
- Lotos Meditationssitz - oshin beveridge, Stockxchng
Meditation ist eine uralte spirituelle Disziplin und integraler Bestandteil der meisten spirituell-religiösen Traditionen wie zum Beispiel Yoga, Hinduismus, Buddhismus und christliche Mystik. Im Folgenden werden die wesentlichen Bestandteile der Meditation erläutert.
Körperhaltung
Es gibt eine große Bandbreite geeigneter Meditationsstellungen. Sie sollte eigentlich nur zwei Voraussetzungen erfüllen: bequem und stabil. Jede Haltung, die persönlich angenehm ist und gleichzeitig die Wirbelsäule aufrecht hält, ist geeignet für die Meditation. Wichtig ist, dass die Stellung über längere Zeit gehalten werden kann, ohne dass man schläfrig oder unruhig wird. Sitzhaltungen sind hierfür ideal. Am Ende des Artikels sind einige Links zu bebilderten Beschreibungen von Meditationshaltungen angegeben.
Atem und Meditation
Wenn die gewählte Haltung eingenommen wurde, gilt es zunächst, den Körper ganz bewusst zu entspannen. Im nächsten Schritt wendet man sich der Atmung zu. Beobachten Sie den Atem, wie er durch die Nasenlöcher strömt oder werden Sie sich der rhythmischen Bewegungen der Bauchdecke bewusst. Sobald der Geist abschweift und in seine üblichen Gewohnheiten wie Tagträumen, Vorausplanen, Erinnern oder Vorstellen verfällt, kommen Sie einfach mit der Aufmerksamkeit zurück zum Atem, sobald Sie sich des Abschweifens bewusst werden. Diese Abschweifungen geschehen ständig und oft wird man bereits den nächsten Urlaub geplant oder ein vergangenes Streitgespräch nachgespielt haben, bevor man es überhaupt merkt.
Meditationsobjekt
Die meisten Meditationsformen benötigen einen Gegenstand der Meditation. Dies kann zum Beispiel der Atem, ein Mantra, ein Bildnis (real oder vorgestellt) oder ein Gedanke sein. Während der Meditation versucht der Übende, seinen Geist fest auf den Gegenstand der Meditation zu richten. Es geht um eine entspannte Art der Konzentration: weder angespannt noch unbewusst-traumähnlich. Wie bereits anhand des Atems beschrieben, geht es nicht nur um Konzentration auf das Meditationsobjekt, sondern vor allem um das achtsame Aufmerken bei Abschweifungen. Mehr zum Thema Meditationsobjekte finden Sie in einem der Links unten.
Grundlegende Regeln für die Meditation
Es ist sinnvoll, jeden Tag zur selben Zeit zu meditieren, zum Beispiel jeden Abend 20 Minuten lang. Der Meditationsplatz sollte still, sauber und ordentlich sein. Es bietet sich an, einen sakralen Raum zu schaffen, zum Beispiel einen kleinen Altar, ein inspirierendes Bild oder einfach eine Kerze – selbst eine kahle Wand kann helfen, sich vom Alltagsgeschehen zu lösen und auf die Übung einzulassen. Wichtig ist, keine allzu großen Erwartungen zu hegen – es kommt immer anders als man denkt – auch und gerade in der Meditation.
Die positiven Auswirkungen der Meditation sind zudem sehr subtil und können oft nicht sofort wahrgenommen werden. Umherschweifende, unruhige Gedanken sind auch völlig normal. Es geht beim Meditieren weniger darum, gar keine oder nur erhabene Gedanken zu haben, sondern mindestens genauso sehr, sich seiner Gedanken, Gefühle und mentalen Programme bewusst zu werden.
Achtsames Handeln
Das mittel- und langfristige Ziel von Meditation ist es, diese auf den ganzen Tag auszudehnen. Die 20 Minuten Sitzmeditation sind ein Übungsfeld. Das darin erübte meditative Bewusstsein sollte sich schließlich auf den ganzen Tag ausdehnen, so dass auch das alltägliche Handeln achtsamer und bewusster wird und Tagträumereien und das endlose Geplapper des Geistes zurückgehen. Kurz: der innere Friede der Meditation sollte auch im Alltag zu spüren sein.
Meditieren macht glücklich
Meditation kann zu einer unschätzbaren Quelle der Freude und Zufriedenheit werden. Anstatt zu versuchen, die Außenwelt nach unseren Vorstellungen zu verändern, verändert Meditation, wie wir die Welt und uns selbst sehen. Wird sie regelmäßig und korrekt praktiziert, kann Meditation ein machtvolles Instrument der Transformation werden. Idealerweise sollte Meditation unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers gelernt und praktiziert werden.
Quelle
Meditation. In zwölf Stufen zu mehr Gelassenheit, Harmonie und innerer Kraft. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum. München, 1995.
Links und verwandte Artikel
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Auf der Website von Yoga-Vidya gibt es Fotos zu verschiedenen Sitzhaltungen für die Meditation sowie mehr Informationen über Meditation von Swami Sivananda.
