
- Gedenknotizen - Jens Goetze
In diesem Jahrhundert hat es bisher noch kein grausameres Massaker gegeben. Tausende von Menschen wurden von einer Minute zur anderen getötet, Menschen, die wie an jedem anderen Tag einfach nur ihrem Tagewerk nachgehen wollten. Immer wieder stellt sich die Frage, wer so viel Gewalt ausüben kann. Geradezu in atemberaubender Geschwindigkeit wurden die Schuldigen und die Drahtzieher der Öffentlichkeit präsentiert. Schon unmittelbar nach dem verheerenden Massaker vom 11. September wechselten ständig neue Darstellungsweisen über die Ursachen und den Ablauf des Terroraktes.
Filmmaterial des “Spiegel”
In der Ausgabe des 5. September 2011 war eine DVD enthalten, die Fakten über das Vorfeld des 11.September und ihre Drahtzieher präsentiert. Darin werden sowohl Atta als auch Ziad, die als Piloten der Unglücksmaschinen dargeboten wurden, von US-amerikanischen Terrorismusexperten beurteilt. Der aufmerksame Zuschauer fragt sich , woher kannte man diese Leute? Weiterhin werden die USA als potentieller Feind Afghanistans präsentiert. Nach dem Sieg über die Sowjetunion hatte man in Afghanistan auf Hilfe der USA gehofft. Diese Hilfe blieb jedoch aus.
Der Film stellt einen Besuch einer Al-Kaida Gruppe in New York im Jahre 1994 dar. Auch hier darf sich der Zuschauer fragen, woher weiß man das und warum hat man dem Ereignis nicht mehr Bedeutung beigemessen, obschon ein Missverhältnis zwischen den USA und Al-Kaida bekannt war. Selbst über den Fakt, dass während dieses Besuches ein Video vom World Trade Centre (im folgenden WTC genannt) gedreht wurde und dieses dann nach Afghanistan geschickt wurde, war den Geheimdiensten der USA bekannt. Über Atta war bekannt, dass er zwar zu Beginn ein recht fleißiger Student war, sich aber dann zunehmend zu einem Radikalen entwickelt hat, der sein Studium vernachlässigt haben soll. Im Gegensatz dazu steht die Aussage, dass er sein Diplom mit ziemlich guten Leistungen absolviert hat. Wie konnte er dieses Ergebnis erzielen, wenn jeder wusste, dass er sich mehr dem Islam widmete als seinem Studium?
Zahlen, Fakten und Bilder, die die Teilnehmer der Ausbildungslager in Afghanistan darstellen, werden dokumentiert. Ganz offizielle Aufrufe, die nach Freiwilligen für eine besondere Mission suchen, werden bereits im Vorfeld über Medien ausgestrahlt. Dargestellt wird auch Bin Ladens Aktivität für seine geplante Mission, in der er Männer dafür in Hamburg sucht. Auch existente Videos werden in dem Filmmaterial präsentiert. Woher sind all diese Erkenntnisse und das entsprechende Beweismaterial? Existierten sie schon im Vorfeld des dramatischen Tages? Die beiden jungen Männer (Atta und Ziad), die eine geraume Zeit in Hamburg lebten, sind auf jedem der Videos zu sehen. Sie bewerben sich weiterhin um eine Pilotenausbildung in den USA, die sie auch dort machen können.
Doch die Widersprüche gehen weiter. Man weiß, dass die Übernahme der Flugzeuge mit Hilfe von Teppichmessern durchgeführt wurde. Hat man zu diesem Zeitpunkt in der USA so wenig Wert auf Sicherheit gelegt. Woher kommen all diese Erkenntnisse? Der Film, der dem “Spiegel” beigefügt war, ist überwiegend eine Präsentation von Fakten. Der Zuschauer selbst darf sich Fragen stellen und bei kritischer Betrachtung zu dem einen oder anderen Missverhältnis kommen.
Auch Micheal Moore hat in seinem Film 9/11 viele widersprüchliche Ereignisse dargestellt. Kennt man diesen Film und vergleicht ihn mit dem oben genannten Video, kann man auch die recht provokative Frage bei Moore verstehen. Man überbringt Präsident Bush, der gerade in einer Schule vorliest, die Nachricht vom Einsturz des ersten Flugzeuges. Werden solche Nachrichten so ganz offiziell an den Präsidenten der USA übergeben? Ist es dann weiterhin nachvollziehbar, dass er an dieser Schule weiter liest?
Auch im Vorfeld des sich jährenden Ereignisses treten immer wieder neue Versionen der Darstellung der Ursachen auf, die selbst eine Verschwörung innerhalb der USA Raum für Spekulationen bieten. Der Grund für diese wilden und sich ständig erneuernden Aussagen liegen in den vielen Ungereimtheiten. Als Beispiel soll hier nur der Einsturz des Flugzeuges in das Pentagon genannt werden. Im Nachhinein wurde bekannt, dass gerade dieser Teil zuvor wegen Renovierungsarbeiten geräumt wurde. Bis heute ungeklärt ist auch die Tatsache, dass die Lücke, die von dem abstürzten Flugzeug verursacht worden sein soll, viel kleiner ist, als das ein Flugzeug dieser Größe hätte unzweifelhaft hinterlassen haben müssen.
Ist es wirklich der Krieg gegen den Terror, den die USA führen oder ist das nur ein Vorwand zur Realisierung ganz anderer Ziele? Diese Frage stellt sich immer wieder den Menschen, die sich ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen.
