Es sollte eine Veranstaltung voller Liebe und guter Musik werden. Bis spät in die Nacht wollte man dieses Jahr auf der Loveparade in Duisburg tanzen. Doch es wurde ein Abend des Schreckens, den wohl niemand so schnell vergessen wird.

21 Tote bei der Loveparade in Duisburg

Unglaubliche Szenen müssen sich auf der Loveparade am Samstag, den 24. Juli abgespielt haben. Während die Rettungskräfte bereits im Einsatz waren, erste Hilfe leisteten, Menschen reanimierten und viele um ihr Leben kämpften, tanzten viele hunderttausend Menschen (die Zahlen schwankten am 25.Juli zwischen 100.000 und 1,6 Millionen) fröhlich zu Elektrobeats. Der Krisenstab hatte sich dazu entschlossen, die Musik nicht auszuschalten, um eine weitere Panik zu verhindern.

Beim ARD-Brennpunkt am Sonntagabend erklärte ein Seelsorger, mit welcher Art von Problemen man nach dem Unglück zu kämpfen hatte. Es gab Menschen, die sich selbst aus den Massen ziehen konnten oder herausgezogen worden waren, andere, die nicht wussten, wo ihre Freunde und Verwandte abgeblieben waren und ob sie überlebt hatten. Und man war mit Menschen konfrontiert, denen bewusst wurde, dass sie, als es um ihr eigenes Leben ging, rücksichtslos andere niedergetreten hatten.

Wie es zu einer Massenpanik auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Duisburg, wo die Loveparade 2010 stattfand, kommen konnte, ist bisher noch nicht geklärt. Gegen 19 Uhr meldeten die Medien bereits 10 Tote. Am Ende kamen 20 Tote bei der Loveparade ums Leben, über 500 wurden verletzt, viele von Ihnen schwer.

Ein Tunnel – der einzige Zugang zur Loveparade

Ein Tunnel, der als einziger Zugang zum Loveparade-Gelände führte, wurde vielen Partygästen zum Verhängnis. Um der Enge zu entfliehen, seien viele die Steinmauer hochgeklettert. Wer nach unten fiel und nicht mehr aufstehen konnte, wurde einfach überrannt.

Schwere Vorwürfe gegen Veranstalter und die Stadt Duisburg

Nach dem Unglück werden die Anklagen und Vorwürfe laut. Die Stadt und Veranstalter seien vorher gewarnt worden, heißt es. Und das Sicherheitskonzept, welches der Stadt Duisburg vorlag, sei von Anfang an mangelhaft gewesen. Das Gelände sei für maximal 250.000 Menschen zugelassen, so ein Sprecher im ARD-Brennpunkt vom 25. Juli 2010. Bei der letzten Loveparade in Dortmund vor zwei Jahren waren allerdings schon eine Million Menschen erschienen. Im Jahr zuvor sei die Loveparade in Bochum aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, aber dieses Jahr habe wohl niemand auf die Lovoeparade verzichten wollen. Da Duisburg als Stadt im Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt zählt, sollte die Großveranstaltung zum guten Ansehen der Stadt beitragen.

Verantwortliche sprachlos bei der Pressekonferenz am 25.Juli 2010

Bei der Pressekonferenz am Sonntag, den 25.Juli waren alle verantwortlichen Beteiligten im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Die Mikrofone wurden hin und her gereicht, niemand wollte die Verantwortung übernehmen, keiner wusste, wie er sich angemessen zu dem Unglück äußern sollte, deshalb – so schien es – wollte man lieber gar nichts sagen. Immer wieder wurde darauf verwiesen, dass die Angelegenheit eine Sache der Staatsanwaltschaft sei und man solange nichts sagen könne, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Nie wieder Tanzen für die Liebe - Das Aus für die Loveparade

Allein der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, erklärte, dass man aus Respekt den Opfern und deren Angehörigen gegenüber die Loveparade nie wieder stattfinden lassen wolle. 20 Tote bei einer Veranstaltung, die im Grunde Menschen zusammenbringen und Liebe versprühen wollte, bedeuten das Aus für die Loveparade.