McAuley darf in Peru bleiben

McAuley engagiert sich für den Amazonas - Sabrina Zelezny
McAuley engagiert sich für den Amazonas - Sabrina Zelezny
Der britische Geistliche McAuley wird nicht aus Peru ausgewiesen. Das berichtet die peruanische Zeitung La República in ihrer Ausgabe vom 8.7.2010.

Anfang Juli hatte das peruanische Innenministerium beschlossen, dem britischen Geistlichen McAuley seine Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen und ihn aus Peru auszuweisen. Grund dafür waren die Umweltschutzaktivitäten von McAuleys, der im peruanischen Amazonasgebiet in Iquitos arbeitete. Laut Argumentation des peruanischen Innenministers Salazar habe McAuley mit politischen Aktivitäten das Ausländergesetz Perus verletzt und die öffentliche Ordnung gestört.

Einstweilige Verfügung – McAuley wird nicht ausgewiesen

Jetzt aber hat der Oberste Gerichtshof des Departamentos Loreto – der größten Amazonasprovinz Perus – den Ausweisungsbefehl per einstweiliger Verfügung gestoppt. Er gab damit dem Einspruch von McAuleys Anwälten statt. Der Ausweisungsbefehl ist somit vorerst suspendiert, McAuley muss das Land noch nicht verlassen. Das Innenministerium hatte ihm eine Frist von sieben Kalendertagen eingeräumt, um auszureisen.

McAuleys Verteidigerin, die Rechtsanwältin Rita Ruck, erklärte gegenüber La República, dass Paul McAuley auf diese Weise Zeit und Ruhe gewinne. „Von nun an haben wir fünfzehn Tage, um die Entscheidung des Innenministeriums vorzugehen“, sagte Ruck. Constante Díaz, der zweite Anwalt des Geistlichen, meinte, dass die einstweilige Verfügung durch das Gericht von Loreto ausgesprochen wurde, bis das wahre Kernthema der Angelegenheit geklärt sei.

McAuley: Umweltaktivist oder politischer Agitator?

Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage, wie fundiert der Beschluss des peruanischen Innenministeriums ist, McAuley aus Peru auszuweisen. Díaz erklärte: „Der Richter hat eine Schutzmaßnahme ausgesprochen, damit nicht die Grundrechte des Geistlichen verletzt werden. Das heißt, dass er nicht gezwungen werden kann, das Land zu verlassen, ehe der Gegenstand der Klage geklärt ist.“

McAuley hatte zuvor erklärt, dass er keinen Grund für den Ausweisungsbeschluss des Innenministeriums sehe. Mit seiner zivilrechtlichen Vereinigung Red Ambiental Loretana trat er seit mehreren Jahren für den Umweltschutz im Amazonasgebiet ein und unterstützte Anliegen der Indigenen, die teilweise sogar auf dem Rechtsweg bis vor den Obersten Gerichtshof Perus kamen.

Als politischen Agitator begriff sich McAuley dabei in keinem Moment, auch wenn ihm klar war, dass sein umweltpolitisches Engagement ein Dorn im Auge einer Regierung sein musste, die sich unbedingt Zugang zu den Ressourcen des Amazonas verschaffen will – sei es, um nach Gold und Erdöl zu suchen, sei es, um den allerdings wenig fruchtbaren Boden der Regenwaldregion für eine Expansion der Landwirtschaft zu nutzen.

Viel Unterstützung für McAuley

Im ganzen Land hatte es zudem Proteste gegen den Beschluss des Innenministeriums gegeben. Sogar auf Facebook wurden Gruppen gegründet: „Auch ich will NICHT, dass Bruder McAuley ausgewiesen wird“, heißt eine davon, die in wenigen Tagen rund 1.500 Mitglieder erreichte. Auch McAuleys Orden, die Salesianer, unterstützten den Geistlichen, der angekündigt hatte, in jedem Fall in Peru bleiben zu wollen.

Seinen Anwälten zufolge wird McAuley jetzt seinen normalen religiösen Aktivitäten in der Amazonasstadt Iquitos nachgehen. Er dankte allen Personen und Organisationen, die ihre Solidarität ihm gegenüber ausgedrückt hatten. „Ich bin sehr zufrieden. Ich kehre zur Ruhe zurück, weil diese Entscheidung gerecht ist. Denn ich bin keine Bedrohung für Peru“, sagte er.

Die peruanische Regierung wird wohl auch dauerhaft die Entscheidung des Gerichtes akzeptieren, schreibt La República. Zumindest sieht es der Vorsitzende der peruanischen Migrationsbehörde, Juan Álvarez, so. Als öffentliche Beamte seien er und seine Mitarbeiter zumindest gezwungen, den gerichtlichen Anweisungen zu folgen, erklärte er in einem Radioprogramm. Es sieht also gut aus für Paul McAuley.

Sabrina Zelezny, Sabrina Zelezny

Sabrina Železný - " ... volando vengo, volando voy deprisa, deprisa al rumbo perdido ..." (Manu Chao) Ich wurde 1986 geboren und schreibe, seit ich ...

rss