Meditation vergrößert das Gehirn

Laut Hirnforschung führt Meditieren zur Verdickung der Hirnrinde

Meditation verbessert Konzentration und Gedächtnis - Tosaporn Boonyarangkul auf stock.xchng
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Einer Studie von Sara Lazar zufolge lässt Meditieren Teile der Hirnrinde, die mit Aufmerksamkeit und positiven Emotionen zu tun haben, wachsen.

Eine Studie unter Leitung der Hirnforscherin Sara Lazar hat nachgewiesen, dass Meditation gewisse Gehirnregionen vergrößert, die für Erkenntnis, Wohlbefinden und Emotionsregulierung zuständig sind.

Sara Lazars Studie über Meditation

Dass Meditation die Funktionsweise des Gehirns verbessert, indem es die neuronale Koordination optimiert, ist bereits bekannt. Einer neuen Studie zufolge verändert Meditation aber nicht nur die physische Struktur des Gehirns, sondern lässt es sogar wachsen. Sara Lazar, Psychologin an der Harvard Medical School, verglich Hirn-Scans von erfahrenen Meditierenden mit denen einer Kontrollgruppe ohne vorherige Meditationserfahrung. Erstere meditierten während der Scans, letztere entspannten sich lediglich.

Die Wirkung von Meditation auf das Gehirn

Ein bemerkenswertes Ergebnis dieser Studie war, dass regelmäßige Meditation jene Teile der Hirnrinde (Kortex) verdickt, die mit Aufmerksamkeit, Erkenntnis, positiven Emotionen und emotionaler Regulierung in Verbindung gebracht werden. Diese Areale der Hirnrinde werden mit zunehmendem Alter eigentlich dünner. Diese neue Entdeckung ist in Übereinstimmung mit anderen Forschungsergebnissen zu sehen, die zeigten, dass gewisse Regionen der Hirnrinde durch Übung dicker werden. Musiker haben ein dickeres Musik-Areal, Tänzer ein größeres und besser vernetztes Motorik-Zentrum im Gehirn. Das Überraschende an der vorliegenden Studie Sara Lazars ist aber, dass eine rein innerliche Tätigkeit wie Meditation den gleichen Effekt hat. Meditation ist also quasi Gehirntraining.

Die untersuchte Buddhistische Achtsamkeits-Meditation

Die in dieser Studie untersuchte Meditationstechnik war eine buddhistische Achtsamkeitsmeditation, welche mit Sinneseindrücken und Körperwahrnehmung arbeitet – religiöse oder spirituelle Symbole, Bilder, Inhalte oder Gebete werden nicht verwendet. Bei dieser Methode werden Empfindungen und Sinneseindrücke einfach wahrgenommen, ohne dass weiter darüber nachgedacht wird. Wenn keine Empfindungen da sind, wird einfach auf den Atem geachtet. Diese Haltung wird gewöhnlich als Achtsamkeit bezeichnet.

Meditation als Gehirntraining

Im englischen Sprachraum kennt man den Ausdruck „use it or lose it“ – „benutz es oder verlier es“. Das dahinter liegende Konzept wird schon seit Längerem auf mentale und kognitive Fähigkeiten angewendet. Gerade alte Menschen müssen ihre kognitiven und Gedächtnis-Fähigkeiten trainieren, um sie zu erhalten, sei es durch Kreuzworträtsel, das Erlernen einer Fremdsprache, oder eben durch Meditation – die vielleicht wirksamste und zugleich angenehmste Art des Gehirntrainings.

Kann Meditation den Alterungsprozess stoppen?

So beeindruckend die Ergebnisse dieser Studie auch sein mögen – die Hirnforscherin Sara Lazar will Meditation nicht als Wundermittel gegen das Älterwerden verstanden wissen. „Meditation kann bei Alterungsprozessen im kognitiven Bereich eine gewisse Hilfe bieten“, wird sie in einem Artikel von William J. Cromie von der Harvard Universität zitiert. Aber Mönche und Yogis würden auch altern und sterben wie jeder normale Mensch – allerdings erfreuten sie sich bis dahin einer erhöhten Merk- und Konzentrationsfähigkeit, denn Meditation optimiert die Funktionsweise des Gehirns.

Quelle:

Meditation found to increase brain size. Artikel von William J. Cromie, Harvard News Office, Harvard University.

Martin Bohn, Martin Bohn

Martin Bohn - Als ausgebildeter Yogalehrer schreibe ich nebenher Artikel für verschiedene Yogazeitschriften in Deutsch und Englisch. Hauptberuflich ...

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