Mathematiker entwickelt neue Suchmaschine

Es sollen erstmals eigenständige Lösungen geboten werden

Internet - Gerd Altmann
Internet - Gerd Altmann
Der englische Mathematiker Stephan Wolfram hat ein System entwickelt, das aufgrund des im Internet vorhandenen Wissens eigenständige Antworten entwickelt.

Das weltweite Netz in seiner jetzigen Form gibt es seit Anfang der Neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Sein durchschlagender Erfolg wurde überhaupt nur möglich, weil parallel zu dieser Entwicklung Suchmaschinen auf den Markt kamen, die es erst möglich machten, das in diesem Netz gespeicherte Wissen für jeden Computer-Nutzer zu erschließen. Es soll an die sechshundert dieser Suchmaschinen geben

Arbeitsgrundlage Schlüsselwort-Index

Sie erstellen einen Schlüsselwort-Index für die Dokumentbasis, um Suchanfragen über Schlüsselwörter mit einer nach Relevanz geordneten Trefferliste zu beantworten. Nach Eingabe eines Suchbegriffs liefert eine Suchmaschine eine Liste von Verweisen auf möglicherweise relevante Dokumente, meistens dargestellt mit Titel und einem kurzen Auszug des jeweiligen Dokuments. Dabei können verschiedene Suchverfahren angewendet werden.

Die wesentlichen Bestandteile und Aufgabenbereiche einer Suchmaschine sind:

  • Erstellen eines Index zum Auffinden von Dokumenten
  • Verarbeitung von Suchanfragen (Finden und Ordnen von Ergebnissen)
  • Darstellung der Ergebnisse in einer möglichst sinnvollen Form.

Google ist bisher weltweit führend

Die weltweit führende Suchmaschine Google bekommt weitere Konkurrenz. Allen Anbietern gemein ist bisher, dass sie das weltweite Netz nach den vom Nutzer eingegebenen Schlagworten durchsuchen. Ausgegeben wird dem Anwender dann eine Liste von thematisch mehr oder weniger relevanten Dokumenten, die die angegebenen Suchbegriffe enthalten. So können Dinge im Internet nachgeschaut werden. Grundsätzlich können Suchmaschinen nur Antworten finden, die schon beantwortet worden sind.

Anders der englische Mathematiker Stephen Wolfram. Er hat das Softwarepaket Mathematica entwickelt. Die darauf basierende Suchmaschine Wolfram Alpha soll neue Antworten finden. Wie Stephen Wolfram selbst beschreibt, hat er Techniken von Mathematica mit anderen Verfahren kombiniert. Mit diesem Wissen als Handwerkszeug arbeitete er mit einem Team von rund einhundert Mitarbeitern an der neuen Suchmaschine.

Die sucht nach Inhalten im Internet, um Antworten auf beliebige Fragen der Anwender zu berechnen. Vorerst greift das System allerdings auf fixe Frage-Antwort-Paare zurück.

Vergleichbares gibt es in der Museumspädagogik

Die Fragen können in jeder Sprache gestellt werden, da das System diese in ihrer Grundform nicht verstehen muss. Es erstellt aus der Frage einen Berechnungs-Term, der ein Ergebnis herausfiltert. Eine erste Version von Wolphram Alpha soll im Mai öffentlich zugänglich sein. Auf der Webseite wird es dann nur ein Eingabefeld "zu einem großen System" geben, so Wolfram.

Vergleichbares gibt es bislang vereinzelt in der Museumspädagogik. So bietet ein Museum im israelischen Caesarea die Möglichkeit, vorgegebene Fragen an verschiedene Figuren der Geschichte zu stellen. Darauf gibt es dann vorbereitete Antworten. Offensichtlich arbeitet die Suchmaschine Wolfram Alpha nach einem ähnlichen Prinzip.

Horst Schinzel, Valentina Jermakova

Horst Schinzel - Ich bin seit mehr als fünfzig Jahren journalistisch und publizistisch tätig. In den Siebziger Jahren habe ich einen Kleinverlag ...

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