Maxlrain: Oper "selbst gemacht"

Vorhang auf in Maxlrain - mamamawu  / pixelio.de
Vorhang auf in Maxlrain - mamamawu / pixelio.de
Die Opernbühne Bad Aibling e.V. bringt alljährlich ein selten gespieltes Werk auf die Opernbühne: Das Team besteht zum Großteil aus begeisterten Amateuren.

Zu welchen beachtlichen Ergebnissen Musikbegeisterung führen kann, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue bei den Opernaufführungen der Opernbühne von Bad Aibling, die im Juli in der Reithalle von Schloss Maxlrain weitgehend unbekannte oder selten gespielte Opern zur Aufführung bringt.

Die Opernbühne e.V. Bad Aibling

Die "opernbühne e.V." Bad Aibling wurde 1988 gegründet und ist als gemeinnützige Institution anerkannt. Ihr erklärtes Ziel ist neben der Aufführung selten gespielter Werke der Opernliteratur auch die Förderung junger Talente, vorwiegend aus der umliegenden Region.

Die Idee, Opern in Eigenregie aufzuführen, entstand jedoch schon wesentlich früher, und 1979 wurde das erste Werk zur Aufführung gebracht: Wolfgang Amadeus Mozarts "Bastien und Bastienne". Fast jedes Jahr wurde seitdem ein anderes Werk auf die Bühne gebracht, u.a. Werke von Mozart ("Der Schauspieldirektor", "La finta semplice" und 2010 "Ascanio in Alba"), Donizetti ("Il Campanello"), Salieri ("Falstaff", "Angiolina"), Weber ("Abu Hassan"), Gounod ("Der Arzt wider Willen"), Offenbach ("Fantasio", "Die Seufzerbrücke") und Dvorak ("Der Schelm und der Bauer").

Erster Vorsitzender ist seit vielen Jahren James Barnes, der ebenso wie die zweite Vorsitzende Michaela Reinel aktiv an den Opernproduktionen beteiligt ist. Durch das Engagement professioneller Dirigenten und Sänger für die Hauptrollen ist es der "opernbühne e.V." im Laufe der Jahre gelungen, auch über die Grenzen der Region hinweg auf sich aufmerksam zu machen und auch die Fachpresse für sich einzunehmen.

Das Programm 2011: "Iphigenie auf Tauris" von Christoph Willibald Gluck

Für 2011 wurde "Iphigenie auf Tauris" von Christoph Willibald Gluck (1714-87) ausgewählt. Das 1779 in Paris uraufgeführte Werk in vier Akten basiert auf der gleichnamigen altgriechischen Drama von Euripides (ca. 412 v.Chr.) und spielt fünf Jahre nach dem Trojanischen Krieg.

Orestes, der Sohn des griechischen Königs Agamemnon hat in Mykene die Ermordung seines Vaters durch seine Mutter Klytemnästra und deren Liebhaber Ägisth gerächt und wird seitdem von den Eumeniden, den Rachegöttinnen, verfolgt. In Begleitung seines Freundes Pylades kommt er auf die Insel Tauris. Das Orakels des Apollo hat ihm geweissagt, er werde von der Verfolgung durch die Eumeniden befreit, wenn er seine Schwester aus dem heiligen Tempel der Artemis auf Tauris befreie.

Orestes ahnt nicht, dass die Priesterin dieses Tempels seine verloren geglaubte Schwester Iphigenie ist, die einst von Artemis vor dem Opfertod gerettet wurde und auf diese ferne Insel versetzt wurde. Er glaubt vielmehr, er müsse die Statue von Apollos Schwester Artemis aus dem Tempel rauben.

Zu guter Letzt finden sich die Geschwister wieder und auch Thoas, der König der Skythen, der die beiden Griechen der Göttin opfern lassen wollte, kann ein Happy End nicht verhindern.

Das Ensemble

Chor und Orchester sowie die Nebenrollen sind, wie üblich, durch Mitglieder des Vereins besetzt. Die musikalische Leitung übernimmt Richard van Schoor, Regie führt Armin Stockerer, der in früheren Jahren selbst öfter auf der Bühne mitgewirkt hat. Das Bühnenbild stammt von James Barnes, dem Vorsitzenden der "opernbühne e.V.".

In den Hauptrollen sind zu erleben:

  • Iphigenie, Oberpriesterin der Diana ... Yvonne Douthat, Mezzosopran
  • Thoas, König von Tauris .................... Frits Kamp, Bass
  • Orestes, Iphigenies Bruder ................ Oddur Jónsson, Bariton
  • Pylades, Orestes Freund .................... Virgil Hartinger, Tenor

Bewerbungen erwünscht

Wer selbst einmal bei einer der Opernproduktionen der Opernbühne e.V. mitwirken möchte, sei es als Bühnenarbeiter, bei der Herstellung von Bühnenbild oder Kostümen, im Orchestergraben, auf der Bühne oder bei der Organisation, ist stets willkommen und kann sich direkt bei der Opernbühne bewerben. Für die Solorollen gibt es zweimal im Jahr ein besonderes Vorsingen.

Termine, Eintrittskarten und Preise

Nach der Premiere am Samstag, den 16. Juli 2011 (19:30 Uhr), wird Glucks "Iphigenie" noch sechs weitere Male aufgeführt. Die weiteren Termine:

  • Sonntag, der 17. Juli (18:00 Uhr),
  • Mittwoch, der 20. Juli (19:30 Uhr),
  • Samstag, der 23. Juli (19:30 Uhr),
  • Sonntag, der 24. Juli (18:00 Uhr),
  • Freitag, der 29. Juli (19:30 Uhr), und
  • Samstag, der 30. Juli (19:30 Uhr)

Die Plätze sind in zwei Kategorien unterteilt, die Eintrittskarten kosten in der 1. Kategorie (Reihe A-L) 28 Euro (Ermäßigung 1, Behinderte, Schüler und Studenten 21 Euro, Ermäßigung 2, Kinder bis 12 Jahre, 5 Euro) und in der 2. Kategorie (Reihe M-S) 24 Euro (Ermäßigung 1 18 Euro, Ermäßigung 2 5 Euro). Für die Vorstellungen am 17. und am 24. Juli sind außerdem Familienkarten für 56 (Kategorie 1) bzw. 48 Euro (Kategorie 2) erhältlich. Sie gelten jeweils für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 12 Jahre. Jedes weitere Kind zahlt 5 Euro.

Die Karten können telefonisch oder über das Internet bestellt werden.

Schloss Maxlrain

Die Aufführungen finden in der Reithalle von Schloss Maxlrain statt, das bereits im 9. Jahrhundert als Besitz des Bischofs von Freising erwähnt wurde. Das heutige Schlossgebäude ein achteckiger Bau mit vier Ecktürmen, stammt aus dem 16. Jahrhundert und wird von der Familie Lobkowicz, einer der ältesten Adelsfamilien Böhmens, bewohnt. Die Produktionen der Opernbühne stehen deshalb auch unter der Schirmherrschaft von Dr. Erich Prinz von Lobkowicz.

Maxlrain liegt in Oberbayern im Landkreis Rosenheim und gehört zur Gemeinde Tuntenhausen. Es ist über die Autobahn BAB 8 (München- Salzburg) erreichbar, man nimmt die Ausfahrt Bad Aibling, links ab in Richtung Bad Aibling. Am Kreisverkehr die dritte Ausfahrt, Richtung Bruckmühl.

Bildnachweis: mamamawu / pixelio.de

Tatjana Alisch - Bereits während meines Studiums in den Bereichen Musik, Geschichte und Sprachen erhielt ich die Gelegenheit, für einen ...

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