet werden.
Der Hasloff-Brunnen, ein paar Meter unterhalb der Rödchen-Kapelle wurde erst vor kurzem im Rahmen der Flurbereinigung neu gestaltet und somit zu einem Rastplatz für Wanderer in den Weinbergen. Die Quelle lieferte den Vorfahren Martinsthals, vor allem den Winzern bei ihrer anstrengenden Arbeit, frisches Wasser. Auch heute kann man sich hier von den Anstrengungen eines Spaziergangs erholen.
Stehkragenwinzer am Brunnen auf dem Marktplatz
Der Stehkragenwinzer auf dem Marktplatz von Martinsthal erinnert an frühere Zeiten. Die hiesigen Weinbauern, so sagt man, seien recht stolz gewesen. Deshalb gingen sie ordentlich angezogen - mit Stehkragen – ihr Arbeitsgerät geschultert sowie mit Verpflegung und einem guten Martinsthaler Wein in die Weinberge. Während der Arbeit hängten sie den Stehkragen an einen Pflock und kehrten nach getaner Arbeit wieder korrekt gekleidet ins Dorf zurück. Die Skulptur wurde im Rahmen der Dorferneuerung in den 90er-Jahren – verbunden mit einem Brunnen – aufgestellt.
Martinsthal, nördlicher Stadtteil von Eltville am Rhein, ca. 10 km westlich von Wiesbaden, Hessen, Rheingau-Taunus-Kreis. Informationen auch unter www.eltville.de.
