
- Mategefäß mit Bombilla - Diane Buckstegge
Mate ist in Argentinien allgegenwärtig. Der bitter schmeckende Tee wird in der Pause bei der Arbeit getrunken, bei einem Treffen mit Freunden oder bei Familienfeiern.
Was ist Mate?
Als Mate wird in Argentinien ein Aufgussgetränk bezeichnet, das aus den Blättern des Matestrauchs oder -baums hergestellt wird. Der Matestrauch gehört zu den Stechpalmengewächsen und wächst wild im Unterholz der südamerikanischen Urwälder. Seit dem 19. Jahrhundert wird er zum Teil auch angebaut. Der Brauch des Mate-Trinkens stammt von den südamerikanischen Ureinwohnern, die sich das enthaltene Koffein zu Nutze machten und Mate wegen der aufputschenden Wirkung tranken.
Die klassischen Mate-Utensilien
Für einen Mate werden nur vier Dinge benötigt: ein Mategefäß, ein Trinkröhrchen, Mateblätter (Yerba) und heißes Wasser. Das Mategefäß wird auch Kalebasse genannt, da es ursprünglich aus dem Endteil eines ausgehöhlten Flaschenkürbisses hergestellt wurde. Es ist bauchig und wird nach oben hin enger. Heutzutage werden die meisten Mategefäße aus Holz, Metall, Horn, Plastik oder Porzellan hergestellt, wobei Hol z die am weitesten verbreitete Variante ist. Gefäße aus Metall oder Keramik halten zwar länger als solche aus Holz, haben aber den Nachteil, dass sie Wärme besser leiten, was dann schnell zu Verbrennungen beim Trinken führen kann. Davon abgesehen fehlt ihnen der traditionelle Charme der Holzgefäße. Mate wird durch einen Trinkhalm getrunken, der sogenannten Bombilla. Die Bombilla ist ein langes Röhrchen aus Metall, das unten einen Siebeinsatz hat, der die Teeblätter filtert und oben einen schmalen Trinkaufsatz.
Die richtige Zubereitung von Mate
Mate wird meist im Kreis von Freunden, Familie oder Kollegen getrunken. Für die Zubereitung ist in der Regel eine Person zuständig, der "cebador". Er füllt das Mategefäß etwa zur Hälfte mit den Blättern, verschließt den oberen Teil dann mit seiner Handinnenfläche, dreht und schüttelt das Gefäß, sodass sich die Blätter etwas verteilen und sich die groben Stücke vom feinen Pulver trennen. Danach dreht er das Gefäß vorsichtig um, die groben Blätter befinden sich nun am Gefäßboden. Mit ein wenig Wasser werden die Blätter angefeuchtet und an die Gefäßwand gedrückt. In den entstandenen Freiraum wird die Bombilla gestellt. Das Ganze wird mit heißem, nicht kochenden Wasser entlang der Bombilla aufgegossen und dann reihum weitergegeben. Den ersten Mate trinkt der cebador. Der erste Aufguss schmeckt meist sehr bitter, sodass es eine Zeichen von Respekt ist, diesen nicht den Gästen anzubieten. Danach wird das Gefäß wieder mit heißem Wasser aufgefüllt und an den nächsten weitergereicht, der es austrinkt und dem cebador zum Auffüllen zurückgibt. Das Ritual des Mate-Trinkens ist in Argentinien, wie auch einigen anderen südamerikanischen Ländern, sehr verbreitet und fester Bestandteil des Alltags. Kein Wunder, denn wenn man in geselliger Runde sitzt und reihum den Mate trinkt, dann stellt sich ein besonderes Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt wie von selbst ein.
