Medikamentöse Behandlung bei Kinderwunsch

Mit Injektonen, Tabletten und Kapseln zum Wunschkind?

Viele Frauen denken bei einem unerfüllten Kinderwunsch gleich an das berüchtigte Reagenzglas. Doch auch viele Medikamente können helfen, den Kinderwunsch zu erfüllen.

Für einen unerfüllten Kinderwunsch kann es viele Ursachen geben. Diese können sowohl beider Frau, als auch beim Mann liegen. Oft beginnen Paare die ersten Versuche, eine Familie zu gründen, mit natürlicher Hilfe zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel die Verwendung von Zyklustee oder die etwas umfangreichere Variante der Natürlichen Familienplanung NFP. Leider, und das ist besonders bei organischen Ursachen der Fall, helfen diese Möglichkeiten manchmal nicht. Bevor der Gynäkologe das Paar jedoch gleich zum Reproduktionsmediziner schickt um mittels einer IVF das Kind im Reagenzglas zu zeugen, gibt es noch einige Möglichkeiten, denKinderwunsch auf medikamentöse Weise zu unterstützen. Die gebräuchlichsten sollen im Folgenden erläutert werden.

Eisprungauslösende Medikamente

Bei vielen Paaren, die Probleme haben, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, liegt die Ursache in einem unregelmäßigen oder gestörtem Eisprung der Frau. Daher wird bei zahlreichen Fruchtbarkeitsbehandlungen zunächst zu eisprungauslösenden Medikamenten gegriffen. Diesogenannten Ovulationsinduzierer werden in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht und sollen einen Eisprung auslösen. In den meisten Fällen werden sie zudem im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung verabreicht. Zudem verschreiben viele Frauenärzte gemeinsam mit den eisprungauslösenden Mittel auch Präperate, die mehrere Follikel heranreifen lassen sollen. Das nennt man ovarielle Hyperstimulation.

HCG – das Schwangerschaftshormon

Am bekanntesten dürfte das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) besonders daher sein, dass es bei einem Schwangerschaftstest anzeigt, ob eine Frau schon ein Kind unter der Brust trägt oder nicht. Es kann jedoch auch helfen um einen Eisprung zu stimulatieren. Das kann zum einen der Fall sein, wenn bei einer Frau der Eisprung gämzlich ausbleibt und zum anderen, wenn der Eisprung zu unregelmäßig ist. Das HCG wird mittels Injektion verabreicht und bietet den entscheidenden Vorteil, dass man relativ genau sagen kann, wann danach der Eisprung stattfindet. Der durchschnittliche Zeitraum bis dahin beträgt vierzig Stunden.

Progesteron

Bei Frauen, die unter einem unregelmäßigen Zyklus leiden, wird oft das sogenannte Progesteron verwendet um den Zyklus zu stabilisieren. Oft ist Progesteron auch Teil einer künstlichen Befruchtung. Das Hormon bereitet in der zweiten Zyklushälfte die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor. Bei einigen Frauen wird es jedoch nur in unzureichender Menge produziert und kann anhand von Kapseln zusätzlich verabreicht werden.

Medikamente zur Behandlung von Endomtriose

Eine weitere, verbreitete Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch ist die sogenannte Endometriose. Diese kann nicht nur operativ, sondern in leichteren Fällen auch medikamentös behandelt werden. Dazu muss zunächst festgestellt werden, ob es sich um eine schwere oder eine leichte Form der Krankheit handeln. Denn nur in einem leichteren Fall macht die Behandlung Sinn, zumindest um ein Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Bei der medikamentösen Behandlung wird nun versucht anhand bestimmter Präparate den Östrogenspiegel der Frau zu senken. Dadurch soll die überflüssige Bildung des Endometriumgewebes eingedämmt werden. Das führt allerdings dazu, dass Paare während der Behandlung mit derartigen Medikamenten auch nicht versuchen dürfen, schwanger zu werden. Der Wirkstoff ist ein sogenannter GnRH-Angonist und die Medikamente werden je nach Diagnose als Injektion oder als Depotspritze verabreicht.

Julia Hoffmann - - seit 2004 freie Journalistin - zuhause in den Themen IT, Lokales, Familienpolitik, Kultur und exklusiv für Suite101 im ...

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