
- Konfliktlösung - Sven Fauth
Mediationsverfahren werden in den USA bereits seit Mitte der siebziger Jahre erfolgreich durchgeführt und stellen eine der Varianten dar, die unter der Bezeichnung „alternative dispute resolution procedures“ (abgekürzt als ADR) subsumiert werden.
Mediation - eine soziale Technik, um Konflikte zu lösen
Als Mediation wird eine soziale Technik bezeichnet, die angewendet wird, um Konflikte zwischen verschiedenen Parteien mit Hilfe einer neutralen Person anzusprechen, zu klären und bestenfalls aufzulösen.
Das Ziel eines Mediationsverfahrens liegt vorrangig in der Suche nach Lösungen für Probleme, die zu Konflikten führten, die mitunter jedwede weitere Kommunikation, der sich im Konflikt befindlichen Parteien, unterbunden haben. Angestrebt wird dabei eine Problemlösung, die für die am Konflikt Beteiligten akzeptabel ist.
Der Mediationsprozeß wird insbesondere durch das Finden von Verhandlungsspielräumen und auch der generellen Suche nach neuen Lösungswegen gekennzeichnet. Wichtig ist vor allem die Regelung und Beilegung der Konflikte in Verhandlungen, die in einem konsensualen Prozess durch die aktive Mitarbeit und Steuerung des Mediator erreicht werden soll.
Die Aufgaben des Mediators
Die neutrale „dritte“ Person, der Mediator hat dabei die Aufgabe, die Verständigung zwischen den Parteien zu reaktivieren und zu fördern, um eine für alle Seiten fruchtbare Zusammenarbeit prinzipiell zu ermöglichen.
Die Besonderheit und auch die Herausforderung für den Mediator liegt darin, daß er keine Entscheidungskompetenz besitzt und in seiner vermittelnden Funktion weder Urteile noch etwaige Schiedssprüche fällen darf oder soll. (siehe hierzu Pfingsten, Fietkau 1995)
Eine der ersten Umweltmediatoren in den USA, Gerald W. Cormick, hat seine Aufgabe als freiwilligen Prozess beschrieben, in dem diejenigen, die an einem Konflikt beteiligt sind, diesen gemeinsam ergründen und versuchen, ihre Differenzen beizulegen.
Der Mediator selbst hat keine Autorität, um eine Einigung zu erreichen. Seine Stärke liegt vielmehr in der Fähigkeit die verschiedenen Parteien in der Beilegung ihrer Differenzen zu unterstützen. Der Mediationsprozess ist beendet, wenn die Parteien selbst eine Lösung finden, die von allen Beteiligten als eine brauchbare betrachtet wird. (übersetzt und ergänzt nach Zilleßen 1998, 17)
Die Schwierigkeit des Mediationsverfahrens
Mediation setzt also erstens einen Konflikt voraus, zweitens, daß auch alle Beteiligten an dem Mediationsverfahren freiwillig teilnehmen und drittens, daß versucht wird, eine gemeinsam getragene Problemlösung mit Hilfe einer dritten Person zu erarbeiten, dessen Tätigkeit sich nur auf Förderung der Verständigung und die Herbeiführung eines Ergebnisses, nicht aber auf den sachlichen Inhalt des Ergebnisses bezieht.
Ablauf eines Mediationsverfahrens
Das Mediationsverfahren läßt sich in 3 Phasen gliedern:
Phase 1 - Vorverhandlungen
Während der ersten Phase sind sorgfältige und intensive Vorbereitung der Verhandlungen Grundstein für den weiteren Verlauf des Mediationsverfahrens. Darüberhinaus ist eine gemeinsame Bestimmung der Verhandlungsparteien, der Sachthemen und des Verfahrenablaufs unabdingbar, ebenso wie die gemeinsame Suche nach den entscheidungsrelevanten Daten und Fakten.
Phase 2 - Eigentliche Verhandlungsphase
In der zweiten Phase versuchen alle Verhandlungsparteien Vorschläge für eine Problemlösung zu erarbeiten, die sie insgesamt oder zumindest teilweise als zufriedenstellend oder akzeptabel ansehen können.
Phase 3 - Umsetzung der Übereinkunft
In der dritten und abschließenden Phase erfolgt die Überleitung des informalen Ergebnisses in den formalen Entscheidungsprozeß sowie die Festlegung von Kontrollmechanismen zur Überwachung des Vollzugs.
Literatur
Zilleßen, Horst (Hrsg.) (1998): „Kooperatives Konfliktmanagement in der Umweltpolitik“, Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden, 1998.
Pfingsten/Fietkau (1995): „Das Neusser Mediationsverfahren aus Sicht der Beteiligten. Ergebnisdarstellung der schriftlichen Befragung, Wissenschaftszentrum Berlin, Schriftenreihe zu Mediationsverfahren“ in Umweltschutz Nr.9, S.1, (WZB FS II 95-302), Berlin.
Fietkau, Hans-Joachim (1994): „Leitfaden Umweltmediation, Schriften zu Mediationsverfahren im Umweltschutz Nr.8, WZB-Veröffentlichung FS II, 94-323“, Berlin.
