Matcha: Grüntee und Heilmittel

Matcha mit Bambusbesen - Laurele
Matcha mit Bambusbesen - Laurele
Das japanische Grünteepulver Matcha besitzt eine außergewöhnliche Konzentration an gesundheitsfördernden Stoffen.

Die gelehrten japanischen Mönche und Kaiser wussten schon vor vielen Jahrhunderten um die Wirkung dieses speziellen, ein wenig nach Spinat schmeckenden Teegetränks. Matcha kam ursprünglich aus China nach Japan. Heute würde man Matcha auch sehr gerne wieder im "Land des Drachen" anbauen, doch die veränderten Klimaverhältnisse erlauben den Anbau dieser Teesorte ausschließlich in Japan.

Vom Teestrauch zum Matcha-Pulver

Matcha unterscheidet sich von jeglichen anderen Teesorten allein schon durch die Art seiner Gewinnung. Circa einen Monat vor der jährlichen Ernte werden die Teefelder mit Planen abgedeckt. Dies hat zur Folge, dass die Sträucher durch den Sonnenmangel vermehrt Nährstoffe in den Blättern konzentrieren. Nach der händischen Ernte werden die Blätter so schnell wie möglich mit Dampf behandelt, was die grüne Farbe erhält und ein Zusammenkleben verhindert. Es folgt ein Pressvorgang bevor es ans Sieben geht. Stängel und Blattgerippe werden ausgesondert, im Endprodukt wird einzig das "Fleisch" des Teeblattes verwertet. Zum Abschluss werden die Blätter langsam in Steinmühlen pulverisiert.

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe

Die hohe Konzentration an für den menschlichen Körper notwendigen und förderlichen Stoffen macht Matcha zu einem wahren Wunder der Natur. An Vitaminen weist der Grüntee C, A, B1, B2 und K1 auf, eine breite Variation an Spurenelementen und Mineralstoffen lässt sich ebenfalls finden. Weiters sind Niacin und Chlorophyll als antioxidative und Giftstoff bannende Elemente vertreten. Besonders aber EGCG (Epigallocatechingallat) ist in diesem Tee 10 bis 15-mal mehr vertreten als in anderen Sorten. Die Pflanze bildet dieses Katechin, um sich gegen Feinde und Mikroorganismen zu schützen. Beim Menschen wirkt es gegen Pilze, Viren und Bakterien, wirkt sich somit positiv auf den gesamten Organismus aus.

Koffein oder Tein

Glaubte man früher, dass Tein im Tee eine eigene, den Körper anregende Substanz ist, so weiß man heute, dass Koffein und Tein ident sind. Matcha hat einen fünfmal höheren Koffeingehalt als Kaffee, wirkt jedoch nicht aggressiv auf den Körper. Die anregenden Stoffe werden über sechs Stunden verteilt gleichmäßig an den Organismus abgegeben.

Matcha als Heilmittel

Die Wirkstoffe einer Tasse Matcha sind äquivalent mit zehn Tassen herkömmlichen Grüntees. Grüner Tee hilft nachweislich bei der Stressreduktion, Konzentrationsschwierigkeiten, einer Verbesserung des Schlaf-Wach-Rhythmus, wirkt blutdruckregulierend, vorbeugend bei Alzheimer und Herzinfarkt, hat eine hohe Detoxikationswirkung, unterstützt das Immunsystem und bekämpft Krebszellen.

Die Zubereitung von Matcha

Bei der Zubereitung von Matcha sollte man ebenso sorgfältig vorgehen wie bei der Gewinnung, um wirklich alle Wirkstoffe zu erhalten. Das beginnt schon bei der Lagerung. Es empfielt sich, das Matcha-Pulver luftdicht verpackt im Kühlschrank zu lagern, jedoch vor dem Öffnen auf Raumtemperatur zu erwärmen. Die klassischen Utensilien für die Matcha-Zubereitung sind eine Keramikschale, ein Bambusbesen (Chasen) und ein Messlöffel (Chashaku). Vorbereitend wird der Bambusbesen für 15 Minuten in heißes Wasser gelegt, welches danach aber weggeschüttet wird. Mit dem Messlöffel werden zwei Portionen (ca. 3 Gramm) Matcha in die Keramikschale gestreut. Anschließend übergießt man das Pulver mit ca. 60-100 Milliliter heißem Wasser (80° C, nicht kochend!). Mit dem Besen wird das Getränk schaumig geschlagen, wobei der Boden der Schale nicht berührt werden sollte. Vor dem Teegenuss bereitet eine süße Kleinigkeit auf selbigen vor.

Lektüre über Matcha und seine Wirkung

Dr. Walter Glück: Matcha. Das gesunde Grüntee-Wunder. Kneipp Verlag Wien (2011).

Julia Stipsits, Foto: Marisa Vranjes

Julia Stipsits - Als Schauspielerin gehen meine Interessen vorwiegend in die künstlerische Richtung. Was nicht heißt, dass es nicht auch einmal ...

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