M.D. Lachlan: Wolfskrieger – Fantasy in der nordischen Sagenwelt

M.D. Lachlan: Wolfskrieger - Heyne
M.D. Lachlan: Wolfskrieger - Heyne
Rezension von "Wolfskrieger", einem Fantasy-Roman von M.D. Lachlan, der in der nordischen Sagenwelt angesiedelt ist. Wikinger treffen auf Werwölfe und Hexen

Zwei Brüder, die die selbe Frau lieben, wahnsinnige Götter, die sich seit Jahrhunderten bekämpfen sowie furchterregende Wikinger und Hexen ergeben zusammen den Fantasy-Roman „Wolfskrieger“ von M.D. Lachlan.

„Wolfskrieger“ – ein Fantasy-Roman mit Wikingern und Hexen

König Authun ist ein Krieger, der den Wolf im Wappen führt. Damit sein Geschlecht nicht ausstirbt benötigt er einen Erben. Als er und seine Frau keinen bekommen können, lässt sich Authun mit den Hexen der Trollwand ein. Auf ihren Rat hin überfällt er ein Dorf, in dem er ein männliches Baby finden soll. Doch es sind Zwillinge, die der Wikingerfürst samt ihrer Mutter raubt. Einen der Jungen überlassen ihm die Hexen, den anderen behalten sie. Und so wächst Vali bei den Wikingern auf, während sein ihm unbekannter Bruder Feileg als Wolf in der Wildnis heranwächst. Doch eines Tages sehen sich die Brüder wieder.

M.D. Lachlan ist das Pseudonym des Journalisten, Autoren und Comedian Mark Barrowcliffe (geboren 1964), der mit seiner Familie im englischen Brighton wohnt. „Wolfskrieger“ ist sein erster Fantasy-Roman. Unter seinem richtigen Namen veröffentlichte er eher Beziehungsgeschichten, obwohl das Buch „The Elfish Gene“ bereits einige Rollenspiel-Referenzen aufweist. Dass es sich bei „Wolfskrieger“ (Wolfsangel) um ein Fantasy-Debüt handelt, merkt man an der Beschreibung der Magie – hier fehlt Lachlan noch ein wenig Erfahrung.

„Wolfskrieger“ spielt in der Welt nordischer Sagen

Lachlan greift in „Wolfskrieger“ die nordischen Sagen auf und vermischt sie zu einer spannenden Geschichte mit dem Werwolf-Mythos. Anders als Guy Gavriel Kay, der bei den „Fürsten des Nordens“ die Zivilisationsgeschichte aufgreift, geht es Lachlan mehr um die Göttergeschichten, etwa um Odins magische Runen. Lachlan hat jedoch die Erkenntnisse von Historikern über die Wikinger genutzt, etwa die über die Siedlung Haithabu im heutigen Schleswig.

Während die Welt der Wikinger in Norwegen und Dänemark – nach einem sehr sperrigen Beginn – sehr lebendig beschrieben ist, fällt es schwer, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Dass man ihnen nicht so leicht nahe kommt, liegt vor allem Erzähler. Lachlan wählt einen auktorialen Erzähler, der aus der Sicht einiger Figuren erzählt. So weiß der Leser mehr als Vali, Adisla und Feileg, doch erfährt er nur wenig über ihr Innenleben.

M.D. Lachlan schreibt Fortsetzung von „Wolfskrieger“

Auch wenn „Wolfskrieger“ in sich abgeschlossen ist, geht die Geschichte weiter. Im Verlauf seiner Fantasy-Reihe will Lachlan aber nicht im frühen Mittelalter bleiben, sondern die Handlung in anderen Epochen spielen lassen. Auf der Homepage zur Wolfsangel-Reihe hat der Autor bereits erste Hinweise zum zweiten Band veröffentlicht. Demnach spielt er 100 Jahre nach „Wolfskrieger“. Im Original trägt die Fortsetzung den Titel „Fenrir" und soll im Mai 2011 erscheinen.

M.D. Lachlan: Wolfskrieger. Heyne 2011. Broschiertes Taschenbuch, 560 Seiten. Euro 15 (Österreich 15,50).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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