Mauterhebung in Spanien

Die wichtigsten Informationen zum spanischen Mautsystem

Trotz der Entfernung nach Spanien gibt es Gründe, mit dem Pkw zu fahren. Dabei schlagen aber nicht nur die hohen Spritkosten zu Buche. Auch die Maut ist nicht ohne.

Nach Spanien mit dem Auto? Purer Luxus, denn selbst bei einer Großfamilie sind Flugtickets mittlerweile deutlich billiger. Und schneller ist eine Flugreise nach Spanien allemal. Aber dennoch kann es Gründe geben, mit dem eigenen Fahrzeug anzureisen. Doch schlagen in Spanien neben den hohen Spritkosten auch die hohen Nutzungsgebühren der Autobahnen zu Buche: Zu den mautpflichtigen Strecken zählen: Autobahnen („Autopistas“), die Tunnel von Artxanda (Bilbao), Vallvidreras (Barcelona) sowie der Tunnel Cadí (Strecke Barcelona – Andorra). Außerdem ist der Tunnel Sóller auf Mallorca mautpflichtig. Aktuell sorgen 30 Gesellschaften mit staatlicher Konzession für den Betrieb und Unterhalt der Autobahnen und Tunnels. Ausgenommen von der Maut sind lediglich einige Stadtautobahnen.

Das Mautsystem in Spanien

In Spanien wird in offene und geschlossene Mautsysteme unterschieden: Beim offenen Mautsystem ist die Autobahn beziehungsweise Strecke mit nur einer Mautstation ausgestattet. Hier erfolgt die Zahlung der Maut für eine festgelegte Strecke, variiert jedoch in Abhängigkeit der Achsenanzahl des Fahrzeuges. Beim geschlossenen Mautsystem passiert der Fahrer an der Auffahrt zur Autobahn eine Einfahrtmautstation. Hier wird ihm ein Ticket ausgestellt, welches der Fahrer beim Verlassen der Autobahn an der Ausfahrtmautstation dem Mautstationspersonal aushändigt. Aufgrund der auf dem Ticket gedruckten Angaben sowie in Abhängigkeit der Achsenanzahl des Fahrzeuges wird der fällige Mautbetrag berechnet. Die Straßennutzungsgebühren sind darüber hinaus von Tageszeiten und Wochen- beziehungsweise Feiertagen abhängig.

Zahlungsarten für die Maut in Spanien

Die Maut in Spanien kann bar oder mit Tank- und Servicekarten oder Kreditkarten an den einzelnen Stationen entrichtet werden. Neben diesen zeitaufwändigen manuellen Zahlungsmethoden ist auch die Nutzung einer automatisierten Mautabrechnung möglich: Das elektronische VIA T System basiert auf der Mikrowellentechnologie (DSRC = Dedicated Short Range Communication). Ähnliche Systeme gibt es auch in Frankreich (TIS PL), Portugal (Via Verde) oder Italien (Telepass). Zum System gehört auf der einen Seite (am Lkw) eine On Board Unit (kurz: OBU), auf der anderen Seite die Sende/Empfangsanlagen an den Maut-Stationen oder -Brücken. Eine On Board Unit ist ein Gerät, das im Lkw (meist innen an der Frontscheibe) montiert wird und zugleich als Sender und Empfänger (Transponder) dient. Die auf der OBU gespeicherten Fahrzeugdaten, wie beispielsweise eine Abrechnungsnummer sowie fahrzeugbezogene Daten (etwa die Schadstoffklasse sowie die Achsanzahl), werden beim Passieren von Mautstationen per Mikrowelle an die straßenseitige Einrichtung übermittelt. Diese Daten werden dann, unter Berücksichtigung der hinterlegten Strecke, zur Berechnung des fälligen Mautbetrages herangezogen und gegebenenfalls an die abrechnende Gesellschaft (Servicekarten- und Kreditkartengesellschaft) übermittelt. OBUs für Lkw lassen sich ohne großen Aufwand im Fahrzeug installieren und sind sofort einsatzfähig.

Generell erfolgt die elektronische Mautabrechnung nach dem sogenannten „Post-pay Verfahren“. Die mit einer Tank- oder Kreditkarte beziehungsweise einer OBU durchgeführten Transaktionen werden über die Service Card Anbieter nachträglich abgerechnet. Die abgerechneten Transaktionen werden in der Regel detailliert aufgeführt, d.h. unter Angabe der Strecke sowie des Tages und der Uhrzeit der Mautzahlung.

Chris Wiedenhoff, Chris Wiedenhoff

Chris Wiedenhoff - Seit 1994 ist Chris Wiedenhoff im Journalismus tätig: Begonnen hat er als Redakteur bei bekannten PC-Fachzeitschriften (PC Praxis, ...

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