Im Jahr 2010 jährt sich der Todestag von Königin Luise zum 200. Mal. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) veranstaltet zu diesem Anlass das Luisenjahr mit einem Reigen von Ausstellungen. Der beginnt im Schloss Charlottenburg unter dem Titel „Luise - Leben und Mythos der Königin“.

Diese große Ausstellung gab den Anstoß zu einer umfassenden Sanierung des Mausoleums und dessen Umfeld im Schlosspark Charlottenburg. Dieses ist nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Die unter der Gedächtnishalle gelegene Gruft ist nur für die Dauer der Sonderausstellung „Luise – Leben und Mythos der Königin“ vom 6. März bis zum 30. Mai 2010 geöffnet. So gibt es nur vorübergehend die Gelegenheit für einen Blick auf die Särge der Königin Luise, ihres Ehemanns, Friedrich Wilhelm III., dessen zweiter Gemahlin Auguste Fürstin von Liegnitz, Prinz Albrecht von Preußen sowie des ersten deutschen Kaiserpaars Wilhelm I. und Augusta. Gut erkennbar ist nun die Stelle, an der Friedrich Wilhelm IV., der seine letzte Ruhestätte in der Potsdamer Friedenskirche fand, sein Herz zu den Füßen seiner Eltern Friedrich Wilhelm III. und Luise in der Gruft bestatten ließ.

Das Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg

König Friedrich Wilhelm III. ließ das Mausoleum nach dem Tod seiner Gattin 1810 anlegen. Der Architekt war Heinrich Gentz. Karl Friedrich Schinkel wirkte als Berater mit. Das Mausoleum war nach einer Bauzeit von fünf Monaten vollendet. Das Grabmal der Luise schuf Christian Daniel Rauch.

Die Front des Mausoleums mit vier dorischen Säulen war zunächst in Sandstein ausgeführt worden. Dieser Portikus wurde 1828 durch einen aus rotem Granit ersetzt. Der ursprüngliche Portikus wurde zur Erinnerung an Luise auf die Pfaueninsel umgesetzt.

Nach dem Tod Friedrich Wilhelms III. gab es 1841 die erste Erweiterung, die Karl Friedrich Schinkel plante und Ludwig Ferdinand Hesse umsetzte. Es wurde ein größerer Raum geschaffen, da der König neben seiner Gemahlin beigesetzt werden sollte, Der alte Teil des Gebäudes wurde zum Vorraum. Die neu geschaffene Apsis wurde von Karl Gottfried Pfannschmidt ausgemalt. Und wieder schuf Christian Daniel Rauch das Grabmal für den König.

Die neue Gedächtnishalle wurde 1890 für Kaiser Wilhelm I. und seine Gemahlin Kaiserin Augusta erneut durch Albert Geyer nochmals vergrößert. So fanden 1894 auch die Grabmale von Wilhelm I. und seiner Gattin Augusta, die Erdmann Enke in Anlehnung an die Arbeiten von Rauch schuf, hier Platz.

Die Sanierung des Mausoleums

Die Sanierungsmaßnahmen im Mausoleum dienten vor allem der Verbesserung des Raumklimas und damit der Vermeidung weitere Schäden durch Feuchtigkeit. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden die die von Daniel Christian Rauch geschaffenen Grabmale und anderen Ausstattungsgegenstände in der Gedächtnishalle gereinigt und soweit erforderlich instand gesetzt. Auch die in der Gruft aufgestellten Särge wurden gereinigt und konserviert. Die Elektroanlage und die Beleuchtung wurden erneuert. So ist auch der Weg in die Gruft inzwischen gut ausgeleuchtet.

Ebenfalls neu gestaltet wurde das gärtnerische Umfeld des Mausoleums. Hier lieferte die Gestaltung von 1845 unter Friedrich Wilhelm IV. die Vorlage.

Für die Sanierung des Gebäudes und die Erneuerung der Gartenanlage wurden rund 1,1 Mio. Euro aufgewendet.

Ort

Schlosspark Charlottenburg, Mausoleum im Schlosspark, Spandauer Damm 20-24, 14059 Berlin,

Die Öffnungszeiten der Ausstellung „Luise- Leben und Mythos der Königin“ sind dem Internetauftritt der SPSG zu entnehmen.